Phaseolus coccineus
Feuerbohne
Volksnamen: Prunkbohne, Käferbohne, Türkische Bohne
Foto: Public Domain · Quelle
Beschreibung
Die Feuerbohne besticht mit leuchtend roten Blüten, die Hummeln und Bienen magisch anziehen, und ist damit Zierde und Ernte zugleich. Ihre Samen sind groß und marmoriert, in Österreich als Käferbohne ein Salatklassiker. Sie verträgt etwas kühlere Lagen besser als die Gartenbohne und wird mehrjährig, wenn man die Knolle frostfrei überwintert.
Pflegehinweise
Stelle ein hohes, stabiles Rankgerüst auf und stecke die großen Samen ab Mitte Mai · KW 20 rund 4 cm tief an den Fuß der Stangen. Die Feuerbohne braucht mehr Wasser als andere Bohnen — gieße bei Trockenheit gründlich, sonst fallen die Blüten ab. Ernte die Hülsen jung als Gemüsebohne oder lass sie für die marmorierten Trockenbohnen voll ausreifen.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Lieber nicht
Krankheiten & Schädlinge
4 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Brennfleckenkrankheit der Bohne
Colletotrichum lindemuthianum
Die Brennfleckenkrankheit ist eine Pilzkrankheit an Busch-, Stangen- und Feuerbohnen, die vor allem die Hülsen entstellt. Typisch sind dunkelbraune bis schwarze, scharf umrandete und eingesunkene Flecken mit hellem Zentrum, aus denen bei Feuchtigkeit rosafarbene Sporenmasse quillt. Befallene Hülsen sind unverkäuflich, und der Pilz wandert ins Saatgut, das ihn ins nächste Jahr trägt.
Vorbeugen
Säe nur gesundes, geprüftes Saatgut und ziehe widerstandsfähige Sorten vor. Betritt die Beete nie bei Nässe, weil die Sporen über feuchtes Laub von Pflanze zu Pflanze gelangen. Räume nach der Ernte alle Pflanzenreste ab — nicht kompostieren — und halte eine drei- bis vierjährige Anbaupause für Bohnen auf der Fläche ein.
Bohnenrost
Uromyces appendiculatus
Bohnenrost ist eine Pilzkrankheit, die vor allem im Hochsommer an Busch-, Stangen- und Feuerbohnen auftritt. Charakteristisch sind rostbraune, pulvrige Sporenlager auf der Blattunterseite, umgeben von einem gelben Hof. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, was die Pflanze schwächt und den Hülsenansatz mindert.
Vorbeugen
Sorge mit weitem Pflanzabstand für luftige Bestände, die nach Tau und Regen schnell abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne erste befallene Blätter sofort und räume nach der Ernte alle Pflanzenreste ab — nicht kompostieren. Eine mehrjährige Anbaupause und rostärmere Sorten senken den Befallsdruck.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.
Vorbeugen
Halte die Luftfeuchte hoch — regelmäßiges Übersprühen und gutes Gießen stört die hitzeliebenden Milben spürbar — und lüfte das Gewächshaus gegen Hitzestau. Kontrolliere gefährdete Pflanzen früh mit der Lupe und setze bei Befall Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) als biologische Gegenspieler ein; befallene einzelne Blätter ausbrechen und entsorgen bremst die Ausbreitung.
Weißstängeligkeit (Sclerotinia-Fäule)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit, auch Sclerotinia-Fäule, ist eine breit wirtende Pilzkrankheit, die Salat, Bohnen und viele weitere Kulturen befällt. An der Stängelbasis entsteht eine wässrige, weiche Fäule mit watteartigem weißem Pilzbelag; darin bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien), die jahrelang im Boden überleben. Befallene Pflanzen welken plötzlich und fallen um.
Vorbeugen
Pflanze weit und luftig, damit die Bestände nach Regen rasch abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne kranke Pflanzen samt anhaftender Erde sofort und entsorge sie über den Hausmüll — die Sklerotien überdauern im Kompost. Halte eine mehrjährige Anbaupause und meide enge Fruchtfolgen mit anderen anfälligen Kulturen wie Bohne, Möhre oder Sellerie.
Sorten
3 Sorten‚Preisgewinner’
Die wohl bekannteste Feuerbohne im deutschsprachigen Raum und ein verlässlicher Klassiker für Zaun und Pergola. Über den ganzen Sommer leuchten die feuerroten Blüten, an denen sich Hummeln und Bienen tummeln, bevor die breiten, langen Hülsen folgen. Du erntest sie am besten jung und zart, dann sind sie wunderbar fleischig. Sie wächst kräftig bis zwei, drei Meter hoch und braucht eine stabile Rankhilfe.
Vollmundig und herzhaft, deutlich kräftiger als grüne Stangenbohnen, mit angenehmem Biss.
‚Scarlet Emperor’
Ein englischer Klassiker aus dem frühen 20. Jahrhundert, der auch in deutschen Gärten längst heimisch ist. Die intensiv scharlachroten Blüten machen ihn zu einer der schönsten Feuerbohnen überhaupt, fast schon eine Zierpflanze für sich. Die Hülsen werden lang und breit; ernte sie jung, solange sie zart sind, denn mit zunehmender Reife werden sie faserig. Robust, früh und über viele Wochen tragend, wenn du regelmäßig pflückst.
Kräftig und aromatisch im Geschmack, jung geerntet angenehm fleischig und ohne Härte.
‚Weiße Riesen’
Eine weißblühende Feuerbohne, die du sowohl jung als grüne Hülse als auch ausgereift als dicke weiße Trockenbohne nutzen kannst. Die hellen Blüten sind eine schöne Abwechslung zum klassischen Rot und locken ebenso fleißig Hummeln an. Lässt du die Hülsen bis zur Reife stehen, erntest du große, cremeweiße Kerne, die getrocknet hervorragend lagern und sich für deftige Eintöpfe eignen. Kräftiger Wuchs, stabile Rankhilfe ist Pflicht.
Die reifen Kerne sind mehlig-cremig und mild, im Eintopf wunderbar sämig und sättigend.
Erfahrungen aus echten Gärten
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