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Symphytum officinale

Echter Beinwell

Volksnamen: Wallwurz, Beinwurz

Echter Beinwell

Beschreibung

Der Echte Beinwell ist die Kraftpflanze im Permakultur-Garten: seine tiefen Pfahlwurzeln holen Kalium und Nährstoffe aus dem Untergrund, die Blätter werden zu hochwertiger Jauche und Mulch. Im Frühsommer öffnen sich glockige Blüten, die Hummeln lieben.

Pflegehinweise

Pflanze ihn an einen feuchten, halbschattigen Platz, idealerweise dorthin, wo er bleiben darf, die Wurzeln treiben aus jedem Stück wieder aus. Gieße in Trockenphasen reichlich. Schneide das Laub drei- bis viermal pro Saison bodennah ab und nutze es als Flächenkompost oder für eine kaliumreiche Pflanzenjauche.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, feucht, nährstoffreich

LichtHalbschatten
Sonnenstundenmind. 3 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfHoch

Beinwell will tiefgründigen, frischen bis feuchten Boden mit hohem Humusanteil — lehmig-schwere Standorte wie an einer Auenwiese sind ideal, dauerhaft trockener Sand überfordert ihn. Als Tiefwurzler erschließt er Nährstoffe aus tieferen Schichten selbst und eignet sich gut zur Unterpflanzung unter Bäumen wie Erlen oder Weiden.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Apr

Im Frühjahr zum Austrieb eine dünne Schicht reifen Kompost flach um die Pflanze einarbeiten — das reicht für die ganze Saison. Auf nährstoffreichem, feuchtem Boden brauchst du sonst nicht zu düngen, weil Beinwell als Tiefwurzler Nährstoffe selbst hochholt. Nur auf magerem, sandigem Boden kannst du im Frühjahr ergänzend etwas Hornspäne flach einarbeiten.

Überwinterung

Beinwell ist eine winterharte Staude und übersteht den Winter im DACH-Tiefland problemlos ohne Schutz. Schneide im Herbst die abgestorbenen Triebe bodennah zurück — die kräftige Wurzel treibt im Frühjahr zuverlässig wieder aus.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat
  • Stecklinge
  • Teilung

Beinwell lässt sich am zuverlässigsten und einfachsten über Wurzelstecklinge oder Wurzelteilung vermehren — beides gelingt im Frühjahr (März/April) oder Herbst (Oktober/November). Die Pflanze regeneriert kräftig aus jedem Wurzelstück, deshalb sind die vegetativen Methoden klar zu bevorzugen.

Wurzelstecklinge (empfohlen): Grabe eine etablierte Pflanze an, entnimm einzelne Seitenwurzeln und schneide sie in daumendicke, 3–6 cm lange Stücke, die jeweils mindestens eine sichtbare Knospe tragen. Pflanze die Stücke waagerecht etwa 5–8 cm tief ein, halte einen Abstand von 15–20 cm ein und halte die Erde gleichmäßig feucht. Neue Triebe erscheinen nach 3–6 Wochen.

Teilung: Hebe den Wurzelstock mit der Grabegabel aus und teile ihn mit einem scharfen Spaten in mehrere Abschnitte — jeder Abschnitt braucht Wurzelmasse und mindestens eine Knospe. Pflanze die Teilstücke sofort an ihren neuen Standort (Pflanzabstand ca. 40–50 cm) und wässere gut an. Kronenteilungen treiben oft schon nach rund 10 Tagen aus.

Aussaat (möglich, aber unzuverlässig): Echter Beinwell (S. officinale) kann fertile Samen bilden — anders als sterile Kultursorten wie ‚Bocking 14'. Allerdings setzt die Art nur sparsam Samen an, deshalb ist die Aussaat die unsicherste Methode. Säe im März auf der Fensterbank vor oder im Herbst direkt ins Freiland. Wichtig: Beinwell ist ein Lichtkeimer — drücke die Samen nur an und bedecke sie höchstens hauchdünn mit Erde, säe sie keinesfalls 1–2 cm tief. Erde feucht halten; Keimung nach etwa 2–3 Wochen. Jungpflanzen ab Mai ins Freiland mit ca. 50 cm Abstand setzen. Beinwell bildet einen tiefreichenden Wurzelstock und lässt sich ungern umpflanzen — eine Direktaussaat am endgültigen Standort ist der Vorkultur vorzuziehen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Borretsch lockt Bestäuber an und soll den Tomatenschwärmer von den Nachtschattengewächsen fernhalten.

Zum Beispiel KartoffelPaprikaAubergineCocktailtomateAndenbeereChili und 8 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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