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Raphanus sativus var. sativus

Radieschen

Volksnamen: Monatsrettich

Radieschen

Beschreibung

Radieschen sind das schnellste Gemüse im Garten, vier bis sechs Wochen von der Saat bis zur scharfen, knackigen Knolle. Genau deshalb sind sie ideal, um Kinder fürs Gärtnern zu begeistern.

Pflegehinweise

Säe dünn und nur etwa einen Zentimeter tief, immer wieder eine kleine Portion über die Saison verteilt. Halte den Boden gleichmäßig feucht, zu trockene Phasen machen die Knollen pelzig und holzig scharf, zu dichte Saat lässt sie nur Blätter bilden.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

sandig, lehmig, humos, durchlässig, feucht

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 4 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfMittel

Gib Radieschen einen lockeren, humosen und gleichmäßig feuchten Boden – Staunässe lässt die Knollen faulen, Trockenheit macht sie holzig und scharf. Ideal ist ein durchlässiger, sandig-lehmiger Boden; schwere Böden lockerst du vor der Aussaat tief auf. Halte den pH leicht sauer bis neutral, denn über 7 begünstigt der Boden die Rettichschwärze.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Mär, Apr, Aug, Sep

Als Schwachzehrer brauchen Radieschen kaum Düngung – ein gut vorbereiteter Boden reicht meist völlig. Arbeite vor der Frühjahrsaussaat (März–April) etwas reifen Kompost flach ein. Für Herbstsaaten (August–September) genügt bei ausgelaugtem Boden eine kleine Gabe Hornmehl, das schneller verfügbar ist als grobe Hornspäne. Dünge lieber zu wenig als zu viel: Vor allem zu viel Stickstoff fördert Schwarzfärbung der Knollen und erhöht den Nitratgehalt.

Überwinterung

Radieschen ist einjährig — es gibt nichts zu überwintern, du säst im Frühjahr (ab März, unter Vlies auch früher) einfach neu aus. Späte Herbstbestände kannst du bei Frost mit einem Vlies abdecken, damit sie noch ausreifen.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Radieschen vermehrst du ausschließlich durch Direktsaat. Säe die Samen von März (Frühbeet/Gewächshaus ab Anfang März, Freiland ab Ende März) bis Anfang September in Abständen von etwa 3–5 cm in Reihen, der Reihenabstand liegt bei 10–15 cm. Die Saattiefe beträgt 0,5–1 cm — tiefer gesäte Samen keimen schlechter und bilden oft längliche, unförmige Knollen. Bei rund 12–15 °C keimen die Samen innerhalb von etwa einer Woche, nach 3–4 Wochen sind die ersten Knollen erntereif. Halte den Boden gleichmäßig feucht, um rissige Knollen zu vermeiden. Für eine Ernte über die ganze Saison säst du alle 1–2 Wochen eine neue Reihe nach (Staffelaussaat). Im Hochsommer wähle einen leicht schattigen Platz, da Radieschen bei großer Hitze schnell schießen.

Möchtest du eigenes Saatgut gewinnen, beachte: Verwende ausschließlich samenfeste (nicht-hybride, kein „F1") Sorten — von Hybriden fällt die nächste Generation nicht sortenecht aus. Radieschen sind außerdem selbststerile Fremdbefruchter, die von Insekten bestäubt werden und sich leicht mit anderen Radieschen-Sorten und sogar mit Rettich verkreuzen (gleiche Art). Lass deshalb pro Saison nur eine einzige Sorte blühen oder isoliere die Sorten räumlich/zeitlich, sonst ist das geerntete Saatgut nicht mehr sortenrein. Lass mindestens 15–20 kräftige Pflanzen in die Blüte gehen (eine breite Pflanzenbasis erhält die Sortenvielfalt). Ab Mitte/Ende Mai werden die Pflanzen holzig und bilden Blüten, danach entstehen grüne Schoten. Wenn die Schoten sich braun bis gräulich färben, aber die Pflanze noch vital ist, ernte sie und lass sie im Trockenen 2–3 Wochen nachtrocknen, bevor du die Samen herauslöst und kühl-trocken lagerst. Tipp: Reifende Schoten in Organza-Säckchen einpacken, damit dir bei platzenden Schoten keine Samen verloren gehen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneFeuerbohneLimabohneInkarnatklee und 28 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel DillKnollensellerieKnollenfenchelKorianderStangensellerieGewürzfenchel und 13 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiBohnenkraut und 30 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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