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Prunus domestica subsp. domestica

Zwetschge

Volksnamen: Zwetsche, Bauernpflaume

Zwetschge

Beschreibung

Die Zwetschge ist die längliche, dunkelblaue Verwandte der Pflaume mit festem Fruchtfleisch, das sich leicht vom Stein löst, ideal für Kuchen, Mus und zum Dörren. Bewährte DACH-Sorten wie ‚Hauszwetschge’ oder ‚Top’ sind robust und selbstfruchtbar. Sie ist eine der wichtigsten Obstarten im Bauern- und Hausgarten.

Pflegehinweise

Setze die Zwetschge an einen sonnigen Platz mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden, sie ist von allen Pflaumen die frostharteste. Gieße junge Bäume bei Trockenheit. Schneide nach der Ernte sparsam aus, um die Krone licht und gesund zu halten. Achte auf die Scharka-Krankheit und wähle bei Neupflanzung tolerante Sorten. Ernte je nach Sorte von August bis Oktober vollreif.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Die Zwetschge mag einen mittelschweren, humosen und gut durchlaessigen Boden, der frisch bis maessig feucht ist — Staunaesse vertraegt sie nicht. Leicht kalkhaltige, nicht zu saure Boeden kommen ihr entgegen; auf reinem Sand oder schwerem, verdichtetem Lehm leidet der Ertrag.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär, Apr, Jun

Im zeitigen Fruehjahr zum Austrieb (Ende Maerz/Anfang April) Kompost auf der Baumscheibe ausbreiten und etwas Hornspaene flach einharken — das deckt den Hauptbedarf. Zur Phase des Fruchtwachstums im Juni kann eine zweite leichte organische Gabe folgen. Ab dem Hochsommer keine stickstoffbetonte Duengung mehr, damit das Holz vor dem Winter ausreift; im Herbst optional duenn mit Kompost mulchen.

Schnitt

MonateJul–Sep
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Zwetschge im Sommer direkt nach der Ernte (Juli bis Anfang September) bei trockenem, warmem Wetter, dann heilen die Wunden am besten. Halte den Erhaltungsschnitt jährlich und zurückhaltend; vernachlässigte Bäume verjüngst du über mehrere Jahre verteilt, ebenfalls im Sommer.

Überwinterung

Die Zwetschge ist ein winterhartes heimisches Obstgehölz und übersteht den DACH-Tieflandwinter im Freien ohne Schutz; nur Jungbäume umwickelst du am Stamm mit Jute oder Kokosgeflecht gegen Frostrisse und mulchst den Wurzelfuß mit Laub. Kübel-Zwetschgen stellst du an eine geschützte Hauswand und packst das Gefäß in Vlies ein, und bei Spätfrost während der Blüte wirfst du nachts ein luftiges Vlies über die offenen Blüten, damit die Ernte nicht ausfällt.

Vermehrung

Methoden

  • Veredelung
  • Stecklinge

Die zuverlässigste Methode, eine Zwetschge sortenecht zu vermehren, ist die Veredelung auf eine passende Unterlage. Als Unterlagen eignen sich St. Julien A (mittelstarker Wuchs, frosttolerant, für viele Bodentypen) oder Myrobalan (kräftiger Wuchs, auch für schwere Böden). Für die Okulation im Sommer schneidest du Edelreiser im Juli oder August aus kräftigen, einjährigen Trieben des Mutterbaums. Die Rinde der Unterlage lässt sich dann gut ablösen, sodass du das Auge mit einem T-Schnitt einsetzen kannst — schneide dabei nur die Rinde an, ohne das grüne Kambium darunter zu verletzen. Für die Kopulation im Frühjahr (Februar bis April, sobald der Saft der Unterlage steigt, die Reiserknospen aber noch ruhen) schneidest du die Reiser schon im Januar, lagerst sie kühl und dunkel ein und verbindest sie dann mit einer Unterlage von gleichem Durchmesser. Alle Schnittstellen sofort mit Veredelungsband sichern. Werkzeug muss scharf und sauber sein.

Holzstecklinge sind eine alternative Methode, die vor allem für alte, wurzelechte Sorten wie die Hauszwetschge in Frage kommt. Schneide nach dem Laubfall im Herbst (Oktober bis November) Triebe des laufenden Jahres in Stücke von etwa 15–20 cm Länge, jeweils mit einem schrägen Schnitt direkt unterhalb einer Knospe. Stecke die Stecklinge zu zwei Dritteln in ein lockeres, sandiges Substrat und stelle sie an einen frostgeschützten, halbschattigen Platz über den Winter. Die Bewurzelungsrate ist bei Prunus domestica niedriger als bei anderen Steinobstarten und kann stark sortenabhängig ausfallen — plane mehr Stecklinge ein als du Pflanzen brauchst.

Zu den Wurzelausläufern: Bei veredelten Bäumen — also der Regelfall im Hausgarten — stammen die Schösslinge aus dem Wurzelbereich fast immer von der Unterlage und bringen nicht die Sorte des Mutterbaums. Solche Ausläufer daher entfernen und nicht zur Vermehrung nutzen. Anders ist es nur bei echten wurzelechten Bäumen (etwa einer auf eigener Wurzel stehenden Hauszwetschge): Dort sind die Ausläufer sortenecht und wurden früher gezielt zur Vermehrung abgetrennt. Im Zweifel weißt du nicht, ob dein Baum veredelt oder wurzelecht ist — dann verlasse dich nicht auf die Schösslinge, sondern auf Veredelung.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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