Prunus domestica subsp. italica
Reneklode
Volksnamen: Ringlotte, Reineclaude
Foto: Agnieszka Kwiecień, Nova · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Reneklode ist eine rundliche, meist grünlich-gelbe Edelpflaume mit besonders saftigem, honigsüßem Fruchtfleisch, viele halten sie für die feinste aller Pflaumen. Sorten wie ‚Große Grüne Reneklode’ sind oft auf einen Befruchter angewiesen. Sie eignet sich hervorragend zum Frischverzehr und für Kompott.
Pflegehinweise
Pflanze die Reneklode an einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz mit tiefgründigem, humosem Boden. Sie reagiert empfindlich auf Trockenheit, gieße in den Standjahren und während der Fruchtfüllung regelmäßig. Schneide nur leicht und ausschließlich nach der Ernte. Setze bei nicht selbstfruchtbaren Sorten eine zweite Pflaume in die Nähe. Ernte vollreif von August bis September.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, kalkliebend, nährstoffreich
Renekloden brauchen einen tiefgründigen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden – am liebsten lehmig oder lössig mit gutem Humusanteil. Staunässe ist ihr größter Feind, deshalb muss der Boden gut durchlässig sein. Ein neutraler bis leicht kalkhaltiger Boden (pH 6,0–7,5) passt ihnen gut; sauren Sandboden wertest du vor dem Pflanzen mit reifem Kompost auf. Als wärmebedürftigste Pflaume danken sie dir eine geschützte, sonnige Südlage.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Apr
Im zeitigen Frühjahr (März/April), sobald der Boden abgetrocknet ist, eine Schicht reifen Kompost im Kronentraufbereich auf die Baumscheibe geben und flach einarbeiten. Ergänzend kannst du Hornspäne einharken, um den Austrieb mit Stickstoff zu versorgen. Eine zweite leichte Kompost- oder Stallmistgabe bis spätestens Anfang Juni stützt die Fruchtentwicklung. Danach mit Stickstoff zurückhalten – zu viel fördert Triebwachstum auf Kosten der Blütenknospen. Renekloden zehren eher mäßig, eine Düngung muss nicht jedes Jahr sein.
Schnitt
Schneide deine *Reneklode* als Steinobst im Sommer direkt nach der Ernte (etwa August bis Anfang September · KW 31–36), bei trockenem Wetter. Lichte die Krone jährlich maßvoll aus, statt im Winter radikal zu schneiden – so verheilen die Wunden zügig.
Überwinterung
Etablierte Renekloden sind winterhart und überstehen den Winter im DACH-Tiefland ohne Schutz im Freien. In den ersten Jahren wickelst du den jungen Stamm über Winter mit einem Juteband oder einer Kokosmatte gegen Frosttrocknis und mulchst die Baumscheibe mit Laub oder Rindenmaterial gegen starken Bodenfrost.
Vermehrung
Methoden
- Veredelung
- Stecklinge
Renekloden-Sorten sind genetisch heterozygot — aus Kernen wachsen Sämlinge, die nicht sortenecht sind. Für Namenssorten (z. B. 'Graf Althans', 'Oullins Reneklode') ist die Veredelung auf eine Unterlage die einzig zuverlässige Methode.
Veredelung (Hauptmethode): Im Juli bis Mitte August okulierst du ein schlafendes Auge (T-Okulation) auf eine einjährige Unterlage. Bewährt sind die kräftig wachsende Myrobalane (Prunus cerasifera) für normale bis trockenere Böden, oder schwächer wachsende Unterlagen wie 'St. Julien A', 'Wavit' oder 'Brompton' (Brompton bevorzugt schwere, feuchte Böden und bildet — anders als die Myrobalane — keine Wurzelausläufer) für kleinere Bäume. Schneide einen reifen Trieb deiner Wunschsorte, entferne sofort alle Blätter bis auf einen kurzen Blattstiel-Stummel als Griff, und setze das Auge unter die gelöste Rinde der Unterlage. Binde mit Okulierband straff ein. Nach ein bis zwei Wochen zeigt ein leicht abfallender Blattstielstummel, dass das Auge angewachsen ist — dann löst du das Band. Im folgenden Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, kappst du die Unterlage knapp über dem eingewachsenen Auge. Als Frühjahrsvariante klappt die Handveredelung (Kopulation auf ruhende Unterlage, etwa Januar bis März) mit kühl gelagerten Edelreisern. Beachte: Pflaumen-Veredelungen verwachsen etwas schlechter als z. B. Apfel — sauber und zügig arbeiten.
Holzstecklinge (Ergänzungsmethode): Bei Wildtypen oder weniger sortengebundenen Pflanzen kannst du im Herbst ausgereifte, bleistiftdicke Triebe (15–20 cm) schneiden, unten schräg, oben gerade, und in sandige Anzuchterde an einem frostgeschützten, hellen Ort einschlagen. Bewurzelung ist bei Prunus domestica grundsätzlich möglich, die Erfolgsquote liegt aber deutlich unter der von Stachel- oder Johannisbeere — bei wertvollen Renekloden-Sorten ist die Veredelung daher klar vorzuziehen.
Hinweis zu Wurzelausläufern: Manche alten Pflaumensorten wurden früher über Wurzelausläufer wurzelecht vermehrt — das funktioniert aber nur bei wurzelechten Bäumen. Da Renekloden fast immer auf eine Unterlage veredelt sind, stammen ihre Ausläufer von der Unterlage und nicht von der Edelsorte; sie sind daher nicht sortenecht und für die gezielte Vermehrung einer Reneklode untauglich.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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