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Cydonia oblonga

Quitte

Volksnamen: Echte Quitte

Quitte

Beschreibung

Die Quitte ist ein malerischer kleiner Hausbaum mit großen weißrosa Blüten im Mai und schweren, goldgelb duftenden Früchten im Herbst. Roh sind die Früchte hart und herb, gekocht ergeben sie aromatisches Gelee, Mus und Likör. Sorten wie ‚Konstantinopeler’ oder ‚Bereczki’ sind im DACH-Raum bewährt.

Pflegehinweise

Pflanze die Quitte an einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz mit tiefgründigem, nicht zu trockenem Boden. Gieße junge Bäume in Trockenphasen regelmäßig. Schneide nur sparsam im Spätwinter, um die Krone licht zu halten, Quitten tragen am mehrjährigen Holz. Ernte die Früchte Mitte Oktober bis November, sobald sie sich gelb färben und kräftig duften.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.5–6.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, feucht

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Pflanze die Quitte auf einen mittelschweren, humosen und gut durchlässigen Boden, der gleichmäßig frisch-feucht bleibt — Staunässe verträgt sie nicht. Sie ist kalkempfindlich: Über pH 7 bekommt sie leicht Chlorosen (gelbe Blätter) durch gestörte Eisenaufnahme, deshalb stark kalkhaltige Böden meiden und einen leicht sauren bis neutralen Boden anstreben.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Apr

Die Quitte ist genügsam und reagiert empfindlich auf Überdüngung. Bring im Frühjahr vor dem Austrieb (März/April) etwas reifen Kompost flach auf die Baumscheibe auf. Auf nährstoffreichen Böden reicht das alle zwei Jahre, auf mageren Böden arbeite zusätzlich im Frühjahr Hornspäne flach ein. Auf Kalkung verzichten, da die Quitte kalkempfindlich ist.

Schnitt

MonateFeb–Mär
SaisonSpätwinter
SchnittartAuslichtungsschnitt

Schneide die Quitte im Spätwinter Ende Februar bis Anfang März (KW 9–10), in der Saftruhe vor dem Knospenaufbruch und nur wenn keine Fröste unter -5 °C drohen, denn ihr Holz ist frostempfindlich. Es genügt maßvolles jährliches Auslichten ohne die jungen Fruchttriebe zu entfernen; einen Sommerschnitt lässt du weg, weil offene Wunden im Sommer das Risiko einer Feuerbrand-Infektion erhöhen.

Überwinterung

Ausgepflanzte Quitten überstehen den DACH-Tiefland-Winter ohne Schutz — gib ihnen einen warmen, windgeschützten Standort, gern an einer Südwand. Jungbäume in den ersten Jahren schützt du mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich und einem Jutesack oder Vlies um den Stamm; Kübel-Quitten stellst du hell, kühl und frostfrei und gießt sparsam weiter.

Vermehrung

Methoden

  • Stecklinge
  • Absenker
  • Veredelung
  • Aussaat

Die zuverlässigste Methode für sortenechte Quitten ist die Veredelung: Okuliere im Spätsommer (Juli–August) eine schlafende Knospe (Chip- oder T-Okulation) auf eine Quitte-A- oder BA29-Unterlage, oder veredle im Frühjahr per Kopulation, wenn die Unterlage zu treiben beginnt. So bekommst du einen Baum, der Sorte und Eigenschaften der Mutterpflanze erhält.

Für Stecklinge schneidest du im Spätherbst bis frühen Winter, nach dem Laubfall, 15–25 cm lange, gut verholzte Triebe (mindestens einjähriges Holz) heraus. Den unteren Schnitt führst du knapp unter einem Knoten schräg, den oberen gerade. Stecke sie in Töpfe mit durchlässigem, sandig-humosem Substrat und überwintere sie frostfrei aber kühl – im ungeheizten Hausflur oder kühlen Keller mit Licht. Bis zum Frühjahr bilden die Stecklinge Wurzeln; die Bewurzelungsrate ist eher mäßig, Geduld ist gefragt. (Alternativ kannst du in der Wachstumsperiode auch jüngere, halbverholzte Triebe stecken.)

Beim Absenker biegst du im Frühjahr einen jungen, biegsamen Trieb zum Boden, ritzst an der Unterseite die Rinde leicht an und bedeckst die verletzte Stelle mit Erde. Beschwere den Trieb mit einem Stein, damit er Bodenkontakt hält. Noch zuverlässiger ist das Abmoosen am Stock (Mound-Layering): Schneide den Strauch bodennah zurück, sodass er im Frühjahr viele neue Triebe bildet, und häufle dann lockere Erde um deren Basis an. Über den Sommer bewurzeln die Triebe; im Herbst oder im folgenden Frühjahr trennst du die bewurzelten Ableger ab und topfst sie ein.

Aussaat ist nur für Hobbyexperimente oder Unterlagenanzucht sinnvoll: Entnimm Kerne aus vollreifen Früchten (Oktober–November), wasche sie gründlich, mische sie in feuchten Sand und lege sie vier bis sechs Wochen kühl (Kältestratifikation im Kühlschrank). Säe danach in Töpfe aus und stelle sie hell und mäßig warm. Bis zur ersten Frucht vergehen mehrere Jahre; die Sämlinge fallen nicht sortenecht aus und weichen oft von der Mutterpflanze ab.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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