Apium graveolens var. rapaceum
Knollensellerie
Volksnamen: Wurzelsellerie, Zeller
Foto: DocteurCosmos · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Knollensellerie bildet eine kräftige, würzige Knolle, die als Suppengrün, Püree oder Rohkostsalat unentbehrlich ist. Er hat eine lange Kulturzeit und braucht einen nährstoffreichen, gleichmäßig feuchten Boden, um große Knollen zu bilden. Das Laub lässt sich wie Stangensellerie verwenden.
Pflegehinweise
Säe ab Februar warm auf der Fensterbank vor und pflanze die Jungpflanzen ab Mitte Mai (KW 20) flach, die Knolle soll oben aus der Erde schauen. Gieße reichlich und gleichmäßig, denn Trockenheit lässt die Knollen klein und hohl bleiben. Entferne im Spätsommer die unteren Blätter und die seitlichen Wurzeln am Knollenrand, dann werden die Knollen rund und glatt; ernte vor dem ersten strengen Frost.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich
Knollensellerie will einen tiefgründig gelockerten, humosen und gleichmäßig feuchten Boden mit guter Wasserspeicherung — lehmig-humose Böden sind ideal, sandige lassen die Knollen klein bleiben. Staunässe vermeidest du, schwere Böden lockerst du vor der Pflanzung mit reichlich reifem Kompost auf.
Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Pastinake) mittelzehrend — 4 Jahre Pause hält Möhrenfliege und Bodenpilze klein.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Apr, Mai, Jul, Aug
Vor dem Auspflanzen im Mai (nach den Eisheiligen) arbeitest du reifen Kompost und Hornspäne flach als Grundversorgung ein. Etwa vier bis sechs Wochen später düngst du im Juli mit verdünnter Brennnessel- oder Beinwelljauche nach, eine weitere Gabe folgt Mitte August; ab August gibst du keinen Stickstoff mehr, damit die Knolle ausreift.
Überwinterung
Knollensellerie übersteht keinen DACH-Tieflandwinter im Boden — ernte die Knollen rechtzeitig vor dem ersten starken Frost, meist im Oktober oder November. Lagere sie dann mit anhaftender Erde in feuchtem Sand in einem frostfreien, dunklen Keller; bei leichten Frösten kannst du sie kurz mit Laub, Stroh oder Vlies abgedeckt im Beet lassen, bei anhaltendem Frost aber sofort ausgraben — im Frühjahr ziehst du neue Pflanzen aus Samen oder Jungpflanzen.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Knollensellerie vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — als einjähriges Gemüse bildet er weder Ausläufer noch Tochterpflanzen, und Teilung oder Stecklinge funktionieren bei ihm nicht. Sortenecht ist die Aussaat unproblematisch, da Knollensellerie nicht über Unterlagen veredelt wird. Starte die Voranzucht früh: ab Mitte Februar bis Anfang März säst du in flache Schalen mit feiner Aussaaterde. Sellerie ist ein Lichtkeimer — drücke die Samen nur leicht an und bedecke sie nicht mit Erde. Bei etwa 20 °C keimen sie in zwei bis drei Wochen. Halte die Jungpflanzen danach gleichmäßig warm und stelle sie nicht dauerhaft kühl: Zieht Sellerie längere Zeit unter rund 12 bis 15 °C auf, schießt er später im Beet ins Kraut (Vernalisation) und die Knolle bleibt klein. Sobald die Keimlinge das erste Laubblattpaar haben und sich gut anfassen lassen, pikierst du sie in Einzeltöpfe. Nach den Eisheiligen Mitte Mai pflanzt du sie mit etwa 40 bis 50 cm Abstand ins Beet. Setze sie dabei nicht zu tief — der Vegetationspunkt und die spätere Knolle sollen flach und hoch sitzen, sonst bildet die Pflanze Seitenwurzeln statt einer schönen Knolle.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelSchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauch und 11 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Korbblütler (Asteraceae)
Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.
Zum Beispiel KopfsalatStudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleGewöhnlicher Sonnenhut und 51 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 33 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel ErbseStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 28 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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