Cydonia oblonga
Quitte
Volksnamen: Echte Quitte
Foto: Fir0002 at English Wikipedia · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Quitte ist ein malerischer kleiner Hausbaum mit großen weißrosa Blüten im Mai und schweren, goldgelb duftenden Früchten im Herbst. Roh sind die Früchte hart und herb — gekocht ergeben sie aromatisches Gelee, Mus und Likör. Sorten wie *'Konstantinopeler'* oder *'Bereczki'* sind im DACH-Raum bewährt.
Pflegehinweise
Pflanze die Quitte an einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz mit tiefgründigem, nicht zu trockenem Boden. Gieße junge Bäume in Trockenphasen regelmäßig. Schneide nur sparsam im Spätwinter, um die Krone licht zu halten — Quitten tragen am mehrjährigen Holz. Ernte die Früchte Mitte Oktober bis November, sobald sie sich gelb färben und kräftig duften.
Schnitt
Schneide die Quitte im Spätwinter Ende Februar bis Anfang März (KW 9–10), in der Saftruhe vor dem Knospenaufbruch und nur wenn keine Fröste unter -5 °C drohen, denn ihr Holz ist frostempfindlich. Es genügt maßvolles jährliches Auslichten ohne die jungen Fruchttriebe zu entfernen; einen Sommerschnitt lässt du weg, weil offene Wunden im Sommer das Risiko einer Feuerbrand-Infektion erhöhen.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Apfelwickler
Cydia pomonella
Der Apfelwickler ist die Ursache der klassischen wurmstichigen Äpfel: Der nachtaktive Falter legt ab Mai Eier an junge Früchte, die geschlüpfte Raupe bohrt sich zum Kerngehäuse durch und hinterlässt einen kotgefüllten Gang. Befallene Früchte reifen vorzeitig und fallen ab. Eine zweite Generation kann bei warmem Sommer im August nachlegen.
Vorbeugen
Hänge ab Anfang Mai Pheromonfallen zur Flugüberwachung auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in die die Raupen zum Verpuppen kriechen — im Herbst abnehmen und entsorgen. Sammle Fallobst sofort auf, fördere Meisen mit Nistkästen und setze bei starkem Befall den Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung ein.
Feuerbrand
Erwinia amylovora
Feuerbrand ist eine hochansteckende Bakterienkrankheit an Kernobst und verwandten Rosengewächsen — und in vielen Bundesländern meldepflichtig. Befallene Triebspitzen welken, verfärben sich braun-schwarz und biegen sich hakenförmig zum Hirtenstab; bei feuchter Wärme treten milchige Schleimtröpfchen aus, die das Bakterium weiterverbreiten. Unbehandelt kann ein Baum innerhalb einer Saison absterben.
Vorbeugen
Schneide befallene Triebe großzügig bis weit ins gesunde Holz zurück (mindestens 30–50 cm) und desinfiziere die Schere nach jedem Schnitt. Entsorge das Schnittgut über den Hausmüll oder verbrenne es — niemals kompostieren. Verzichte auf starke Stickstoffgaben, die weichen Neutrieb fördern, und melde Verdachtsfälle dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslands.
Sorten
5 Sorten‚Bereczki’
Eine ungarische Birnenquitte mit großen, länglichen und stark duftenden Früchten. Bereczki wächst kräftig und trägt reich, oft schon in jungen Jahren. Sie ist selbstfruchtbar und gehört zu den ertragssicheren alten Sorten für den Hausgarten. Geerntet wird im Oktober, das Fruchtfleisch ist saftig und gut zu verarbeiten.
Kräftiges, volles Quittenaroma mit viel Saft. Hervorragend für Gelee, Saft und Quittenbrot.
‚Birnenquitte von Portugal’
Eine kräftig wachsende Birnenquitte mit großen, länglich-birnenförmigen Früchten. Sie zählt zu den ertragreichsten alten Sorten und ist selbstfruchtbar. Das Fruchtfleisch färbt sich beim Kochen schön rötlich und gibt viel Saft. Geerntet wird im Oktober, sobald die Schale ihren grauen Flaum verliert und sattgelb wird.
Milder und saftiger als viele Apfelquitten. Beim Einkochen entwickelt sie eine warme, rosige Farbe und ergibt aromatisches Gelee und Saft.
‚Cydora Robusta’
Eine moderne Apfelquitte, die gezielt auf Robustheit gezüchtet wurde. Sie zeigt eine deutlich bessere Widerstandskraft gegen Quittenblattbräune und Feuerbrand als alte Sorten, was sie pflegeleicht macht. Cydora Robusta ist selbstfruchtbar und liefert früh und regelmäßig Erträge. Die Früchte sind mittelgroß, leuchtend gelb und gut zu verarbeiten.
Mild-würzig und sauber im Aroma. Ideal für Gelee und Saft, wenn du eine gesunde, unkomplizierte Quitte für den Hausgarten suchst.
‚Konstantinopeler Apfelquitte’
Eine alte Apfelquitte mit rundlichen, kräftig gelben Früchten, deren Form an einen Apfel erinnert. Sie ist selbstfruchtbar, du brauchst also keinen zweiten Baum zum Bestäuben. Wie alle Quitten sind die Früchte roh kaum genießbar, gekocht entfalten sie aber ein intensives, warmes Aroma. Reif wird sie spät im Oktober, kurz vor den ersten Frösten.
Herb und würzig mit der typischen blumigen Quittennote. Gekocht zu Gelee oder Mus wird sie tief goldgelb und duftet intensiv.
‚Vranja’
Eine der bekanntesten Birnenquitten überhaupt, geschätzt für ihre großen, stark duftenden Früchte. Vranja ist selbstfruchtbar und gilt als zuverlässig im Ertrag. Schon ein paar reife Früchte parfümieren einen ganzen Raum. Sie reift spät und braucht einen warmen Standort, um voll auszureifen.
Außergewöhnlich intensives, blumiges Aroma. Gekocht zu Mus, Gelee oder Quittenbrot überzeugt sie mit Tiefe und feiner Süße.
Erfahrungen aus echten Gärten
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