Phaseolus coccineus
Feuerbohne
Volksnamen: Prunkbohne, Käferbohne, Türkische Bohne
Foto: Public Domain · Quelle
Beschreibung
Die Feuerbohne besticht mit leuchtend roten Blüten, die Hummeln und Bienen magisch anziehen, und ist damit Zierde und Ernte zugleich. Ihre Samen sind groß und marmoriert, in Österreich als Käferbohne ein Salatklassiker. Sie verträgt etwas kühlere Lagen besser als die Gartenbohne und wird mehrjährig, wenn man die Knolle frostfrei überwintert.
Pflegehinweise
Stelle ein hohes, stabiles Rankgerüst auf und stecke die großen Samen ab Mitte Mai · KW 20 rund 4 cm tief an den Fuß der Stangen. Die Feuerbohne braucht mehr Wasser als andere Bohnen, gieße bei Trockenheit gründlich, sonst fallen die Blüten ab. Ernte die Hülsen jung als Gemüsebohne oder lass sie für die marmorierten Trockenbohnen voll ausreifen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich
Gib der Feuerbohne einen lockeren, humosen, gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe – auf schweren Lehmböden vor der Aussaat mit reifem Kompost auflockern. Sie stammt aus kühl-feuchten Berglagen und kommt mit schwereren Böden besser zurecht als die Buschbohne, sandige Böden halten ihr zu wenig Feuchtigkeit.
Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Frühjahr vor der Aussaat reifen Kompost flach ein – das ist die Grundversorgung. Als Hülsenfrucht bindet die Feuerbohne über ihre Wurzelknöllchen selbst Luftstickstoff, deshalb brauchst du keine zusätzliche Stickstoffgabe; zu viel Stickstoff fördert nur Laub statt Hülsen. In der Hauptwachstumszeit, etwa zur Blüte, kannst du bei magerem Boden mit etwas Kompost nachhelfen.
Überwinterung
Die Feuerbohne ist bei dir nicht winterhart — sie stirbt oberirdisch mit dem ersten Frost ab. Du kannst sie entweder als Einjährige behandeln und im Frühjahr neu aussäen, oder die fleischigen Wurzelknollen im Herbst ausgraben, das Kraut zurückschneiden und die Knollen kühl, dunkel und leicht feucht in Sand oder Erde lagern (wie Dahlien); ab Mitte April pflanzt du sie wieder aus, dann treiben sie früher aus.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Teilung
Die Feuerbohne vermehrst du im DACH-Hausgarten vor allem durch Aussaat – zusätzlich kannst du sie über ihre Speicherwurzeln vegetativ erhalten. Aussaat: Ab Mitte April auf der Fensterbank vorziehen – lege je ein Samenkorn etwa 3–5 cm tief in einen Topf mit Anzuchterde und stelle ihn warm (mindestens 15 °C). Wer die Keimung beschleunigen möchte, weicht die Samen 12–24 Stunden in lauwarmem Wasser ein, bevor er sie legt. Ab Mitte Mai – nach den Eisheiligen, wenn kein Frost mehr droht – kannst du direkt ins Freiland säen oder die vorgezogenen Pflanzen auspflanzen. Wähle einen sonnigen Standort mit aufgestellter Kletterhilfe (Stäbe, Obelisk, Zaun) und setze die Samen je 30–50 cm auseinander, Reihenabstand 80–100 cm. Bohnen keimen meist innerhalb von 7–14 Tagen. Eigene Saatgutgewinnung ist einfach: Lasse einzelne Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen und trocknen, dann löse die Samen heraus und bewahre sie trocken und dunkel bis zur nächsten Saison auf – so erhältst du sortenechten Nachwuchs. Vegetative Vermehrung über die Wurzel (Teilung/Überwinterung): Anders als die einjährige Gartenbohne bildet die Feuerbohne fleischige Speicherwurzeln, die du wie Dahlienknollen überwintern kannst. Schneide im Herbst, bevor der Boden friert, die Ranken etwa 20 cm über der Wurzel ab und grabe die Wurzel aus. Lagere sie in feuchtem Sand oder sandiger Erde kühl, dunkel und frostfrei (Keller), gelegentlich leicht feucht halten. Ab Mitte bis Ende April setzt du die Wurzel wieder aus – je eine pro Kletterstange – und deckst mit Mulch ab. Ältere, kräftige Wurzeln treiben besonders zahlreich aus und blühen früher als frisch ausgesäte Pflanzen; teilen lässt sich eine große Wurzel beim Wiedereinpflanzen. So bleibt eine bewährte Pflanze über Jahre erhalten.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.
Zum Beispiel KürbisEinlegegurkeButternutHokkaidoPatissonSpaghettikürbis und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauchRote ZwiebelSchalotte und 9 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Sorten
3 Sorten‚Preisgewinner‘
Die wohl bekannteste Feuerbohne im deutschsprachigen Raum und ein verlässlicher Klassiker für Zaun und Pergola.
‚Scarlet Emperor‘
Ein englischer Klassiker aus dem frühen 20.
‚Weiße Riesen‘
Eine weißblühende Feuerbohne, die du sowohl jung als grüne Hülse als auch ausgereift als dicke weiße Trockenbohne nutzen kannst.
Erfahrungen aus echten Gärten
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