Der Mai trägt seinen alten Namen Wonnemonat zu Recht. Alles wächst, alles blüht, und der Garten steht endlich in vollem Saft. Für uns ist es der Monat der großen Umzüge: Was den Winter über auf der Fensterbank herangewachsen ist, zieht jetzt ins Freie. Nur ein Datum musst du dir merken, dann läuft der Rest fast von allein.
Der Mai umfasst grob KW 19 bis 22.
Erst die Eisheiligen, dann die Wärmekulturen
Die Eisheiligen sind kein Aberglaube, sondern eine erstaunlich verlässliche Wetterregel. Rund um den 11. bis 15. Mai, mit der Kalten Sophie als Schlusspunkt, schiebt sich oft noch einmal Kaltluft heran und bringt die letzten Nachtfröste. Erst danach ist die Luft raus aus dem Winter.
Tomaten, Gurken und Co. auspflanzen
Jetzt kommen die Lieblinge ins Beet. Setz Tomaten etwas tiefer, als sie im Topf standen, ruhig bis zum ersten Blattpaar. Am eingegrabenen Stängel bilden sie zusätzliche Wurzeln und stehen stabiler. Entferne die untersten Blätter, damit kein Erdspritzer Pilzsporen ans Laub trägt, und gib von Anfang an einen Stab oder eine Schnur als Halt.
Gurken, Zucchini, Paprika und Basilikum folgen nach demselben Prinzip: sonnig, warm, windgeschützt. Sobald die Tomaten wachsen, beginnt eine der wichtigsten Routinen des Sommers, das Ausgeizen. Dabei brichst du die Seitentriebe in den Blattachseln aus, damit die Pflanze ihre Kraft in die Früchte steckt statt in immer neues Laub.
Video: Tomaten richtig ausgeizen (GardenaDACH)Bohnen, Mais und Direktsaat
Ab Mitte Mai ist die Erde warm genug für die frostempfindlichen Direktsaaten. Stangenbohnen und Buschbohnen keimen jetzt zuverlässig. Stell den Stangenbohnen die Kletterhilfe vor der Saat auf, ein Zelt aus Stäben trägt am besten.
Zuckermais säst du nicht in eine lange Reihe, sondern in einen Block aus mehreren kurzen. Nur so bestäubt der Wind die Kolben vollständig. Auch Gurken und Kürbis lassen sich jetzt direkt ins warme Beet legen.
Der Mai ist großzügig. Was du ihm an Pflanzen anvertraust, gibt er dir im Sommer vielfach zurück.
Erdbeeren einstrohen, Kartoffeln anhäufeln
Die Erdbeeren blühen und setzen die ersten grünen Früchte an. Jetzt lohnt sich eine Handvoll Stroh unter die Pflanzen: Es hält die reifenden Beeren sauber und trocken und beugt der Graufäule vor.
Der Ziergarten legt Farbe nach
Nach den Eisheiligen dürfen auch die frostempfindlichen Sommerblumen und Knollen ins Beet. Dahlien sind die Stars des Spätsommers, aber ihre Knollen kommen erst jetzt in die Erde.
Dazu kommen Kapuzinerkresse, Ringelblume und Sonnenblume. Sie sind nicht nur schön, sondern locken Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an, deren Larven später Blattläuse vertilgen.
Schnecken und Läuse im Blick behalten
Mit dem feuchtwarmen Maiwetter kommen die Schnecken, und sie haben es genau auf deine frisch gepflanzten Salate und Jungpflanzen abgesehen. Ein Beet kann über Nacht kahlgefressen sein.
Dein Mai in Kürze
- AuspflanzenTomaten, Gurken, Paprika und Basilikum nach den Eisheiligen ins Freie.
- Direkt säenStangen- und Buschbohnen, Zuckermais im Block, Gurken und Kürbis.
- PflegenErdbeeren einstrohen, Kartoffeln anhäufeln, Tomaten ausgeizen und aufbinden.
- EisheiligeFrostempfindliches erst nach dem 15. Mai auspflanzen.
- Nützlinge fördernRingelblume und Kapuzinerkresse säen, Bienen und Schwebfliegen anlocken.
- Schnecken bremsenMorgens absammeln, Schneckenkragen setzen, Beetränder trocken halten.
Häufige Fragen
Wann genau sind die Eisheiligen vorbei?
Als Faustregel gilt der 15. Mai, die Kalte Sophie, als letzter kritischer Tag. Danach sind Spätfröste in den meisten Regionen unwahrscheinlich. In rauen Lagen oder Höhenlagen wartet man lieber noch ein paar Tage länger.
Muss ich Buschbohnen auch stützen?
Nein, Buschbohnen bleiben niedrig und kommen ohne Kletterhilfe aus. Nur Stangenbohnen brauchen ein Gerüst, und das stellst du am besten schon vor der Saat auf, damit du die Keimlinge nicht störst.
Warum säe ich Mais im Block und nicht in einer Reihe?
Mais wird vom Wind bestäubt. In einer einzelnen langen Reihe verweht der Pollen ins Leere, und die Kolben bleiben lückig. In einem quadratischen Block aus mehreren kurzen Reihen findet der Pollen zuverlässig die weiblichen Blüten.
Dein Mai auf einen Blick
Der Mai ist ein Fest, und er darf sich auch so anfühlen. Warte die Eisheiligen ab, dann pflanz beherzt aus, säe die Bohnen und den Mais und halt in den ersten Wochen ein Auge auf die Schnecken. Ist dieser Schritt geschafft, läuft der Garten in den Sommer, fast wie von selbst.
In Gartenkern hältst du fest, wann du was ausgepflanzt hast, und legst dir Erinnerungen fürs Ausgeizen und Anhäufeln an. Im nächsten Mai weißt du dann genau, welche Tomate ‚Berner Rose' bei dir am besten getragen hat und in welcher Ecke die Schnecken am hungrigsten waren. So wird jedes Gartenjahr ein Stück entspannter.

