Prunus domestica subsp. syriaca
Mirabelle
Volksnamen: Gelbe Pflaume
Foto: Avalokitesvara · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Mirabelle ist eine kleine, goldgelbe Unterart der Pflaume mit besonders süßem, aromatischem Fruchtfleisch, das sich leicht vom Stein löst. Sorten wie *'Nancy'* tragen reich und sind meist selbstfruchtbar. Frisch genascht, als Kuchenbelag oder zu Konfitüre und Brand verarbeitet ist sie ein Klassiker im Hausgarten.
Pflegehinweise
Setze die Mirabelle an einen sonnigen, warmen Platz mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden. Gieße in den ersten Standjahren bei Trockenheit, besonders während der Fruchtbildung. Schneide direkt nach der Ernte im August oder September leicht aus, um die Krone luftig zu halten — Steinobst verträgt Winterschnitt schlecht. Ernte die Früchte vollreif von August bis September.
Schnitt
Schneide deine Mirabelle im Sommer direkt nach der Ernte (August bis Anfang September, KW 32-36) bei trockenem Wetter, nicht im Winter. So heilen die Wunden bei vollem Saftstrom schnell und du vermeidest Gummifluss; halte dich an einen zurückhaltenden Erhaltungsschnitt, da sie auf mehrjährigem Fruchtholz trägt.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
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Pflaumenwickler
Grapholita funebrana
Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.
Vorbeugen
Hänge ab Anfang Juni Pheromonfallen zur Flugkontrolle auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in denen sich die Raupen verpuppen — regelmäßig kontrollieren und entsorgen. Sammle befallenes Fallobst täglich auf, bürste lose Altborke ab und fördere Meisen und Ohrwürmer als natürliche Gegenspieler; bei starkem Druck hilft das Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung.
Sorten
4 Sorten‚Bellamira’
Bellamira ist eine moderne Geisenheimer Züchtung und eine echte Alternative zu den alten Mirabellen: großfrüchtig, ertragreich und vor allem hoch tolerant gegen die Scharka-Viruskrankheit, die klassischen Mirabellen so zusetzt. Sie ist selbstfruchtbar und reift früh, ab Ende Juli bis Anfang August (KW 31). Der Baum wächst kräftig und trägt zuverlässig. Die Sorte ist sortenrechtlich geschützt.
Deutlich größere Früchte als die alten Mirabellen, mit fester, goldgelber Frucht und vollem, süß-würzigem Aroma. Ein guter Tafelgenuss und zugleich robust genug fürs Einmachen und Backen.
‚Mirabelle von Metz’
Die Mirabelle von Metz ist die kleinfrüchtige Schwester der *'Mirabelle von Nancy'* und reift etwas früher, ab Anfang August (KW 32). Ihre Früchte sind zierlicher, oft fein rot punktiert und besonders aromatisch. Sie ist selbstfruchtbar und kommt ohne zweiten Baum aus. Wie alle Mirabellen ist sie scharka-anfällig und dankt dir einen warmen, gut belüfteten Standort.
Kleine, goldgelbe Früchte mit zarter Süße und einem feinen, parfümierten Aroma. Etwas weniger üppig als die Nancy, dafür delikat — ideal für Konfitüre, klaren Saft und einen besonders feinen Brand.
‚Miragrande’
Miragrande ist die zweite scharka-tolerante Geisenheimer Mirabelle neben *'Bellamira'* und trägt ihren Namen zu Recht: Sie bildet besonders große Früchte, die fast schon an kleine Reneklauden erinnern. Sie ist selbstfruchtbar, wächst stark und reift mittelfrüh ab Anfang August (KW 32). Wer eine moderne, robuste Mirabelle mit großen Früchten sucht, ist hier richtig. Die Sorte ist sortenrechtlich geschützt.
Auffallend große, goldgelbe Früchte mit milder, runder Süße und saftigem Fruchtfleisch. Schön zum Frischessen und ergiebig in der Küche — aus wenigen Früchten wird viel Kompott oder Marmelade.
‚Mirabelle von Nancy’
Die Mirabelle von Nancy ist die klassische, weithin bekannte Mirabelle und der Maßstab für süßen Mirabellengeschmack. Sie ist selbstfruchtbar, du brauchst also keinen zweiten Baum als Befruchter. Die kleinen, gelb bis rotbäckigen Früchte reifen ab Mitte August (KW 33) und lösen sich gut vom Stein. Für Scharka ist sie anfällig — pflanze sie an einen luftigen, sonnigen Standort.
Goldgelbes, saftiges Fruchtfleisch mit honigartiger Süße und feiner Würze. Frisch vom Baum ein Genuss, eingekocht zu Marmelade oder Kompott unschlagbar, und die Basis für edlen Mirabellenbrand.
Erfahrungen aus echten Gärten
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