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Cynara cardunculus var. scolymus

Artischocke

Volksnamen: Gemüseartischocke

Artischocke

Beschreibung

Die Artischocke ist eine prächtige, distelartige Staude, deren ungeöffnete Blütenknospen als feine Delikatesse geerntet werden. Mit ihren silbrig-grünen, tief eingeschnittenen Blättern wird sie über einen Meter hoch und ist auch eine Zierde im Beet. In milden Lagen übersteht sie mit gutem Winterschutz mehrere Jahre.

Pflegehinweise

Säe ab Februar warm vor und pflanze die Setzlinge nach den Eisheiligen an einen sonnigen, windgeschützten Platz mit nährstoffreichem Boden. Gieße in Trockenphasen und versorge die Pflanze mit Kompost. Ernte die Knospen, solange die Schuppen noch fest geschlossen sind; häufele die Wurzel im Herbst dick mit Laub und Reisig an, damit sie den Winter übersteht.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6.5–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart mit Schutz
FruchtfolgeKorbblütler
WasserbedarfMittel

Die Artischocke braucht einen tiefgründig gelockerten, humosen und nährstoffreichen Boden, der gut Wasser hält, aber zugleich durchlässig ist — Staunässe verträgt sie nicht und reagiert mit Wurzelfäule. Ein leicht kalkbetonter pH-Bereich (6,5–7,5) ist ideal; schwere Böden lockerst du vor dem Pflanzen mit reifem Kompost auf, bei saurem Boden kalkst du vorab leicht auf.

Salat und andere Korbblütler sind schwach- bis mittelzehrend — etwa 3 Jahre Pause genügt, sie eignen sich gut als Lückenfüller zwischen den Hauptkulturen.

Düngung

Starkzehrer

Monate

Mär–Jul

Als Starkzehrer hat die Artischocke einen hohen Nährstoffbedarf. Arbeite vor dem Pflanzen reifen Kompost oder gut verrotteten Mist tief ein. Im Frühjahr beim Austrieb deckst du den hohen Stickstoffbedarf mit Kompost und Hornspänen flach in der oberen Bodenschicht ab. Während der Hauptwachstumsphase (Mai bis Juli) kannst du bei Bedarf mit verdünnter Brennnesseljauche nachhelfen.

Überwinterung

Schneide die Blätter im Spätherbst auf eine Handbreit über dem Boden zurück und decke den Wurzelstock dick mit Stroh oder trockenem Laub ab, darüber Reisig oder Vlies — das hält den Boden frostfrei und lässt trotzdem Luft durch, denn Staunässe schadet mehr als Kälte. Kübelpflanzen stellst du an eine geschützte Hauswand und holst sie bei strengem Dauerfrost hell und kühl, aber frostfrei herein; die Abdeckung lüftest du im zeitigen Frühjahr schrittweise, sobald kein starker Frost mehr droht.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat
  • Teilung
  • Kindel

Artischocken lassen sich auf zwei Wegen vermehren: über Samen oder vegetativ über basale Seitentriebe (Sauger/Ableger) etablierter Pflanzen. Für sortentreue Vermehrung ist der vegetative Weg zuverlässiger, da samenvermehrte Pflanzen oft variabler ausfallen.

Aussaat (ab Februar): Weiche die Samen einen Tag lang in lauwarmem Wasser vor, säe sie dann etwa 1–2 cm tief in Anzuchttöpfe mit lockerer, humoser Anzuchterde. Halte eine Keimtemperatur von etwa 18–25 °C ein; nach rund 10–14 Tagen erscheinen die ersten Keimlinge. Sobald die Sämlinge 2–3 echte Blätter haben, pikierst du sie in größere Töpfe und setzt sie dabei etwas tiefer, um die Wurzelbildung anzuregen. Härte die Jungpflanzen ab und pflanze sie erst nach den Eisheiligen (ab Mitte Mai) ins Freiland mit etwa 80 cm bis 1 m Abstand. Samenvermehrte Pflanzen blühen häufig erst im zweiten Jahr.

Seitentriebe/Ableger trennen (Teilung, März–April): Wähle eine kräftige, mindestens zwei- bis dreijährige Mutterpflanze. Im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanze wieder austreibt, suchst du kräftige Seitentriebe bzw. junge Blattrosetten von etwa 10–30 cm Höhe, die bereits eigene Wurzeln gebildet haben. Trenne sie mit einem scharfen Messer sauber und mitsamt einem Stück Wurzel von der Mutterpflanze ab, kürze die Wurzeln auf etwa 10 cm und reduziere die Blattmasse auf rund 15 cm bzw. um ein Drittel, damit die Verdunstung sinkt. Pflanze die Ableger sofort an einen sonnigen, nährstoffreichen und gut drainierten Standort, gieße kräftig an und halte die Erde bis zum Anwachsen gleichmäßig feucht. Größere, ältere Horste kannst du außerdem alle vier bis fünf Jahre teilen, um die Pflanzen vital zu halten. Diese Methode ist sortentreu und bringt oft schon im ersten Jahr eine Ernte.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Doldenblütler (Apiaceae)

Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Sonnenblumen geben Stoffe an den Boden ab, die das Knollenwachstum der Kartoffel hemmen, und konkurrieren zusätzlich um Wasser und Nährstoffe.

Zum Beispiel KartoffelTomatePaprikaAubergineCocktailtomateAndenbeere und 9 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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