Apium graveolens var. dulce
Stangensellerie
Volksnamen: Staudensellerie, Bleichsellerie
Beschreibung
Stangensellerie bildet statt einer Knolle dicke, knackige Blattstiele mit kräftig-aromatischem Geschmack. Roh ist er ein klassischer Snack, gegart würzt er Suppen und Eintöpfe. Er hat einen langen Kulturzeitraum und einen hohen Wasser- und Nährstoffhunger, dafür belohnt er dich mit einer reichen Herbsternte.
Pflegehinweise
Säe ab März auf der Fensterbank vor (Lichtkeimer, nur andrücken) und pflanze die Setzlinge erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai · KW 20) aus, Kälte unter 10 °C lässt ihn schossen. Gieße reichlich und gleichmäßig und versorge ihn mit Kompost. Häufle die Stangen ab August an oder umwickle sie mit Papier, um sie milder und zarter zu bleichen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich
Stangensellerie will einen tiefgruendigen, humosen Boden, der gleichmaessig feucht bleibt - lehmig-humose Boeden sind ideal, weil sie Wasser gut halten. Staunaesse vertraegt er nicht, und auf sandigen Boeden brauchst du viel Kompost und musst konsequent giessen; ein leicht kalkhaltiger, nicht zu saurer Boden ist ihm am liebsten.
Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Pastinake) mittelzehrend — 4 Jahre Pause hält Möhrenfliege und Bodenpilze klein.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Apr–Jul
Arbeite vor dem Auspflanzen im Fruehjahr reifen Kompost und Hornspaene flach in den Boden ein. Weil Stangensellerie in der Wachstumsphase im Sommer stark zehrt, gibst du nach einigen Wochen eine organische Nachduengung, etwa mit Kompost oder Brennnesseljauche.
Überwinterung
Stangensellerie ist nicht winterhart und übersteht den DACH-Winter im Beet nicht — ernte alle Stangen vor dem ersten Nachtfrost, meist September bis Oktober. Willst du Samen ziehen, kannst du eine Pflanze im Kübel hell und frostfrei bei rund 10 °C überwintern; sonst säe im Frühjahr neu aus.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Stangensellerie vermehrst du ausschließlich über Aussaat — die Pflanze bildet keine Ausläufer, keine Brutzwiebeln und keinen teilbaren Wurzelstock, und das "Nachwachsen im Wasserglas" liefert nur kurzlebiges Blattwerk für die Küche, keine echten Jungpflanzen. Beachte: Botanisch ist Sellerie zweijährig, im Hausgarten ziehst du ihn aber als einjährige Kultur und erntest noch im ersten Jahr.
Starte die Voranzucht ab Ende Februar bis Mitte März auf der hellen Fensterbank oder im Gewächshaus. Säe die Samen oberflächig auf feuchte Anzuchterde — Stangensellerie ist Lichtkeimer und darf nur hauchdünn mit Sand bedeckt (oder gar nicht abgedeckt) werden. Halte die Erde gleichmäßig feucht und warm bei 18–20 °C; dann laufen die Samen in etwa 2–3 Wochen auf.
Sobald die Keimlinge das zweite echte Blattpaar zeigen, pikierst du sie in Einzeltöpfe. Stelle sie danach hell und mäßig warm — nicht zu kühl. Hier liegt der häufigste Fehler: Ein Kältereiz im Jungpflanzenstadium (etwa unter 15 °C über mehrere Tage) wirkt wie ein Winter und lässt die Pflanzen später vorzeitig schossen statt dicke Stangen zu bilden. Also weder verzärteln noch zu kalt halten.
Härte die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab und setze sie erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai ins Beet, wenn keine kalten Nächte mehr drohen — drohen doch noch kühle Nächte, decke die Pflänzchen ab, um das Schossen zu vermeiden. Ein Abstand von etwa 30–40 cm in der Reihe und 40–50 cm zwischen den Reihen sorgt für Luft und beugt Pilzkrankheiten vor. Stangensellerie hat eine lange Kulturdauer; eine frühe, aber nicht zu kühl geführte Anzucht zahlt sich aus.
Hinweis zur Sortenechtheit: Aus eigenem Saatgut keimt nur dann sortenechter Nachwuchs, wenn es keine F1-Hybride ist — bei Hybridsorten kaufst du das Saatgut jedes Jahr neu.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelSchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauch und 11 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Korbblütler (Asteraceae)
Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.
Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 56 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel KohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohlPalmkohl und 33 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel ErbseStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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