Phaseolus vulgaris var. vulgaris
Stangenbohne
Volksnamen: Kletterbohne, Brechbohne
Kategorie-BildBeschreibung
Die Stangenbohne windet sich meterhoch an Stangen oder Schnüren empor und trägt von Juli bis zum Frost unermüdlich. Sie braucht mehr Platz und eine Rankhilfe als die Buschbohne, dafür erntest du über eine viel längere Zeit. Wie alle Bohnen sammelt sie Stickstoff im Boden und ist roh giftig — nur gekocht genießen.
Pflegehinweise
Stelle vor der Aussaat ein stabiles Stangengerüst oder ein Bohnen-Tipi auf und stecke ab Mitte Mai · KW 20 je vier bis sechs Korn an den Fuß jeder Stange. Leite die jungen Triebe anfangs gegen den Uhrzeigersinn an die Stütze. Gieße gleichmäßig und ernte die Hülsen jung und regelmäßig, damit die Pflanze weiter ansetzt.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
4 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Brennfleckenkrankheit der Bohne
Colletotrichum lindemuthianum
Die Brennfleckenkrankheit ist eine Pilzkrankheit an Busch-, Stangen- und Feuerbohnen, die vor allem die Hülsen entstellt. Typisch sind dunkelbraune bis schwarze, scharf umrandete und eingesunkene Flecken mit hellem Zentrum, aus denen bei Feuchtigkeit rosafarbene Sporenmasse quillt. Befallene Hülsen sind unverkäuflich, und der Pilz wandert ins Saatgut, das ihn ins nächste Jahr trägt.
Vorbeugen
Säe nur gesundes, geprüftes Saatgut und ziehe widerstandsfähige Sorten vor. Betritt die Beete nie bei Nässe, weil die Sporen über feuchtes Laub von Pflanze zu Pflanze gelangen. Räume nach der Ernte alle Pflanzenreste ab — nicht kompostieren — und halte eine drei- bis vierjährige Anbaupause für Bohnen auf der Fläche ein.
Bohnenrost
Uromyces appendiculatus
Bohnenrost ist eine Pilzkrankheit, die vor allem im Hochsommer an Busch-, Stangen- und Feuerbohnen auftritt. Charakteristisch sind rostbraune, pulvrige Sporenlager auf der Blattunterseite, umgeben von einem gelben Hof. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, was die Pflanze schwächt und den Hülsenansatz mindert.
Vorbeugen
Sorge mit weitem Pflanzabstand für luftige Bestände, die nach Tau und Regen schnell abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne erste befallene Blätter sofort und räume nach der Ernte alle Pflanzenreste ab — nicht kompostieren. Eine mehrjährige Anbaupause und rostärmere Sorten senken den Befallsdruck.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.
Vorbeugen
Halte die Luftfeuchte hoch — regelmäßiges Übersprühen und gutes Gießen stört die hitzeliebenden Milben spürbar — und lüfte das Gewächshaus gegen Hitzestau. Kontrolliere gefährdete Pflanzen früh mit der Lupe und setze bei Befall Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) als biologische Gegenspieler ein; befallene einzelne Blätter ausbrechen und entsorgen bremst die Ausbreitung.
Weißstängeligkeit (Sclerotinia-Fäule)
Sclerotinia sclerotiorum
Die Weißstängeligkeit, auch Sclerotinia-Fäule, ist eine breit wirtende Pilzkrankheit, die Salat, Bohnen und viele weitere Kulturen befällt. An der Stängelbasis entsteht eine wässrige, weiche Fäule mit watteartigem weißem Pilzbelag; darin bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien), die jahrelang im Boden überleben. Befallene Pflanzen welken plötzlich und fallen um.
Vorbeugen
Pflanze weit und luftig, damit die Bestände nach Regen rasch abtrocknen, und gieße morgens an die Wurzel statt über das Laub. Entferne kranke Pflanzen samt anhaftender Erde sofort und entsorge sie über den Hausmüll — die Sklerotien überdauern im Kompost. Halte eine mehrjährige Anbaupause und meide enge Fruchtfolgen mit anderen anfälligen Kulturen wie Bohne, Möhre oder Sellerie.
Sorten
6 Sorten‚Blauhilde’
Eine der dankbarsten Stangenbohnen für den Hausgarten: Die violetten, runden Hülsen leuchten weithin sichtbar im Laub, sodass du beim Pflücken nichts übersiehst. Beim Kochen schlägt die Farbe ins Grüne um. Die langen, fadenlosen Hülsen wachsen zuverlässig und über viele Wochen nach, wenn du regelmäßig erntest. Robust und virustolerant, verzeiht sie auch Anfängerfehler.
Zart und fleischig, kräftig im Bohnengeschmack, angenehm ohne jede Härte.
‚Borlotto Lingua di Fuoco’
Eine italienische Borlotto-Bohne, die du vor allem als Trocken- und Kernbohne ziehst. Die cremefarbenen Hülsen sind feuerrot geflammt — daher der Name „Feuerzunge" — und die Kerne tragen dasselbe Muster. Lässt du die Hülsen ausreifen, erntest du marmorierte Bohnen für Eintöpfe, Suppen und Salate. Jung gepflückt lassen sich auch die noch zarten Hülsen mitkochen.
Die ausgereiften Kerne kochen weich und mehlig auf, mit vollem, nussigem Geschmack — ideal für herzhafte Eintöpfe.
‚Cobra’
Eine ertragsstarke grüne Stangenbohne, die früh anfängt und lange durchhält. Die langen, runden, dunkelgrünen Hülsen wachsen gerade und fadenlos und setzen oben wie unten an der Stange gleichmäßig an. Dank ihrer schönen, violetten Blüten ist sie auch eine Zierde am Bohnengerüst. Robust und zuverlässig, gibt sie über Wochen reiche Ernten.
Knackig und zart, mild im Geschmack — eine unkomplizierte grüne Bohne für jeden Tag.
‚Fortex’
Eine Filet- bzw. Prinzessbohne, die du auch sehr lang ernten kannst, ohne dass die Hülsen fädig oder zäh werden. Die dünnen, dunkelgrünen Hülsen erreichen mühelos 20 bis 25 Zentimeter und bleiben dabei zart und feinporig. Wer feine Bohnen mag, lässt sie ruhig etwas größer werden. Sie trägt früh, reich und virustolerant über viele Wochen.
Außergewöhnlich zart und feinporig, mit vollem, fast süßlichem Aroma — eine Bohne für Feinschmecker.
‚Neckargold’
Die Wachsbohne unter den Klassikern: Ihre leuchtend gelben, leicht gebogenen Hülsen sind im grünen Laub gut zu finden und besonders dekorativ auf dem Teller. Das Fleisch ist zart und fadenlos, der Geschmack eine Spur milder und runder als bei grünen Bohnen. Sie trägt reich und ist eine schöne Ergänzung neben grünen und blauen Sorten am selben Gerüst.
Buttrig-zart und mild, mit feiner Würze — die goldgelben Hülsen sind auch optisch ein Hingucker.
‚Neckarkönigin’
Ein bewährter Klassiker, der seit den 1960er-Jahren in vielen Gärten steht. Die langen, schlanken, grünen Hülsen hängen büschelweise und bleiben auch bei etwas Größe noch zart und fadenlos. Sie trägt reich und über eine lange Erntezeit, wenn du sie laufend abpflückst. Ein verlässlicher Allrounder für die warme Küche und zum Einkochen.
Saftig und mild, mit feinem Bohnenaroma — der gewohnte, runde Geschmack der Sommerküche.
Erfahrungen aus echten Gärten
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