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Rheum rhabarbarum

Rhabarber

Volksnamen: Gemeiner Rhabarber

Rhabarber

Beschreibung

Rhabarber ist eine ausdauernde Staude, die jedes Frühjahr aus ihrem dicken Wurzelstock kräftige, säuerliche Blattstiele treibt. Die Stiele wandern in Kompott, Kuchen und Marmelade, nur die Blätter bleiben wegen ihres hohen Oxalsäuregehalts im Kompost. Einmal gepflanzt, trägt eine Pflanze über viele Jahre und braucht nur reichlich Platz und Nährstoffe.

Pflegehinweise

Setze die Rhizome im Herbst oder zeitigen Frühjahr an einen sonnigen, tiefgründig humosen Platz und gib jeder Pflanze rund einen Quadratmeter. Versorge sie jedes Frühjahr mit reifem Kompost und gieße in Trockenphasen großzügig. Ernte die Stiele durch Herausdrehen, höre Ende Juni (KW 26) auf und lass mindestens ein Drittel der Stiele stehen, damit sich die Pflanze erholt.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.5–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich, feucht

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfHoch

Rhabarber braucht tiefgründige, mittelschwere bis lehmige Böden mit hohem Humusgehalt und guter Wasserspeicherfähigkeit. Staunässe vermeidest du am besten, indem du schwere Böden mit Kompost und etwas Sand auflockerst und leichte Sandböden mit reichlich Laubhumus anreicherst — so wächst die kräftige Wurzel gut in die Tiefe.

Düngung

Starkzehrer

Monate

Mär, Apr, Jun

Im zeitigen Frühjahr, wenn die ersten Knospen treiben, verteilst du reifen Kompost und Hornspäne flach auf der Oberfläche — nicht eingraben, damit du die oberflächennahen Wurzeln nicht verletzt. Eine zweite organische Gabe (Kompost oder gut verrotteter Mist) direkt nach der letzten Ernte im Juni gibt der Pflanze Kraft für den Wiederaustrieb. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit und liefert beim Verrotten zusätzlich Nährstoffe.

Überwinterung

Rhabarber ist eine robuste Staude und überwintert im Beet ohne Schutz; das oberirdische Grün stirbt ab und treibt im Frühjahr neu aus, schneide altes Material erst vor dem Austrieb zurück, nicht schon im Herbst. Junge Pflanzen im ersten Standjahr deckst du locker mit Laub oder Reisig ab, und Kübel stellst du geschützt an eine Hauswand auf Holz und packst sie mit Vlies ein, weil die Wurzeln im Topf frostempfindlicher sind.

Vermehrung

Methoden

  • Teilung
  • Aussaat

Rhabarber vermehrst du am zuverlässigsten durch Wurzelteilung — das ist die empfohlene Methode, wenn du die Sorte sortenecht erhalten willst. Grabe den Wurzelstock im Herbst aus, sobald die Blätter zu vergilben beginnen (etwa Ende September bis Oktober), oder alternativ im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb (März). Teile ihn mit einem scharfen Spaten oder einer Grabegabel in etwa faustgroße Stücke; jedes Teilstück braucht mindestens eine kräftige Triebspitze (Knospe). Setze die Teilstücke an einem neuen Standort so, dass die Knospe knapp unter der Oberfläche bzw. auf Bodenniveau liegt — zu tief gepflanzt fault der Kron-Ansatz, zu hoch trocknet er aus. Halte reichlich Abstand zur Nachbarpflanze, denn Rhabarber wird groß und breit (etwa 80–100 cm, mindestens aber 50 cm). Im ersten Jahr nach der Teilung erntest du noch nichts, damit die Pflanze einwurzeln kann; ab dem zweiten Jahr kannst du behutsam die ersten Stangen nehmen.

Die Aussaat aus Samen ist eine zweite Option, etwa wenn du neue Sorten ausprobieren willst oder keine Mutterpflanze zur Hand hast. Säe im Februar/März in Anzuchttöpfe auf der hellen Fensterbank oder ab April bis Juni direkt ins Freiland. Bedecke die Samen mit etwa 0,5 bis 1 cm Erde (entgegen einer verbreiteten Behauptung ist Rhabarber kein klarer Lichtkeimer — die Quellen widersprechen sich, und die Saat keimt sicher leicht bedeckt). Die Keimtemperatur liegt bei etwa 18–20 °C, die Keimung dauert rund zwei bis drei Wochen. Beachte: Aus Samen gezogene Pflanzen weichen oft in Farbe, Wuchs und Geschmack von der Mutterpflanze ab, und bis zur ersten Ernte vergehen zwei bis drei Jahre. Stecklinge gelten bei Rhabarber als unzuverlässig und werden nicht empfohlen.

Mischkultur

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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