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Magazin4. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Hochbetrieb im August: Ernten, einkochen und nachsäen

Der August ist der Monat der vollen Körbe: Tomaten, Bohnen und Zwiebeln kommen in Mengen. Jetzt machst du haltbar, was du nicht sofort schaffst, und säst schon das Grün für den Winter. So kommst du satt durch die kalte Jahreszeit.

Das Gartenkern-Team
Garten & Redaktion
Ein Korb voller frisch geernteter Sommergemüse und Kräuter aus dem Garten
Im August quillt der Erntekorb über, jetzt zahlt sich das ganze Gartenjahr aus. · Foto: cogdogblog, CC BY 2.0
Inhalt

Der August ist der großzügigste Monat im Gartenjahr. Die Beete geben, was sie den ganzen Sommer aufgebaut haben, und an manchen Tagen weißt du kaum, wohin mit Zucchini und Tomaten. Genau darin liegt die Aufgabe des Monats: ernten, haltbar machen und zugleich schon das säen, was dich durch den Winter bringt.

Der August umfasst grob KW 32 bis 35.

Der Erntekorb quillt über

Jetzt läuft alles zusammen. Tomaten färben in Wellen aus, Zucchini und Gurken legen im Zwei-Tages-Takt nach, Buschbohnen und Stangenbohnen tragen voll, und der Zuckermais ist reif, sobald die Fäden braun sind und der Milchsaft im Korn steht.

Die Kartoffeln holst du heraus, wenn das Kraut vergilbt und abstirbt. An den Sträuchern reifen Brombeeren und die ersten Herbsthimbeeren. Wie im ganzen Sommer gilt: Wer alle zwei bis drei Tage erntet, hält die Pflanzen im Rhythmus und erntet länger.

Zwiebeln und Knoblauch einbringen

Zwiebeln und Knoblauch zeigen dir selbst, wann sie so weit sind: Sobald das Laub gelb wird und umknickt, ist die Ernte reif. Zieh sie an einem trockenen Tag aus der Erde.

Frisch geerntete Zwiebeln liegen zum Trocknen ausgebreitet
Knickt das Laub um, ist die Zwiebel reif. Danach zählt nur noch gründliches Trocknen.· Foto: Widdy99, CC BY-SA 4.0
  1. Trocknen lassen

    Breite die Zwiebeln luftig und trocken aus, im Freien nur bei sicherem Wetter, sonst unter einem Dach. Ein bis zwei Wochen, bis die Außenhaut raschelt.

  2. Putzen

    Streif lose Erde und die äußerste Schale ab. Das Laub lässt du entweder zum Flechten dran oder kürzt es auf etwa 2 cm ein.

  3. Sortieren

    Nur makellose, feste Zwiebeln kommen ins Lager. Dickhalsige oder verletzte verbrauchst du zuerst, sie halten nicht lange.

  4. Kühl und luftig lagern

    In Netzen oder Kisten an einem kühlen, trockenen, luftigen Ort halten Zwiebeln viele Monate. Feucht und warm gelagert faulen sie schnell.

Mehrere leere Weckgläser in verschiedenen Größen bereit zum Einkochen
Der August füllt die Vorratskammer für den ganzen Winter. · Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0

Haltbar machen, was du nicht schaffst

Kein Haushalt isst so viel frisch, wie der August liefert, und das ist gut so. Aus überzähligen Tomaten wird Sugo oder passierte Soße, Bohnen und Gurken wandern ins Einkochglas, Beerenobst in Marmelade oder Sirup.

Am schnellsten geht das Einfrieren: Bohnen kurz blanchieren, Beeren einzeln vorfrieren, dann in den Beutel. So hast du im Januar noch den Geschmack des Sommers auf dem Teller.

Der August lehrt das schönste Gärtnerhandwerk: den Überfluss von heute für den Mangel von morgen zu bewahren.

Jetzt für Herbst und Winter säen

Während geerntet wird, werden Beete frei, und die bleiben keinen Tag leer. Für die kalte Jahreszeit ist jetzt die entscheidende Aussaatzeit.

Wässern im Hochsommer, auch im Urlaub

Der August ist heiß und oft trocken, und er ist Reisezeit. Wässere lieber selten und durchdringend als täglich ein wenig, am besten früh am Morgen und an die Wurzel. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und spart Wasser.

Dein August in Kürze

  • ErntenTomaten, Zucchini, Bohnen, Mais und Kartoffeln laufend einbringen.
  • Zwiebeln bergenZwiebeln und Knoblauch ernten, trocknen und kühl einlagern.
  • Haltbar machenEinkochen, einfrieren, Kräuter trocknen, Marmelade kochen.
  • NachsäenFeldsalat, Winterspinat und Rucola für die kalte Jahreszeit.
  • Erdbeeren anlegenMitte August neue Erdbeeren aus kräftigen Ausläufern pflanzen.
  • WässernMorgens durchdringend gießen, mulchen, den Urlaub vorbereiten.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass Zwiebeln erntereif sind?

Am Laub. Sobald es gelb wird und flächig umknickt, hat die Zwiebel ihr Wachstum abgeschlossen. Dann an einem trockenen Tag ernten und gründlich abtrocknen lassen, bevor sie ins Lager kommt.

Kann ich im August wirklich noch etwas säen?

Unbedingt. Feldsalat, Winterspinat, Rucola und asiatische Salate ausgesät im August liefern dir bis in den Winter und über ihn hinaus frisches Grün. Frei werdende Beete bleiben so nie ungenutzt.

Muss ich die Spitzen meiner Tomaten kappen?

Gegen Ende August lohnt es sich. Kappst du die Triebspitze über der obersten Fruchtrispe, steckt die Pflanze ihre Kraft in die vorhandenen Früchte statt in neue Blüten, die vor dem Frost ohnehin nicht mehr reif werden.

Dein August auf einen Blick

Der August kann sich anfühlen wie ein freundlicher Ansturm. Nimm ihn in Etappen: erst ernten, dann haltbar machen, und zwischendurch die Beete für den Herbst neu bestellen. Was du jetzt einkochst und aussäst, versorgt dich, wenn draußen längst kein Beet mehr trägt.

In Gartenkern hältst du fest, was du geerntet und eingelagert hast, und legst dir Erinnerungen fürs Nachsäen an. Im nächsten August weißt du dann genau, wie viele Gläser deine Tomate ‚San Marzano' gefüllt hat und wann das Erdbeerbeet dran war. So wird aus einem guten Garten mit den Jahren ein verlässlicher Vorrat.

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