Sorbus torminalis
Elsbeere
Volksnamen: Wilder Sperberbaum, Atlasbeere
Foto: Andrew Dunn · CC BY-SA 2.0 · Quelle
Beschreibung
Die Elsbeere ist ein heimischer Wildobstbaum mit prächtiger Herbstfärbung und kleinen, braungefleckten Früchten, die überreif einen marzipanartigen Geschmack entwickeln. Ihr Holz zählt zu den wertvollsten Europas. Als Baum des Jahres 2011 ist sie ökologisch wertvoll und ein echtes Liebhaberobst.
Pflegehinweise
Setze die Elsbeere an einen vollsonnigen, warmen Standort mit durchlässigem, kalkhaltigem Boden, sie kommt mit Trockenheit und Hitze sehr gut zurecht. Gieße nur junge Bäume in den ersten Jahren. Schneide sie kaum, lediglich zur Kronenerziehung im Winter. Ernte die Früchte im September und Oktober und lasse sie teigig nachreifen. Wie der Speierling braucht auch die Elsbeere Geduld, bis sie reich trägt.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, kalkliebend, trocken
Die Elsbeere will einen tiefgründigen, durchlässigen Boden mit hoher Basensättigung — ideal ist humoser Lehm oder lehmiger Schluff, gern kalkhaltig und eher trocken. Staunässe und schwere, nasse Tonböden verträgt sie nicht; steinige oder kiesige Beimischungen sind dagegen kein Problem.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Bei Jungbäumen im Frühjahr (März/April) etwas reifen Kompost flach rund um die Baumscheibe einarbeiten oder als Mulch auflegen. Etablierte Bäume brauchst du in der Regel gar nicht zu düngen — die Elsbeere ist ein Schwachzehrer und kommt auf eher mageren, basenreichen Böden gut zurecht. Nur bei sichtbarem Kümmerwuchs hilft im Frühjahr etwas Kompost mit Hornspänen.
Schnitt
Die Elsbeere braucht kaum Schnitt: Lichte im Spätwinter (Februar–März, nach der Hauptfrostperiode, vor dem Austrieb) nur zu dichte, sich kreuzende oder kranke Äste aus, um die natürliche runde Krone hell zu halten. Sie ist gut schnittverträglich und neigt nicht zu Wassertrieben – ein sanfter, seltener Eingriff genügt.
Überwinterung
Die Elsbeere ist ein heimischer, voll winterharter Laubbaum und übersteht den DACH-Tiefland-Winter ohne Schutz. Nur Jungpflanzen im ersten Standjahr kannst du locker mit Reisig oder Jute um den Stammbereich schützen, bis sie gut eingewurzelt sind.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Veredelung
- Absenker
Die Elsbeere lässt sich am zuverlässigsten durch Aussaat vermehren, erfordert aber Geduld: Sammle die vollreifen Früchte im Oktober, entnimm die Kerne und stratifiziere sie. Bewährt hat sich eine kurze warme Phase von etwa 2–4 Wochen bei Zimmertemperatur, gefolgt von mindestens 14–16 Wochen kalt im Kühlschrank bei 3–5 °C. Säe die vorbehandelten Samen ab März in Töpfe oder direkt im Herbst ins Freilandbeet und decke sie etwa fingerbreit mit Erde ab — die Keimung erfolgt oft erst im zweiten Frühjahr. Die Sämlinge wachsen anfangs sehr langsam, weil sie zuerst ein kräftiges Wurzelwerk aufbauen. Beachte, dass Sämlinge durch Fremdbestäubung vom Muttergehölz abweichen können.
Für sortenecht vermehrte Auslesen (z. B. ausgewählte Fruchtformen) ist die Veredelung die Methode der Wahl: Schneide im späten Winter Reiser von der gewünschten Mutterpflanze und veredle sie auf Unterlagen aus Vogelbeere (Sorbus aucuparia) — das ist die in der Baumschule übliche Unterlage. Die Kopulation eignet sich am besten für den Winter (Dezember/Januar), die Okulation für den Sommer, wenn sich die Rinde der Unterlage gut löst. Verbinde die Veredelungsstelle luftdicht und halte die Pflanze bis zum Anwachsen feucht-warm.
Als dritte, eher selten genutzte Möglichkeit kannst du im Sommer junge, biegsame Triebe als Absenker zu Boden biegen, mit einem Holzhaken fixieren, die Kontaktstelle leicht einritzen und mit Erde bedecken. Nach einem Jahr, wenn die Absenker eigene Wurzeln gebildet haben, trennst du sie vom Muttergehölz und topfst sie ein. Stecklinge bewurzeln bei der Elsbeere kaum und sind ohne Labor-Vermehrung nicht praktikabel.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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