Tropaeolum majus
Kapuzinerkresse
Volksnamen: Große Kapuzinerkresse, Indische Kresse
Foto: George Chernilevsky · Public Domain · Quelle
Beschreibung
Die Kapuzinerkresse verbindet Zier und Nutzen: Ihre leuchtend orangeroten Blüten schmecken pfeffrig-scharf wie Kresse, und die jungen Knospen lassen sich als falsche Kapern einlegen. Als Rankpflanze begrünt sie Zäune und lockt Blattläuse von Nachbarbeeten weg.
Pflegehinweise
Lege die großen Samen ab Mai direkt ins Beet an einen sonnigen Platz mit eher magerem Boden, denn zu viel Stickstoff bringt nur Blätter statt Blüten. Gieße gleichmäßig und ernte Blätter, Blüten und Knospen laufend bis zum ersten Frost. An kletternden Sorten hilft eine Rankhilfe.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, durchlässig, mager
Kapuzinerkresse will mageren, gut durchlässigen Boden — je nährstoffärmer, desto mehr Blüten statt Blattmasse. Lockere schwere, lehmige Böden mit etwas Sand auf und vermeide unbedingt Staunässe; direkte Aussaat in normalen Gartenboden ohne Kompost-Anreicherung reicht völlig.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Apr–Mai
Im Freiland brauchst du in der Regel gar nicht zu düngen — zu viel Stickstoff fördert Blätter auf Kosten der Blüten. Nur im nährstoffarmen Kübel kannst du im Frühjahr zur Aussaat etwas reifen Kompost flach einarbeiten. Zeigen sich auf sehr magerem Boden gelbe Blätter, hilft eine zurückhaltende organische Gabe im Frühjahr.
Überwinterung
Kapuzinerkresse ist nicht winterhart und stirbt im DACH-Tiefland beim ersten Frost ab — halte sie einjährig: sammle im Herbst reife Samen, lagere sie trocken und säe ab Mitte April neu aus. Eine Kübelpflanze kannst du stattdessen überwintern, indem du sie vor dem ersten Nachtfrost zurückschneidest, an einen hellen, frostfreien Platz ins Haus stellst und über Winter nur sparsam gießt.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Stecklinge
- Absenker
Aussaat (Hauptmethode): Kapuzinerkresse ist ein Dunkelkeimer — bedecke die Samen beim Aussäen mit einer Erdschicht von etwa doppelter Korngröße (ca. 1–2 cm). Die Samen sind hart und groß; weiche sie vor der Aussaat einige Stunden (etwa 4–8 Stunden) in lauwarmem Wasser ein, das verkürzt die Keimzeit spürbar und macht die Keimung zuverlässiger. Ab Mitte/Ende April kannst du direkt ins Freiland säen, sobald keine Nachtfröste mehr drohen; eine Vorkultur auf der Fensterbank ist ab Ende März/Mitte April möglich und bringt frühere Blüte. Bei etwa 18–25 °C zeigen sich die ersten Keimblätter nach 7–14 Tagen. Wenn du vorziehst, pikiere behutsam und setze die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen aus. Kapuzinerkresse sät sich an warmem Standort auch selbst aus — reife Samen fallen ab und keimen im Folgejahr. Stecklinge (Sortentreue-Alternative): Wenn du eine bestimmte Sorte oder Farbe sortentreu erhalten willst, schneide während der Wachstumsperiode etwa 10–15 cm lange, nicht verholzte Triebspitzen ab und stecke sie in feuchte, nährstoffarme Anzuchterde. Halte die Erde gleichmäßig feucht ohne Staunässe und stelle den Topf warm. Oft bilden sich schon in der ersten Woche neue Wurzeln. Da Kapuzinerkresse frostempfindlich ist und in Mitteleuropa einjährig kultiviert wird, sind Stecklinge vor allem dann sinnvoll, wenn du eine Lieblingspflanze vor dem ersten Frost überwintern oder vermehren möchtest. Absenker (für Sorten ohne keimfähige Samen): Du kannst im Sommer einen äußeren Trieb in eine flache Rille im Boden (oder einen daneben gestellten, mit Erde gefüllten Topf) legen, mit Erde bedecken und mit einem Stein oder einer Drahtklammer fixieren — die Triebspitze schaut am Ende heraus. Die Mutterpflanze versorgt den Absenker weiter, während er bewurzelt. Sobald der neue Trieb sichtbar wächst, ist er ausreichend bewurzelt und du kannst die Verbindung trennen. Diese Methode lohnt besonders bei besonderen Sorten, die keine keimfähigen Samen bilden.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Aus dem Magazin
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