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Phaseolus vulgaris var. vulgaris

Stangenbohne

Volksnamen: Kletterbohne, Brechbohne

Stangenbohne

Beschreibung

Die Stangenbohne windet sich meterhoch an Stangen oder Schnüren empor und trägt von Juli bis zum Frost unermüdlich. Sie braucht mehr Platz und eine Rankhilfe als die Buschbohne, dafür erntest du über eine viel längere Zeit. Wie alle Bohnen sammelt sie Stickstoff im Boden und ist roh giftig, nur gekocht genießen.

Pflegehinweise

Stelle vor der Aussaat ein stabiles Stangengerüst oder ein Bohnen-Tipi auf und stecke ab Mitte Mai · KW 20 je vier bis sechs Korn an den Fuß jeder Stange. Leite die jungen Triebe anfangs gegen den Uhrzeigersinn an die Stütze. Gieße gleichmäßig und ernte die Hülsen jung und regelmäßig, damit die Pflanze weiter ansetzt.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeHülsenfrüchte
WasserbedarfMittel

Stangenbohnen brauchen einen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, idealerweise lehmig-sandig mit guter Durchlässigkeit — Staunässe und verdichtete Böden verträgt die Bohne nicht. Lockere den Boden vor der Aussaat tief und arbeite reifen Kompost ein; der pH-Wert sollte leicht sauer bis neutral (6,0–7,0) liegen.

Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Apr–Mai

Arbeite vor der Aussaat im Frühjahr reifen Kompost flach in den Boden ein — das reicht als Grundversorgung. Eine zusätzliche Stickstoffgabe ist nicht nötig und sogar kontraproduktiv, da die Bohne über Knöllchenbakterien selbst Luftstickstoff bindet; nur bei sichtbarem Mangel zur Blüte mit etwas reifem Kompost oder Brennnesseljauche nachhelfen. Auf frischen Stallmist verzichten.

Überwinterung

Stangenbohnen sind einjährig und sterben beim ersten Frost ab — überwintern lässt sich nichts. Lass für Saatgut einige Hülsen an der Pflanze ausreifen, bis sie braun und trocken sind, löse die Samen aus und lagere sie trocken, kühl und dunkel bis zur Neuaussaat nach den Eisheiligen.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Stangenbohnen vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — vegetative Methoden scheiden bei dieser einjährigen Pflanze aus. Säe ins Freiland erst ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, sobald die Bodentemperatur dauerhaft über 10 °C liegt; ideal sind etwa 18–20 °C. Bei zu kühlem Boden keimen die Samen schlecht oder faulen. Stecke vier bis sechs Samen rund um jede Kletterstange, etwa 2–3 cm tief — nicht tiefer, sonst tun sich die Keimlinge schwer. Den Abstand zwischen den Stangengruppen hältst du bei etwa 50 cm. Möchtest du eigenes Saatgut gewinnen, wähle samenfeste Sorten (keine F1-Hybriden, die vererben ihre Eigenschaften nicht stabil weiter). Bohnen sind Selbstbestäuber, deshalb bleibt die Sorte zuverlässig erhalten. Lass dafür einzelne Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen, bis sie braun, trocken und raschelig sind. Dann löst du die Bohnen aus den Hülsen, lässt sie nachtrocknen und lagerst sie kühl und trocken — so bleibt das Saatgut mehrere Jahre keimfähig.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Kreuzblütler (Brassicaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel WeißkohlRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohlPalmkohl und 33 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 18 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.

Zum Beispiel KürbisEinlegegurkeButternutHokkaidoPatissonSpaghettikürbis und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

besonders bewährt

Lauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.

Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRote ZwiebelSchalotteWinterzwiebelEtagenzwiebel und 6 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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