Cucurbita pepo var. fastigata
Spaghettikürbis
Volksnamen: Spaghettikraut
Foto: Rudolphous · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Der Spaghettikürbis ist ein Küchen-Kuriosum: Gekocht zerfällt sein Fruchtfleisch in lange, spaghettiartige Fäden, die du wie Nudeln mit Soße servieren kannst. Die länglich-gelben Früchte sind mild im Geschmack und eine leichte, kohlenhydratarme Pasta-Alternative.
Pflegehinweise
Ziehe ihn ab April im Haus vor und setze ihn nach den Eisheiligen (Mitte Mai · KW 20) an einen sonnigen Platz mit nährstoffreichem Boden und viel Rankfläche. Gieße regelmäßig an die Wurzel und mulche gegen Austrocknung. Ernte, wenn die Schale durchgängig gelb und hart ist und der Stiel zu verkorken beginnt, und lass die Früchte vor der Lagerung ein bis zwei Wochen nachreifen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Spaghettikürbis braucht einen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Lehmboden, der Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser gut ableitet. Schwere, verdichtete Böden lockerst du vor der Pflanzung großzügig mit reifem Kompost auf und vermeidest unbedingt Staunässe, da die Wurzeln sonst faulen.
Kürbisgewächse (Gurke, Kürbis, Zucchini) sind starkzehrend — gib ihnen viel Kompost und etwa 4 Jahre Pause am selben Beet.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär, Apr, Jun, Jul
Arbeite im Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost und Hornspäne flach in den Boden ein — das versorgt die Pflanze über den ganzen Sommer. Ab der Fruchtbildung (ab etwa Mitte Juni) kannst du mit organischer Flüssigdüngung wie Brennnesseljauche oder Komposttee nachdüngen, das fördert kräftige Früchte.
Überwinterung
Spaghettikürbis ist einjährig und stirbt beim ersten Frost ab — die Pflanze überwintert nicht, du säst im Frühjahr neu aus. Ernte alle Früchte rechtzeitig vor dem Frost und lagere sie trocken, dunkel und kühl (etwa 10–15 °C), dann halten sie mehrere Monate.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Spaghettikürbis vermehrst du ausschließlich durch Aussaat. Für die Vorkultur steckst du ab Mitte April zwei Samen hochkant (ca. 2–3 cm tief) in je einen 10–12-cm-Topf mit nährstoffarmer Anzuchterde und stellst ihn an einen warmen, hellen Platz bei rund 18–21 °C. Nach der Keimung (meist 8–15 Tage) lässt du nur das kräftigste Pflänzchen stehen. Kürbisse sind sehr kälteempfindlich, Wärme ist der wichtigste Faktor. Frühestens nach den Eisheiligen Mitte Mai – der Boden sollte dauerhaft über 12 °C warm sein – pflanzt du ins Freiland an einen sonnigen, windgeschützten Standort mit humusreicher Erde; gewöhne die Jungpflanzen vorher ein paar Tage ans Freie. Direktsaat vor Ort ist nach den Eisheiligen möglich: Stecke dann je Stelle mehrere Samen und vereinzle auf die stärkste Pflanze, sobald sie drei bis vier Laubblätter hat.
Eigene Samengewinnung funktioniert nur bei samenfesten Sorten – nicht bei F1-Hybriden (viele Spaghettikürbis-Sorten wie ‚Tivoli‘ sind F1), deren Nachkommen nicht sortenecht ausfallen. Prüfe also vor dem Nachbau, ob deine Sorte samenfest ist. Bei samenfesten Sorten lässt du einzelne Früchte an der Pflanze vollständig ausreifen, bis die Schale hart ist und kein Fingernagel mehr Spuren hinterlässt. Nach der Ernte lagerst du die Frucht mindestens drei bis vier Wochen nach, öffnest sie dann, wäschst die Samen mit kühlem Wasser sauber und trocknest sie rund zwei Wochen auf einem Teller – täglich wenden, bis sie brechen statt biegen. Da Spaghettikürbis zur Art Cucurbita pepo gehört, kreuzt er leicht mit anderen pepo-Sorten (Zucchini, Patisson, Zierkürbisse). Eine Kreuzung mit Zierkürbissen ist besonders heikel, weil deren bitteres Cucurbitacin in die Nachkommen gelangen kann – solche Früchte sind ungenießbar bis giftig. Willst du sortenreines Saatgut, baue in der Saison nur eine pepo-Sorte an, halte großen Abstand zu anderen pepo-Pflanzen oder handbestäube einzelne Blüten und verschließe sie direkt danach.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.
Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Kartoffel und Gurke teilen sich Krankheitserreger wie die Kraut- und Braunfäule und stehen sich als Starkzehrer im Weg.
Zum Beispiel TomatePaprikaAubergineCocktailtomateAndenbeereChili und 8 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Erfahrungen aus echten Gärten
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