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Prunus domestica subsp. syriaca

Mirabelle

Volksnamen: Gelbe Pflaume

Mirabelle

Beschreibung

Die Mirabelle ist eine kleine, goldgelbe Unterart der Pflaume mit besonders süßem, aromatischem Fruchtfleisch, das sich leicht vom Stein löst. Sorten wie ‚Nancy’ tragen reich und sind meist selbstfruchtbar. Frisch genascht, als Kuchenbelag oder zu Konfitüre und Brand verarbeitet ist sie ein Klassiker im Hausgarten.

Pflegehinweise

Setze die Mirabelle an einen sonnigen, warmen Platz mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden. Gieße in den ersten Standjahren bei Trockenheit, besonders während der Fruchtbildung. Schneide direkt nach der Ernte im August oder September leicht aus, um die Krone luftig zu halten, Steinobst verträgt Winterschnitt schlecht. Ernte die Früchte vollreif von August bis September.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Pflanz die Mirabelle in einen mittelschweren, humosen und gut durchlässigen Boden — lehmig-sandig ist ideal. Halte ihn frisch bis leicht feucht, Staunässe verträgt sie nicht; leicht kalkhaltige, neutrale Böden bis pH 7 sind günstig.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Mai

Verteil im zeitigen Frühjahr (März/April) reifen Kompost flach auf der Baumscheibe und harke ihn leicht ein. Bei schwachem Wuchs hilft eine kleine zweite Gabe organischen, stickstoffbetonten Materials (z. B. Hornspäne) Anfang Mai zur Unterstützung des Fruchtansatzes. Übertreib es nicht mit Stickstoff — zu viel Trieb geht auf Kosten der Fruchtqualität. Auf gut versorgtem Gartenboden reicht meist die eine Kompostgabe im Frühjahr.

Schnitt

MonateAug–Sep
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Mirabelle im Sommer direkt nach der Ernte (August bis Anfang September, KW 32-36) bei trockenem Wetter, nicht im Winter. So heilen die Wunden bei vollem Saftstrom schnell und du vermeidest Gummifluss; halte dich an einen zurückhaltenden Erhaltungsschnitt, da sie auf mehrjährigem Fruchtholz trägt.

Überwinterung

Etablierte Mirabellen überwintern im DACH-Tiefland ohne Schutz im Freien — kein Einpacken, kein Reinholen. Junge Bäume umwickelst du in den ersten zwei bis drei Wintern den Stamm mit Jute oder Vlies gegen Frostrisse und legst eine Lage Mulch oder Laub über den Wurzelbereich; ab dem dritten bis vierten Jahr kannst du das weglassen.

Vermehrung

Methoden

  • Veredelung
  • Stecklinge
  • Teilung

Die zuverlässigste Methode, um eine sortenechte Mirabelle zu vermehren, ist die Veredelung auf einer Unterlage. Aus Kernen gezogene Sämlinge werden nicht sortenecht und tragen erst nach vielen Jahren — deshalb scheidet Aussaat für die Sortenvermehrung aus. Als Unterlagen eignen sich Myrobalane (Prunus cerasifera, robust, wüchsig, für schwere oder trockene Böden — bildet allerdings selbst Wurzelausläufer), St. Julien A (etwas kleinere Bäume, gut für den Hausgarten, bildet keine Ausläufer, mag bessere Böden) oder Wangenheim (etwas schwächer wachsend als St. Julien A). Für die Okulation (T-Okulieren aufs schlafende Auge) schneidest du im Juli oder August ein reifes Auge aus einem diesjährigen Trieb und setzt es unter die Rinde der Unterlage ein. Die Kopulation (Geradschnitt beider Partner, verbunden mit Pfropfband) gelingt im zeitigen Frühjahr (Februar bis April) vor dem Austrieb. Die Unterlage sollte etwa Bleistiftdicke haben und möglichst ähnlich stark wie das Edelreis sein.

Hast du einen wurzelechten (nicht veredelten) Mirabellenbaum, kannst du Wurzelausläufer zur Teilung nutzen: Im Frühsommer erscheinen rund um den Stamm manchmal Schösslinge. Hebe sie vorsichtig mit dem Spaten aus, achte darauf, dass der Schössling bereits eigene Wurzeln hat, und pflanze ihn direkt an den neuen Standort. Wichtig: Bei veredelten Bäumen stammen Wurzelausläufer immer von der Unterlage — daraus wird keine Mirabelle, sondern die Unterlagensorte.

Stecklinge sind eine weitere Option, allerdings mit deutlich niedrigerer Anwuchsquote. Schneide im Frühjahr halbverholzte Triebe von etwa 10–15 cm Länge, entferne die unteren Blätter und stecke sie in ein lockeres, gut feuchtes Substrat. Stelle die Töpfe hell, aber vor direkter Sonne geschützt, und halte das Substrat gleichmäßig feucht. Die Bewurzelung dauert mehrere Wochen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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