Erkenne, was deinen Pflanzen zusetzt: 70 Krankheiten, Schädlinge und Nährstoffmängel, verknüpft mit den betroffenen Pflanzen.
Rhododendronzikade
Graphocephala fennahi
Die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi) ist eine auffällig türkisgrün gefärbte, orangerot gestreifte Zikade, die vom Frühsommer bis in den Herbst an Rhododendron und Azalee saugt. Ihre gelbgrünen Larven sitzen schon ab Mai auf der Blattunterseite, die springenden erwachsenen Tiere erscheinen ab Juli. Der direkte Saugschaden zeigt sich als helle, gesprenkelte Flecken auf den Blättern, die eigentliche Gefahr ist aber die Eiablage in die Knospenschuppen im Spätsommer und Herbst: Dabei gelangen Sporen des Pilzes Pycnostysanus azaleae in die Wunden, die betroffenen Blütenknospen verfärben sich braun bis schwarz und vertrocknen über Winter, bevor sie im Frühjahr aufblühen können. Am besten erkennst du den Befall an den gut sichtbaren Zikaden auf der Blattunterseite und an den geschwärzten, filzigen Knospen im Spätwinter.
Rosenblattwespen
Endelomyia aethiops
Die Larven der Schwarzen Rosenblattwespe (Endelomyia aethiops) schaben ab Ende Juni das Blattgewebe an der Blattoberseite ab und lassen nur die dünne, durchscheinende Haut der Unterseite und die Blattadern stehen. Diese fensterartigen Stellen trocknen bald braun ein, sodass befallene Blätter aus der Ferne wie versengt wirken; später kommen Löcher und Kerben am Blattrand dazu. Erkennbar sind die gelblich-grünen, nacktschneckenähnlichen Larven mit gelbbraunem Kopf, die auf der Blattoberseite von Rose, Kletterrose und Apfelrose sitzen. Die Blattwespe bildet in unseren Breiten nur eine Generation pro Jahr.
Rosenrost
Phragmidium mucronatum
Rosenrost ist eine Pilzkrankheit, die durch Phragmidium mucronatum verursacht wird und vor allem an Rosen, Kletterrosen und Apfelrosen auftritt. Charakteristisch sind orangegelbe, pulvrige Sporenlager auf der Blattoberseite und kissenförmige rostbraune Pusteln auf der Unterseite. Im Spätsommer verfärben sich die Sporenlager oft dunkelbraun bis schwarz. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und fallen frühzeitig ab, was die Pflanze schwächt.
Schermaus (Wühlmaus)
Arvicola terrestris
Die Schermaus, im Volksmund Wühlmaus genannt, lebt unterirdisch und ernährt sich von Wurzeln, Knollen und der Rinde am Wurzelhals. Typisch sind flache, bogenförmige Erdhügel in Reihen sowie Gänge dicht unter der Oberfläche. Betroffene Pflanzen welken unvermittelt oder lassen sich mühelos herausziehen, weil die Wurzeln bereits abgenagt sind. Bei jungen Obstbäumen kann ein Befall am Wurzelhals innerhalb kurzer Zeit zum Absterben führen.
Schrotschusskrankheit
Wilsonomyces carpophilus
Die Schrotschusskrankheit wird durch den Pilz Wilsonomyces carpophilus verursacht und befällt vor allem Steinobst wie Kirsche, Pflaume, Pfirsich und Aprikose. Typisch sind runde, rotbraun gerandete Flecken auf den Blättern, aus denen das abgestorbene Gewebe herausfällt, sodass ein löchriges Schrotschuss-Blattbild entsteht. Zusätzlich zeigen sich eingesunkene Flecken mit Gummifluss an den Trieben sowie korkige Flecken auf den Früchten. Bei starkem Befall verliert der Baum vorzeitig sein Laub und wird geschwächt.
Seerosenzünsler
Elophila nymphaeata
Der Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata) ist ein Kleinschmetterling, dessen Raupen an Schwimmblattpflanzen wie Seerose und Teichrose fressen. Die Raupen schneiden ovale Blattstücke aus und verspinnen sie zu kleinen, schwimmenden Gehäusen, in denen sie sich verstecken und weiterfressen. Erkennbar ist der Befall an löchrigen, fensterartig durchscheinenden Blättern und an den treibenden Blattstück-Röhrchen auf der Wasseroberfläche. Bei starkem Befall können ganze Schwimmblätter zerfallen.
Sellerie-Blattfleckenkrankheit
Septoria apiicola
Die Sellerie-Blattfleckenkrankheit ist die wichtigste Pilzkrankheit an Knollen- und Stangensellerie. Auf den Blättern bilden sich rundliche, hellbraune Flecken mit dunklem Rand, in deren Zentrum winzige schwarze Pünktchen sitzen — die Sporenbehälter des Pilzes. Bei starkem Befall vergilbt das Laub flächig und vertrocknet, was Ertrag und Knollengröße deutlich mindert.
Septoria-Blattfleckenkrankheit
Septoria spp.
Die Septoria-Blattfleckenkrankheit ist ein weit verbreiteter Pilzbefall, der vor allem Tomaten, Sellerie, Petersilie und Phlox betrifft. Typisch sind kleine, runde bis eckige graubraune Flecken mit dunklem Rand, in deren Mitte du bei genauem Hinsehen feine schwarze Punkte erkennst. Der Befall beginnt meist an den unteren, bodennahen Blättern und wandert bei feuchter Witterung nach oben. Unbehandelt vergilben und vertrocknen die Blätter, was die Pflanze schwächt und den Ertrag mindert.
Spanische Wegschnecke
Arion vulgaris
Die Spanische Wegschnecke ist der gefürchtetste Allesfresser im Gemüsebeet. Sie frisst nachts und bei feuchtem Wetter unregelmäßige Löcher in Blätter und räumt junge Salate oder Keimlinge oft komplett ab. Verräterisch sind die silbrig glänzenden Schleimspuren am nächsten Morgen. Besonders weiche, frisch gepflanzte Sätze sind gefährdet.
Stachelbeerblattwespe
Nematus ribesii
Die Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii) legt ihre Eier an die Blattunterseiten von Stachelbeeren und Johannisbeeren, wo die grünen, schwarz gepunkteten Larven schlüpfen. Diese Afterraupen fressen von innen nach außen, meist beginnend an den unteren, schattigen Zweigen, und können einen Strauch innerhalb weniger Tage komplett kahl fressen. Du erkennst den Befall am schnellen Loch- und Skelettierfraß sowie an den gut sichtbaren Larvengruppen, wenn du die Blätter umdrehst. Von April bis August können mehrere Generationen aufeinanderfolgen, daher lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle.
Sternrußtau
Diplocarpon rosae
Der Sternrußtau ist die wichtigste Blattkrankheit an Rosen. Charakteristisch sind die sternförmig ausgefransten schwarzen Flecken, um die herum das Blatt vergilbt. Stark befallene Rosen verlieren früh ihr Laub, schwächen sich und blühen weniger — der Pilz überwintert im Falllaub und an den Trieben.
Stickstoffmangel
Stickstoff-Mangel
Stickstoffmangel entsteht, wenn Pflanzen über den Boden nicht genug pflanzenverfügbaren Stickstoff aufnehmen können, meist auf ausgelaugten oder sandigen Böden. Da Stickstoff mobil in der Pflanze ist, verlagert sie den Nährstoff aus alten in junge Blätter, sodass sich das typische Schadbild zuerst an den unteren, älteren Blättern zeigt: eine gleichmäßige, hellgrüne bis gelbe Verfärbung bei meist noch grünen Blattadern. Betroffene Pflanzen wachsen insgesamt schwächer, bleiben kleiner und bringen weniger Ertrag als gesunde Exemplare. Bei starkem Mangel fällt das Problem besonders bei Kohl, Zucchini oder Kürbis schnell durch blasses, kraftloses Laub auf.
Thripse (Gewittertierchen)
Thysanoptera
Thripse sind winzige, längliche Insekten, die an warmen, schwülen Tagen besonders aktiv werden, daher der Name Gewittertierchen. Sie saugen an Blättern, Trieben und Blüten und hinterlassen silbrig glänzende Flecken sowie feine schwarze Kotpunkte auf der Blattunterseite. Blüten verformen sich oft und bekommen unschöne Fraßränder, junge Triebe können im Wuchs gehemmt wirken. Bei genauem Hinsehen oder mit einer Lupe erkennst du die schlanken, gelblichen bis dunklen Tierchen zwischen den Blütenblättern.
Tomatenminiermotte
Tuta absoluta
Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) ist ein kleiner Nachtfalter, dessen Raupen in Blättern und Früchten von Tomate & Co. fressen. Typisch sind helle, geschlängelte Minengänge in den Blättern, die sich braun verfärben und eintrocknen; bei Fruchtbefall bohren sich die Raupen direkt ins Fruchtfleisch. Du erkennst den Befall am besten, wenn du Blätter gegen das Licht hältst: Die Gänge und kleinen dunklen Kotkrümel darin sind dann gut sichtbar. Unbehandelt kann sich der Schädling schnell über die ganze Pflanze und Nachbarpflanzen ausbreiten.
Trauermücken
Sciaridae
Trauermücken sind kleine, schwarze Mücken aus der Familie Sciaridae, deren Larven in feuchter Blumenerde leben und dort an Wurzelhärchen sowie jungen Trieben fressen. Erwachsene Tiere fallen vor allem beim Gießen auf, wenn sie in Schwärmen von der Erdoberfläche aufsteigen. Der eigentliche Schaden entsteht durch die weißlichen, schwarzköpfigen Larven: Sie schwächen die Wurzeln, wodurch Sämlinge und empfindliche Zimmerpflanzen wie Begonie oder Fuchsie plötzlich welken oder umknicken. Besonders gefährdet sind Anzuchten und dauerhaft feucht gehaltene Töpfe.
Trockenstress (Wassermangel)
Wassermangel
Trockenstress entsteht, wenn Pflanzen über längere Zeit nicht genug Wasser aufnehmen können, meist bei anhaltender Hitze und ausbleibendem Regen. Typisch sind welke, hängende Blätter, die sich tagsüber nicht mehr erholen, sowie braune, knusprige Blattränder. Flachwurzler wie Hortensie und Rhododendron reagieren besonders schnell, weil ihr Wurzelwerk kaum Reserven im tieferen Boden erreicht. Unbehandelt folgen Blattfall, Blütenabwurf und bei Gemüse wie Tomate und Gurke Blütenendfäule und kleine, harte Früchte.
Verticillium-Welke
Verticillium dahliae
Die Verticillium-Welke ist eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die über die Wurzeln eindringt und die Leitbahnen der Pflanze verstopft. Weil Wasser und Nährstoffe nicht mehr durchkommen, welken einzelne Triebe oder Blätter oft einseitig und erholen sich auch über Nacht nicht mehr. Typisch ist eine braune bis grünlich-schwarze Verfärbung im Holz, die du siehst, wenn du einen befallenen Trieb aufschneidest. Bei Ahorn und Perückenstrauch stirbt häufig plötzlich ein ganzer Ast ab, während der Rest noch grün ist. Bei Tomate, Aubergine, Paprika und Erdbeere kümmert die Pflanze bei Sommerhitze und bricht später zusammen. Der Pilz bildet Dauerkörper, die zehn Jahre und länger im Boden überleben, deshalb kehrt er auf befallenen Flächen bei anfälligen Kulturen immer wieder zurück. Die Symptome zeigen sich vor allem im warmen Sommer von Juni bis in den Oktober.
Weiße Fliege
Trialeurodes vaporariorum
Die Weiße Fliege ist ein wärmeliebender Sauger, der vor allem im Gewächshaus und an Kübelpflanzen auftritt: An der Blattunterseite sitzen Larven und Puppen, beim Anstoßen stieben die weißen Adulten in einer Wolke auf. Ihr klebriger Honigtau überzieht Blätter und Früchte und wird von schwarzem Rußtaupilz besiedelt; stark befallene Pflanzen vergilben und kümmern. Sie kann zudem Viren übertragen.
Weißstängeligkeit (Sclerotinia-Fäule)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit, auch Sclerotinia-Fäule, ist eine breit wirtende Pilzkrankheit, die Salat, Bohnen und viele weitere Kulturen befällt. An der Stängelbasis entsteht eine wässrige, weiche Fäule mit watteartigem weißem Pilzbelag; darin bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien), die jahrelang im Boden überleben. Befallene Pflanzen welken plötzlich und fallen um.
Weißstängeligkeit (Sklerotinia)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit wird vom Pilz Sclerotinia sclerotiorum verursacht und befällt viele Gemüsearten, besonders Salate und Bohnen. Typisch ist ein watteartiger, weißer Pilzbelag an der Stängelbasis, der in schwarze, unregelmäßige Dauerkörper (Sklerotien) übergeht. Befallene Pflanzen welken plötzlich, obwohl der Boden feucht ist, weil der Stängel innen weich und wässrig fault. Die Sklerotien überdauern jahrelang im Boden und keimen bei feuchter, kühler Witterung wieder aus.
Woll- und Schmierläuse
Pseudococcus spp.
Woll- und Schmierläuse (Pseudococcus spp.) sind kleine, saugende Insekten, die sich mit einer watteartigen Wachsschicht tarnen und bevorzugt in Blattachseln, an Triebspitzen und entlang der Blattadern sitzen. Sie saugen Pflanzensaft und scheiden dabei klebrigen Honigtau aus, auf dem sich oft schwarzer Rußtau ansiedelt. Erkennbar sind sie an den weißen, wollartigen Nestern und am glänzend klebrigen Belag auf Blättern und Boden darunter. Kübelpflanzen im Winterquartier sind besonders häufig betroffen, weil die trockene, warme Luft den Läusen zusagt.
Zwiebelfliege
Delia antiqua
Die Zwiebelfliege (Delia antiqua) legt ihre Eier an den Blattscheiden junger Zwiebelpflanzen ab, die Larven fressen sich anschließend in Zwiebel, Halsansatz und Wurzeln. Befallene Pflanzen zeigen welke, gelblich verfärbte Blattspitzen, wachsen kaum noch und lassen sich leicht aus dem Boden ziehen. In der Zwiebel selbst findest du weißliche Maden sowie eine faulige, oft übel riechende Konsistenz. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen und frisch gepflanzte Steckzwiebeln von Mai bis Juli, wenn die erste Fliegengeneration fliegt.