Phaseolus vulgaris var. vulgaris
Stangenbohne
Volksnamen: Kletterbohne, Brechbohne
Foto: Rasbak · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Stangenbohne windet sich meterhoch an Stangen oder Schnüren empor und trägt von Juli bis zum Frost unermüdlich. Sie braucht mehr Platz und eine Rankhilfe als die Buschbohne, dafür erntest du über eine viel längere Zeit. Wie alle Bohnen sammelt sie Stickstoff im Boden und ist roh giftig, nur gekocht genießen.
Pflegehinweise
Stelle vor der Aussaat ein stabiles Stangengerüst oder ein Bohnen-Tipi auf und stecke ab Mitte Mai · KW 20 je vier bis sechs Korn an den Fuß jeder Stange. Leite die jungen Triebe anfangs gegen den Uhrzeigersinn an die Stütze. Gieße gleichmäßig und ernte die Hülsen jung und regelmäßig, damit die Pflanze weiter ansetzt.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Stangenbohnen brauchen einen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, idealerweise lehmig-sandig mit guter Durchlässigkeit — Staunässe und verdichtete Böden verträgt die Bohne nicht. Lockere den Boden vor der Aussaat tief und arbeite reifen Kompost ein; der pH-Wert sollte leicht sauer bis neutral (6,0–7,0) liegen.
Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Apr–Mai
Arbeite vor der Aussaat im Frühjahr reifen Kompost flach in den Boden ein — das reicht als Grundversorgung. Eine zusätzliche Stickstoffgabe ist nicht nötig und sogar kontraproduktiv, da die Bohne über Knöllchenbakterien selbst Luftstickstoff bindet; nur bei sichtbarem Mangel zur Blüte mit etwas reifem Kompost oder Brennnesseljauche nachhelfen. Auf frischen Stallmist verzichten.
Überwinterung
Stangenbohnen sind einjährig und sterben beim ersten Frost ab — überwintern lässt sich nichts. Lass für Saatgut einige Hülsen an der Pflanze ausreifen, bis sie braun und trocken sind, löse die Samen aus und lagere sie trocken, kühl und dunkel bis zur Neuaussaat nach den Eisheiligen.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Stangenbohnen vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — vegetative Methoden scheiden bei dieser einjährigen Pflanze aus. Säe ins Freiland erst ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, sobald die Bodentemperatur dauerhaft über 10 °C liegt; ideal sind etwa 18–20 °C. Bei zu kühlem Boden keimen die Samen schlecht oder faulen. Stecke vier bis sechs Samen rund um jede Kletterstange, etwa 2–3 cm tief — nicht tiefer, sonst tun sich die Keimlinge schwer. Den Abstand zwischen den Stangengruppen hältst du bei etwa 50 cm. Möchtest du eigenes Saatgut gewinnen, wähle samenfeste Sorten (keine F1-Hybriden, die vererben ihre Eigenschaften nicht stabil weiter). Bohnen sind Selbstbestäuber, deshalb bleibt die Sorte zuverlässig erhalten. Lass dafür einzelne Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen, bis sie braun, trocken und raschelig sind. Dann löst du die Bohnen aus den Hülsen, lässt sie nachtrocknen und lagerst sie kühl und trocken — so bleibt das Saatgut mehrere Jahre keimfähig.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel WeißkohlRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohlPalmkohl und 33 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 18 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.
Zum Beispiel KürbisEinlegegurkeButternutHokkaidoPatissonSpaghettikürbis und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRote ZwiebelSchalotteWinterzwiebelEtagenzwiebel und 6 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Sorten
6 Sorten‚Blauhilde‘
Eine der dankbarsten Stangenbohnen für den Hausgarten: Die violetten, runden Hülsen leuchten weithin sichtbar im Laub…
‚Borlotto Lingua di Fuoco‘
Eine italienische Borlotto-Bohne, die du vor allem als Trocken- und Kernbohne ziehst.
‚Cobra‘
Eine ertragsstarke grüne Stangenbohne, die früh anfängt und lange durchhält.
‚Fortex‘
Eine Filet- bzw. Prinzessbohne, die du auch sehr lang ernten kannst, ohne dass die Hülsen fädig oder zäh werden.
‚Neckargold‘
Die Wachsbohne unter den Klassikern: Ihre leuchtend gelben, leicht gebogenen Hülsen sind im grünen Laub gut zu finden und besonders dekorativ auf dem Teller.
‚Neckarkönigin‘
Ein bewährter Klassiker, der seit den 1960er-Jahren in vielen Gärten steht.
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Aus dem Magazin
Stangenbohnen: Rankhilfe, Sorten und die Ernte, die nicht ausgeht
Stangenbohnen nutzen den Luftraum, den sonst niemand bespielt. Wie du ein stabiles Bohnenzelt baust, warum Bohnen immer linksherum klettern und wie regelmäßiges Pflücken die Ernte über Wochen am Laufen hält.
Bohnen-Vielfalt: Busch, Stange, Feuer, Dicke und Lima im Überblick
Fünf Bohnentypen, fünf Rollen im Garten und in der Küche. Welche Bohne wann in die Erde kommt, welche klettert, warum sie den Boden düngen und warum du keine roh essen darfst.
