Der Oktober ist ein Doppelmonat. Einerseits bringst du die letzte große Ernte ein und lagerst ein, was bis in den Winter reichen soll. Andererseits ist er der beste Pflanzmonat des Jahres, denn der Boden ist noch warm, die Luft schon feucht, und alles, was du jetzt setzt, wurzelt bis zum Frost gut ein. Es lohnt sich, beides ernst zu nehmen.
Der Oktober umfasst grob KW 41 bis 44.
Das letzte Gemüse einbringen und einlagern
Bevor der erste Dauerfrost kommt, holst du das lagerfähige Wurzelgemüse aus der Erde: Möhren, Rote Bete, Pastinaken und Knollensellerie. Auch die späten Kartoffeln müssen jetzt raus.
Manches Gemüse bleibt dagegen einfach im Beet. Grünkohl, Rosenkohl, Porree und Feldsalat sind hart im Nehmen und schmecken nach den ersten Frösten sogar besser.
Jetzt ist die beste Pflanzzeit
Was viele nicht wissen: Der Herbst schlägt das Frühjahr als Pflanzzeit. Wurzelnackte Obstbäume, Beerensträucher und Rosen wachsen jetzt besonders gut an, weil sie über den Winter in Ruhe einwurzeln und im Frühjahr sofort durchstarten.
Bäume und Sträucher richtig setzen
Hebe das Pflanzloch doppelt so breit wie den Wurzelballen aus und lockere die Sohle. Setz das Gehölz so tief, wie es vorher stand, an der dunkleren Rindenmarke erkennbar, und veredelte Bäume mit der Veredelungsstelle deutlich über dem Boden.
Fülle mit dem gelockerten Aushub auf, tritt ihn leicht an und gieße gründlich ein, auch wenn es feucht ist. Ein Pfahl auf der Wetterseite gibt dem jungen Baum Halt.
Auch die letzten Blumenzwiebeln für Tulpen und Narzissen dürfen noch in die Erde, und der Knoblauch fürs nächste Jahr wird jetzt gesteckt.
Wer im Oktober einen Baum pflanzt, pflanzt Geduld. Und die ist im Garten immer die beste Investition.
Laub ist kein Abfall
Das fallende Laub ist eine der besten Ressourcen des Gartens, wenn du es richtig nutzt. Vom Rasen und von immergrünen Polstern rechst du es ab, sonst fault das Gras darunter. Alles andere bleibt im Kreislauf.
Den Garten winterfest machen
Nach dem ersten leichten Frost werden die Knollen der Dahlien und Gladiolen ausgegraben, abgetrocknet und frostfrei eingelagert. Empfindliche Kübelpflanzen ziehen ins Winterquartier, und die Kübel, die draußen bleiben, rückst du an die Hauswand und stellst sie auf Füße. Vergiss die Technik nicht: Entleere Wasserleitungen, Schläuche und die Regentonne, bevor der Frost sie sprengt. Abgeerntete Beete bekommen eine Mulchdecke oder eine Gründüngung, damit sie nicht nackt in den Winter gehen.
Dein Oktober in Kürze
- EinlagernMöhren, Rote Bete und Sellerie in feuchtem Sand kühl und frostfrei lagern.
- PflanzenObstgehölze, Beerensträucher und Rosen setzen, letzte Blumenzwiebeln stecken.
- Laub nutzenVom Rasen abrechen, Laubhaufen anlegen, Beete mit Laub mulchen.
- Winterfest machenDahlienknollen bergen, Kübel schützen, Wasserleitungen entleeren.
- Tiere fördernLaub- und Reisighaufen als Winterquartier für Igel und Insekten stehen lassen.
- Beete deckenFreie Flächen mulchen oder mit Gründüngung über den Winter bringen.
Häufige Fragen
Warum ist der Herbst besser zum Pflanzen als das Frühjahr?
Weil der Boden noch warm ist und über den Winter feucht bleibt. Wurzelnackte Gehölze wurzeln in dieser Zeit in Ruhe ein und treiben im Frühjahr sofort durch, während im Frühling gesetzte Pflanzen erst noch anwachsen müssen und bei Trockenheit leiden.
Muss ich alles Laub wegräumen?
Nein, nur vom Rasen und von immergrünen Polstern, weil sie darunter faulen. Auf Beeten und unter Sträuchern ist Laub eine wertvolle Mulch- und Schutzschicht, und ein Laubhaufen in der Ecke ist ein wichtiges Winterquartier für Tiere.
Wann grabe ich Dahlienknollen aus?
Nach dem ersten leichten Frost, der das Laub schwarz färbt. Dann die Knollen ausgraben, abtrocknen lassen und frostfrei bei etwa 5 bis 10 Grad in Kisten mit Sand oder Erde überwintern.
Dein Oktober auf einen Blick
Der Oktober verlangt ein letztes Mal Einsatz, bevor Ruhe einkehrt. Bring die Ernte trocken ins Lager, nutz die gute Pflanzzeit für einen neuen Baum oder Strauch, und lass Laub und Beete als Schutz und Lebensraum liegen, wo sie hingehören. Danach darf der Garten durchatmen, und du auch.
In Gartenkern hältst du fest, was du eingelagert und wo du welchen Baum gepflanzt hast. Im nächsten Jahr weißt du dann genau, wie lange deine Möhre ‚Rodelika' im Sandlager frisch geblieben ist und wann der junge Apfelbaum in die Erde kam. So wächst dein Garten mit jedem Herbst ein Stück weiter.

