Zum Inhalt springen

Mespilus germanica

Mispel

Volksnamen: Echte Mispel, Deutsche Mispel

Mispel

Beschreibung

Die Mispel ist ein fast vergessener Obstbaum mit malerischem Wuchs und großen weißen Blüten im Mai. Ihre apfelartigen Früchte werden erst nach dem ersten Frost und einer Lagerzeit weich und süß-würzig, diesen Vorgang nennt man Teigreife. Eine einzelne Pflanze trägt bereits, denn die Mispel ist selbstfruchtbar.

Pflegehinweise

Pflanze die Mispel an einen sonnigen, geschützten Platz in durchlässigen Boden, am besten im Herbst (Oktober · KW 42). Ernte die Früchte spät, Ende Oktober bis November, und lagere sie kühl, bis sie weich und braun werden. Schneide nur sparsam, der Baum baut seine schöne Krone von selbst auf.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.88.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Gib der Mispel einen tiefgründigen, frisch-feuchten Lehmboden mit guter Drainage - Staunässe verträgt sie nicht. Sie wächst auf fast allen Böden im pH-Bereich von etwa 6 bis knapp 8 und kommt mit kalkhaltigem Boden gut zurecht; nur auf sehr hohem pH (reiner Kalk- oder Schotterboden) kann es zu Chlorose kommen. Auf sandigem Boden hilft eine großzügige Kompostgabe beim Pflanzen.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Mär, Apr, Jun

Bring im Frühjahr (März/April) reifen Kompost auf die Baumscheibe und arbeite ihn flach ein; bei Jungpflanzen kannst du Hornspäne als organischen Langzeitdünger untermischen. Eine zweite leichte Kompostgabe im Frühsommer ist möglich, aber nicht nötig. Etablierte Bäume kommen meist mit der Frühjahrsgabe aus.

Schnitt

MonateFeb–Mär
SaisonSpätwinter
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide die Mispel im Spätwinter (Februar–März, ca. KW 6–13) in der Saftruhe vor dem Knospenaufbruch — nur einen schonenden Erhaltungsschnitt: totes, krankes und nach innen wachsendes Holz raus. Geh sparsam vor, denn die Blüten sitzen an den Spitzen der Kurztriebe, und ein zu starker Rückschnitt kostet dich die Ernte im Folgejahr.

Überwinterung

Ausgewachsen ist die Mispel vollständig winterhart und braucht keinen Schutz. Nur junge Bäume in den ersten zwei, drei Standjahren deckst du im Wurzelbereich mit Laub oder Reisig ab und wickelst den Stamm mit Jute gegen Frosttrocknis und Frostrisse; Kübelpflanzen stellst du geschützt und umhüllst den Topf mit Vlies.

Vermehrung

Methoden

  • Veredelung
  • Stecklinge
  • Absenker
  • Aussaat

Veredelung (Hauptmethode für sortenechte Pflanzen): Schneide im Winter reife Edelreiser und lagere sie kühl und feucht bis zum Veredeln im März/April. Als Unterlage eignen sich Quitte (kompakter, weit verbreitet, auch für Birne genutzt), Weißdorn (langlebig, in Europa wild verbreitet, aber Wildtriebe beachten) oder Birnenunterlage. Beim Weißdorn solltest du möglichst tief veredeln, damit weniger Wildtriebe austreiben. Weil Mispel größere Wunden schlecht überwächst, bevorzuge kleinwundige Techniken: im Sommer (August) Okulation oder Chip-Veredlung, im Frühjahr Kopulation oder Anplatten. Verbinde die Veredelungsstelle luftdicht und schütze sie vor Austrocknung.

Stecklinge (schwierig, aber möglich): Schneide im Frühsommer halbholzige Triebe von etwa 10–15 cm Länge. Entferne die unteren Blätter, lasse oben ein Blattpaar stehen und stecke die schräg angeschnittenen Stecklinge in Anzuchterde oder ein Sand-Erde-Gemisch. Halte das Substrat gleichmäßig feucht und stelle die Stecklinge hell, aber ohne direkte Sonne. Die Bewurzelung dauert mehrere Wochen und gelingt erfahrungsgemäß nur mit niedriger Erfolgsquote — rechne mit Ausfällen.

Absenker: Biege im Herbst oder Frühjahr einen jungen, biegsamen Trieb zum Boden, verletze ihn leicht an der Biegestelle und bedecke diesen Abschnitt mit Erde. Beschwere ihn mit einem Stein. Nach etwa zwei Vegetationsperioden (rund 18 Monate) ist er in der Regel gut bewurzelt und kann vom Mutterstrauch abgetrennt und umgepflanzt werden.

Aussaat (nur für Unterlagen, sehr langsam): Entnimm die Kerne aus reifen, teigigen Früchten im Herbst. Die Samen haben eine sehr harte, undurchlässige Schale und keimen oft erst nach zwei Wintern. Stratifiziere sie mehrere Monate kalt (1–5 °C, z. B. im Kühlschrank in feuchtem Sand) — manche Kerne keimen erst nach einem zweiten Kältedurchgang, gib die Schale also nicht zu früh auf. Tipp: Erntest du die Kerne grün (reif, aber bevor die Schale ausgetrocknet ist) und säst sie sofort in ein kaltes Frühbeet, verkürzt das die Keimzeit. Für den Sortenerhalt ist die Aussaat ungeeignet, da die Nachkommen genetisch variabel sind.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Für angemeldete Gärtner

Melde dich an, um Symptome, Schweregrad, Saison und Vorbeugung für all deine Pflanzen zu sehen.

Anmelden

Kostenloses Konto, in 30 Sekunden eingerichtet.

Erfahrungen aus echten Gärten

Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.

Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.

Wenn du eigene Notizen anlegen willst, melde dich an oder leg ein Konto an.