Der September ist der sanfte Übergang. Noch ist es tagsüber warm, doch die Nächte werden kühl, und der Tau bleibt morgens länger liegen. Für den Garten heißt das: einbringen, was der Sommer aufgebaut hat, und zugleich den Grundstein legen für das Farbenspiel des nächsten Frühlings. Kein anderer Monat blickt so gleichzeitig zurück und nach vorn.
Der September umfasst grob KW 36 bis 40.
Obst ernten und richtig lagern
Jetzt sind die meisten Apfel- und Birnensorten reif, dazu Zwetschgen, Trauben und Quitten. Ob ein Apfel pflückreif ist, verrät die Kippprobe: Heb die Frucht leicht an und dreh sie. Löst sie sich mit dem Stiel bereitwillig, kann sie ab.
Kürbis ernten, wenn er hohl klingt
Der Kürbis ist das Sinnbild des Herbstes. Reif ist er, wenn der Stiel verkorkt und trocken ist und die Frucht beim Klopfen hohl klingt.
Ernte vor dem ersten Frost, denn angefrorene Kürbisse faulen im Lager. Schneide ihn mit einem Stück Stiel ab, das dient als natürlicher Verschluss. Danach härtet er an einem warmen, luftigen Ort ein bis zwei Wochen nach. So verschließt sich die Schale, und der Kürbis hält den ganzen Winter.
Der September erntet mit der einen Hand und pflanzt mit der anderen. Genau das macht ihn zum Scharnier des Gartenjahres.
Blumenzwiebeln für den Frühling setzen
Wer im März Farbe will, legt jetzt vor. Tulpen, Narzissen und Krokusse kommen im September und Oktober in die Erde, solange der Boden noch warm genug zum Einwurzeln ist.
Die Faustregel für die Pflanztiefe: etwa doppelt bis dreifach so tief wie die Zwiebel hoch ist. In lockeren Gruppen gesetzt wirken sie natürlicher als in Reih und Glied. Auch der Knoblauch fürs nächste Jahr darf jetzt gesteckt werden.
Die letzte Aussaat und die Gründüngung
Was jetzt an Beeten frei wird, bleibt nicht liegen. Feldsalat und Winterspinat haben Anfang September ihren letzten guten Aussaattermin, dazu gehen noch schnelle Radieschen und Rucola. Wo du bis zum Frühjahr nichts mehr anbaust, lohnt sich die Gründüngung.
Der Rasen bekommt seine zweite Chance
Der September ist der beste Monat, um Rasen neu anzulegen oder kahle Stellen nachzusäen. Der Boden ist warm, die Nächte sind feucht, und das Gras wurzelt vor dem Winter noch gut ein. Eine kalibetonte Herbstdüngung macht die Halme frosthart und bringt sie kräftig durch die kalte Jahreszeit.
Dein September in Kürze
- Obst erntenÄpfel und Birnen nach der Kippprobe pflücken, makellose Früchte einlagern.
- Kürbis bergenVor dem Frost ernten, mit Stielansatz, dann nachreifen lassen.
- Zwiebeln setzenTulpen, Narzissen und Krokus für die Frühlingsblüte pflanzen.
- Letzte AussaatFeldsalat und Winterspinat säen, Gründüngung auf leere Beete.
- EinlagernWurzelgemüse und Lageräpfel kühl, dunkel und luftig verstauen.
- Rasen erneuernNeu anlegen oder nachsäen, kalibetont herbstdüngen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass ein Apfel pflückreif ist?
An der Kippprobe: Heb den Apfel an und dreh ihn leicht zur Seite. Löst er sich samt Stiel ohne Reißen, ist er reif. Fällt schon viel gesundes Obst von selbst, ist es ohnehin höchste Zeit.
Kann ich Kürbisse nach dem ersten Frost noch ernten?
Besser nicht. Frost lässt das Fruchtfleisch matschig werden und macht den Kürbis im Lager schnell faulig. Ernte ihn rechtzeitig vorher und lass ihn an einem warmen Ort nachhärten, dann hält er den Winter.
Lohnt sich Gründüngung im kleinen Garten?
Ja, gerade dort. Sie schützt den Boden über den Winter, unterdrückt Unkraut und verbessert die Struktur, ganz ohne Arbeit außer der Aussaat. Im Frühjahr hast du ein lockeres, gut versorgtes Beet statt einer verschlämmten Fläche.
Dein September auf einen Blick
Der September belohnt beides: das Einbringen und das Vorausdenken. Bring die Ernte trocken und sauber ins Lager, setz eine Handvoll Zwiebeln für den Frühling, und lass kein Beet nackt in den Winter gehen. Was du jetzt tust, blüht und wächst im nächsten Jahr.
In Gartenkern hältst du fest, was du eingelagert und wo du welche Zwiebeln gesteckt hast. Im nächsten März weißt du dann genau, in welcher Ecke deine Narzisse ‚Tête-à-Tête' aufgeht und wie lange deine Lageräpfel gehalten haben. So schließt sich der Kreis, Jahr für Jahr ein wenig runder.

