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Cichorium intybus var. foliosum 'Radicchio'

Radicchio

Volksnamen: Roter Zichoriensalat, Cicorino Rosso

Radicchio

Foto: Original book source: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschla… · Public Domain · Quelle

Beschreibung

Der Radicchio ist ein italienischer Zichoriensalat mit leuchtend weinroten Blättern und weißen Rippen, der einen festen, kugeligen Kopf bildet. Sein kräftig bitterer Geschmack macht ihn zur Spezialität für Herbst und Winter, roh im Salat, gegrillt oder geschmort, wo die Bitterkeit angenehm mild wird.

Pflegehinweise

Säe ihn ab Juni, damit die Köpfe in der kühleren Herbstzeit ausreifen, erst sinkende Temperaturen lösen die intensive Rotfärbung aus. Halte den Boden gleichmäßig feucht und gib der Pflanze Zeit, denn die Kopfbildung dauert. Ernte die festen Köpfe vor strengem Frost; leichte Fröste vertiefen Farbe und Aroma.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 5 h am Tag
WinterhärteWinterhart mit Schutz
FruchtfolgeKorbblütler
WasserbedarfMittel

Radicchio braucht einen lockeren, tiefgründigen und humusreichen Boden mit guter Drainage – Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Lockere den Boden vor dem Pflanzen tief, damit sich die Pfahlwurzel gut entfalten kann, und arbeite bei schweren Böden etwas reifen Kompost ein.

Salat und andere Korbblütler sind schwach- bis mittelzehrend — etwa 3 Jahre Pause genügt, sie eignen sich gut als Lückenfüller zwischen den Hauptkulturen.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Apr

Arbeite im Frühjahr bei der Beetvorbereitung reifen Kompost flach ein – auf gut versorgten Böden reicht das meist aus. Halte dich mit Stickstoff zurück: zu viel fördert weiches Laub, lockere Köpfe und macht die Pflanzen frostempfindlicher. Auf magereren Böden kannst du zusätzlich etwas Hornspäne einarbeiten; während der Hauptwachstumsphase brauchst du in der Regel nicht nachzudüngen.

Überwinterung

Radicchio verträgt Frost nur bis etwa -5 °C, für den DACH-Tiefland-Winter ist das ohne Schutz zu wenig. Schneide ihn im Oktober auf einen kurzen Strunk zurück und decke ihn mit Vlies, Reisig oder einem Folientunnel ab – in milden Lagen treibt er ab März wieder aus, in rauen Lagen erntest du ihn besser komplett vor dem ersten harten Frost.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Radicchio vermehrst du ausschließlich über Aussaat — Teilung oder Stecklinge sind bei dieser kulturellen Varietät nicht praktikabel. Du hast zwei Wege:

Vorkultur (für frühe Pflanzungen): Säe frühe Sorten ab Mitte März in Anzuchttöpfe oder Multitopfplatten, kaum bedeckt, bei rund 16–20 °C. Nach 3–14 Tagen keimen die Samen. Halte die Jungpflanzen warm — fällt die Temperatur bei Sämlingen unter etwa 16 °C, kann das einen Kältereiz auslösen und die Pflanzen schießen vorzeitig. Pikierte Jungpflanzen ab Mitte/Ende April ins Freiland setzen, Abstand 25–30 cm in der Reihe, Reihenabstand 30–40 cm.

Direktsaat (Hauptsaison für Herbsternte): Die wichtigste Aussaatzeit liegt von Mitte Juni bis Ende Juli direkt ins Beet, ca. 1–2 cm tief. Dünn säen und später auf 25–30 cm Abstand vereinzeln. Für eine lange Ernte kannst du satzweise alle paar Wochen nachsäen. Die typische rot-violette Färbung der Köpfe bildet sich erst aus, wenn ab September die Nächte kühler werden und die Tag-Nacht-Temperaturschwankungen zunehmen — deshalb ist die späte Saat fürs Herbstprodukt entscheidend. Bei zu früher Aussaat im Hochsommer besteht erhöhte Schossgefahr.

Keimung: Boden gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Radicchio hat eine kräftige Pfahlwurzel und lässt sich nach dem Pikieren schlecht erneut verpflanzen — deshalb den Standort gut wählen und nur einmal umsetzen.

Saatgut-Tipp: Sorten wie 'Palla Rossa' oder 'Rosso di Chioggia' sind für den DACH-Hausgarten gut geeignet und als samenfestes Saatgut zuverlässig erhältlich. Achte beim Kauf auf den Hinweis „samenfest" statt „F1" — nur samenfestes Saatgut bleibt im Nachbau sortenecht.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Doldenblütler (Apiaceae)

Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.

Zum Beispiel DillKnollenselleriePetersilieKorianderStangensellerieGewürzfenchel und 17 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Sonnenblumen geben Stoffe an den Boden ab, die das Knollenwachstum der Kartoffel hemmen, und konkurrieren zusätzlich um Wasser und Nährstoffe.

Zum Beispiel KartoffelTomatePaprikaAubergineCocktailtomateAndenbeere und 9 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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Wo du diese Pflanze bekommst

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