Allium sativum
Knoblauch
Volksnamen: Knofel
Foto: Ivar Leidus · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Knoblauch ist robust, winterhart und ein natürlicher Gesundheitspolizist im Beet, sein Geruch hält Schädlinge von Möhre und Erdbeere fern. Im Herbst gesteckt liefert er die kräftigsten Knollen.
Pflegehinweise
Stecke einzelne Zehen mit der Spitze nach oben am besten im Oktober, damit sie über den Winter Wurzeln bilden, oder zeitig ab Februar. Knoblauch braucht einen sonnigen, durchlässigen Boden und wenig Wasser; geerntet wird, wenn das Laub zu zwei Dritteln vergilbt ist.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig
Knoblauch will lockeren, humosen und gut durchlässigen Boden — ideal ist sandiger Lehm oder lehmiger Sand, der Wasser speichert, aber zügig ableitet. Schwere, verdichtete Böden vor dem Pflanzen tief lockern und mit reifem Kompost verbessern; Staunässe lässt die Zehen faulen und ist unbedingt zu vermeiden.
Lauchgewächse (Zwiebel, Knoblauch, Lauch) mittelzehrend — 4 Jahre Pause beugt Zwiebelfäule und Lauchmotte vor; gute Nachbarn für Möhren.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär, Apr, Okt
Bei der Herbstpflanzung im Oktober reifen Kompost flach in den Boden einarbeiten, damit die Wurzeln gut anwachsen. Im Frühjahr mit Vegetationsbeginn (März/April) organischen Stickstoff nachgeben — Hornspäne oder selbst angesetzte Brennnesseljauche eignen sich gut. Ab etwa Juni keinen Stickstoff mehr geben: sonst wächst das Laub auf Kosten der Knolle und die Lagerfähigkeit leidet.
Überwinterung
Knoblauch überwintert direkt im Beet: Die Zehen bleiben nach der Herbstpflanzung (September bis Oktober) im Boden und treiben im Frühjahr von selbst aus — eine dünne Schicht Stroh oder Laub schützt vor Frost-Tau-Wechseln, ist aber kein zwingender Überlebensschutz. Achte auf durchlässigen Boden gegen Staunässe; im Kübel stellst du das Gefäß nah an eine Hauswand und wickelst es zum Schutz vor dem Durchfrieren in Vlies.
Vermehrung
Methoden
- Kindel
Knoblauch vermehrst du ausschließlich vegetativ – echte keimfähige Samen bilden Kultursorten so gut wie nie. Die wichtigste Methode: Kurz vor dem Stecken löst du die Zehen einzeln aus einer reifen, gesunden Knolle und bewahrst die papierartige Hülle dabei so weit wie möglich. Ideal steckst du sie von Ende September bis November mit der Spitze nach oben etwa 5–10 cm tief in lockere, gut durchlässige Erde, Reihenabstand 30 cm, Abstand in der Reihe 15–20 cm. Herbstpflanzung liefert durch die längere Standdauer im Frühjahr deutlich größere Knollen als Frühjahrspflanzung (März/April). Als zweite Methode nutzt du Bulbillen (Luftzwiebeln): Schossende Sorten bilden im Sommer an den Schäften kleine Brutzwiebeln in zylindrischen Hüllen. Du erntest sie ab September, wenn die Blätter der Mutterpflanze einziehen, und lagerst sie schattig und trocken bis zum nächsten Frühjahr. Dann steckst du sie 1–2 cm tief mit 15–20 cm Abstand. Im ersten Jahr entstehen kleine Rundlinge (einzehige Knöllchen), die du im Herbst ausgräbst, trocken lagerst und im folgenden Herbst wie normale Zehen wieder steckst – erst dann erhältst du vollwertige, gut entwickelte Knollen. Der Vorteil dieser zweijährigen Methode: Du kannst Sorten verjüngen und vermehrst ohne Virus-Akkumulation, die sich über Generationen aufbaut.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Doldenblütler (Apiaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel DillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKorianderStangensellerie und 16 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel InkarnatkleeRotkleeWeißkleeLupineBlauregenZottelwicke und 18 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Zwiebeln bremsen neben Kartoffeln und Tomaten das Wachstum der Nachtschattengewächse, die klassische Fruchtfolge-Regel gilt auch im Beet nebeneinander.
Zum Beispiel KartoffelTomatePaprikaAubergineCocktailtomateAndenbeere und 9 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Für angemeldete Gärtner
Melde dich an, um Symptome, Schweregrad, Saison und Vorbeugung für all deine Pflanzen zu sehen.
Kostenloses Konto, in 30 Sekunden eingerichtet.
Sorten
4 Sorten‚Germidour‘
*‚Germidour’* ist ein violett-gestreifter Softneck-Knoblauch aus Frankreich, der sich besonders gut für den Herbstanbau in milderen Lagen eignet.
‚Messidrome‘
*‚Messidrome’* ist ein bewährter weißer Herbst-Knoblauch aus Frankreich mit großen, festen Zwiebeln und einem kräftigen, klassischen Knoblaucharoma.
‚Sprint‘
*‚Sprint’* ist ein winterharter Herbst-Knoblauch, der für den Anbau im DACH-Klima gezüchtet wurde und mit kühlen Wintern gut zurechtkommt.
‚Thermidrome‘
*‚Thermidrome’* ist ein französischer Herbst-Knoblauch (Hardneck) mit großen, weißhäutigen Zwiebeln und meist sieben bis neun kräftigen Zehen.
Erfahrungen aus echten Gärten
Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.
Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.
Aus dem Magazin
Bärlauch sicher sammeln: Die drei Doppelgänger sicher erkennen
Bärlauch sammeln ist einfach, solange du seine giftigen Doppelgänger kennst. So unterscheidest du ihn sicher von Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab und sammelst hygienisch.
Knoblauch im Herbst stecken: der Trick mit dem Kältereiz
Knoblauch braucht den Winter, um sich in große Zehen zu teilen. Deshalb steckt man ihn im Oktober, nicht im Frühjahr. So wählst du das richtige Pflanzgut, steckst die Zehen richtig herum und erntest im Juli eine ganze Knolle aus jeder einzelnen Zehe.
Wildkräuterküche im Frühling: neun essbare Kräuter vor der Haustür
Löwenzahn, Brennnessel, Bärlauch und sechs weitere Wildkräuter wachsen im Frühling direkt vor der Tür. So erntest du sie jung und mild, erkennst die giftigen Verwechsler und weißt, wo du besser nicht sammelst.
