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Prunus domestica

Pflaume

Volksnamen: Zwetschge, Hauspflaume

Pflaume

Foto: YAMAMAYA · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Beschreibung

Die Pflaume ist ein dankbarer Hausgarten-Baum, der dir ab August körbeweise süße Früchte schenkt. Robuste Sorten wie die ‚Hauszwetschge’ tragen zuverlässig und eignen sich für Kuchen, Mus und zum frisch Naschen. Viele Sorten sind selbstfruchtbar, ein zweiter Baum steigert den Ertrag aber spürbar.

Pflegehinweise

Pflanze sie im Herbst (Oktober · KW 42) oder zeitigen Frühjahr an einen sonnigen, windgeschützten Platz mit nährstoffreichem Boden. Schneide nur sparsam und am besten im Sommer nach der Ernte, weil Pflaumen frische Winterschnitte schlecht verschließen und dann zu Gummifluss neigen. Mulche die Baumscheibe und gieße in der ersten Standjahren bei Trockenheit durchdringend.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Die Pflaume mag einen leicht lehmig-humosen, gut durchlässigen Boden ohne Staunässe – ein pH von 6 bis 7 (ideal um 6,5) passt ihr gut, und auch leicht kalkhaltige Böden verträgt sie. Halte den Standort gleichmäßig frisch; sehr trockene oder verdichtete Stellen drücken den Ertrag spürbar.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Feb–Apr

Im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb bringst du reifen Kompost und Hornspäne flach unter der Baumscheibe ein – die Hornspäne geben den Stickstoff langsam ab. Gut verrotteter Stallmist ist als organische Alternative ebenfalls geeignet. Nach Mitte Sommer gibst du keinen Stickstoff mehr, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen; im Herbst darf es eher kaliumbetont sein (z. B. kaliumreicher Kompost) für die Holzreife und Winterhärte.

Schnitt

MonateJul–Sep
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Pflaume als Steinobst im Sommer direkt nach der Ernte bei trockenem Wetter – je nach Sorte Juli bis spätestens Anfang September (KW 36), damit die Wunden vor dem Frost gut verheilen. Vermeide den Winter-/Frühjahrsschnitt: die offenen Wunden in der Saftruhe heilen schlecht und sind anfälliger für Krankheiten.

Überwinterung

Ausgewachsene Pflaumenbäume sind im DACH-Tiefland vollständig winterhart und brauchen keinen Winterschutz. Junge Bäume in den ersten drei bis vier Jahren schützt du mit einer Mulchschicht aus Laub über dem Wurzelbereich (etwas Abstand zum Stamm lassen) und einer hellen Stamm-Manschette oder Jutebandage gegen Frostrisse; bei Spätfrost während der Blüte hilft kurzfristig ein Vlies über der Krone.

Vermehrung

Methoden

  • Veredelung
  • Stecklinge
  • Absenker

Die zuverlässigste und sortenechte Methode ist die Veredelung: Mitte bis Ende Juli okulierst du ein schlafendes Auge (T-Okulation) auf eine passende Unterlage wie Myrobalane (Prunus cerasifera) oder St. Julien. Bei Steinobst muss die Okulation früher erfolgen als bei Kernobst, weil sich die Rinde nur in einem kurzen Zeitfenster gut löst. Alternativ funktioniert die Copulation oder Spaltveredelung im zeitigen Frühjahr (Februar bis März), wenn du Edelreiser von gesunden einjährigen Trieben nutzt, die du im Winter geschnitten und kühl gelagert hast. Die Veredelungsstelle umwickelst du straff mit Veredelungsband und schützt sie vor Austrocknung.

Stecklinge (Halbholz) schneidest du Mitte Juni bis Mitte Juli von diesjährigen, halb verholzten, etwa bleistiftdicken Trieben, ca. 10–15 cm lang, schräg unter einem Blattknoten. Die unteren Blätter entfernst du, oben lässt du nur 2–4 Blätter stehen. Steck die Stecklinge in feuchtes, nährstoffarmes Substrat und halte die Luftfeuchtigkeit hoch – zum Beispiel mit einer Plastikhaube oder einem Mini-Gewächshaus. Die Bewurzelungsrate ist bei Pflaume deutlich geringer als bei Beerenobst; rechne mit mehreren Wochen bis erste Wurzeln erscheinen und plane Ausfälle ein.

Absenker sind im Frühsommer möglich, bei Pflaume aber weniger zuverlässig als bei Sträuchern: Biege einen flexiblen, diesjährigen Trieb bodennah herab, ritze die Unterseite leicht an, fixiere die Stelle mit einem Haken oder Stein im Boden und häufe Erde darüber. Nach einem Sommer ist der Trieb idealerweise angewurzelt und kann im Herbst von der Mutterpflanze getrennt werden.

Wichtig: Bei veredelten Sorten – und das ist bei Kaufbäumen der Regelfall – stammen Wurzelausläufer von der Unterlage und tragen NICHT die gewünschte Sorte; solche Schosser also nicht weiterziehen. Nur bei alten, wurzelechten Sorten wie der Hauszwetsche kannst du Wurzelschosser ausgraben und als sortenechte neue Pflanze heranziehen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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