Foeniculum vulgare var. azoricum
Knollenfenchel
Volksnamen: Gemüsefenchel, Fenchel, Florentiner Fenchel
Foto: Elekes Andor · CC BY 4.0 · Quelle
Beschreibung
Knollenfenchel bildet eine fleischige, weiße Scheinknolle mit feinem Anis-Aroma, die roh im Salat genauso überzeugt wie geschmort als Beilage. Das feine Laub würzt obendrein wie Fenchelkraut. Als Spätsommer- und Herbstgemüse ist er der ideale Nachbau für ein abgeerntetes Frühjahrsbeet.
Pflegehinweise
Säe ab Mitte Mai bis Juli direkt ins Beet oder ziehe vor, zu frühe Aussaat lässt ihn bei Kälte vorzeitig schossen. Gieße gleichmäßig, denn Trockenstress treibt ihn ebenfalls in die Blüte. Häufle die Knollen an, sobald sie eigroß sind, damit sie weiß und zart bleiben, und ernte sie ab August knapp über dem Boden.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich, kalkliebend
Gib dem Knollenfenchel einen tiefgründigen, humos-lehmigen und gut durchlässigen Boden im neutralen bis leicht kalkreichen Bereich (pH 6,5–7,5); auf sehr sauren Böden bildet er kaum Knollen. Lockere schwere Böden mit Kompost auf und vermeide Staunässe, sonst droht Fäulnis.
Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Pastinake) mittelzehrend — 4 Jahre Pause hält Möhrenfliege und Bodenpilze klein.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Jun
Arbeite im Frühjahr vor Pflanzung oder Aussaat reifen Kompost flach ins Beet ein. Auf mageren Böden ergänzt du Hornspäne, die den Stickstoff langsam abgeben, sodass eine Nachdüngung meist entfällt. Dünge maßvoll – zu viel Stickstoff treibt das Blattwerk auf Kosten der Knolle.
Überwinterung
Knollenfenchel ist einjähriges Gemüse und übersteht keinen DACH-Winter im Beet — ernte die Knollen vollständig vor dem ersten Dauerfrost (meist Ende Oktober), denn ausgewachsene Pflanzen vertragen nur kurz leichten Frost. Lagere die Knollen kühl (Keller in feuchtem Sand) und säe im Folgejahr neu aus.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Knollenfenchel vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — Teilung, Stecklinge oder Ausläufer sind nicht praktikabel, weil die Pflanze einjährig kultiviert wird und eine empfindliche Pfahlwurzel bildet.
Vorkultur (ab Mitte März bis Anfang April): Säe die Samen in einzelne Anzuchttöpfe oder Multitopfplatten aus, da Knollenfenchel das Pikieren schlecht verträgt — die Pfahlwurzel darf nicht verletzt werden. Keimtemperatur 18–22 °C, Saattiefe ca. 0,5 cm. Nach 8–14 Tagen keimen die Samen. Stelle die Jungpflanzen nach dem Keimen an einen hellen, kühleren Platz. Nach 4–6 Wochen, wenn keine Fröste mehr drohen, pflanzt du sie mit einem Abstand von 25 cm in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen aus — möglichst ohne den Wurzelballen zu stören.
Direktsaat (ab Mitte April bis Mitte Juni): Säe direkt ins Beet, sobald der Boden mindestens 10 °C warm ist. Mehrere Samen je Stelle setzen, nach dem Aufgehen auf den kräftigsten Keimling ausdünnen. Direktsaat ist schonender für die Wurzel und daher oft die bevorzugte Methode.
Schossen vermeiden: Kältereize im Jungpflanzenstadium (unter 6 °C) lösen frühzeitiges Schossen aus. Für die Frühsaison wähle schossfeste Sorten wie 'Zefa Fino'. Aussaaten nach Mitte Juni für die Herbsternte sind weniger schossanfällig, da die Tage kürzer werden.
Eigenes Saatgut: Nur bei samenfesten Sorten (z. B. 'Selma') lohnt sich die Samengewinnung. Dafür lässt du einzelne kräftige Pflanzen in den Samen schießen, sammelst die reifen Dolden vor dem Ausfall ab und trocknest sie nach. Hybridsorten bitte nicht zur Saatgutgewinnung verwenden.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Korbblütler (Asteraceae)
Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.
Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 53 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel StangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohneLimabohne und 29 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
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