Der Juni ist der Monat, in dem sich die Mühe der letzten Wochen zum ersten Mal richtig auszahlt. Die Beete stehen dicht und grün, es duftet nach warmer Erde, und im Korb landen die ersten eigenen Erdbeeren. Gleichzeitig ist der Frühsommer kein Monat zum Zurücklehnen: Wer jetzt weiter sät, pflanzt und pflegt, erntet bis weit in den Herbst.
Der Juni umfasst grob KW 23 bis 26.
Die erste große Ernte
Jetzt füllt sich der Korb. Erdbeeren stehen in Vollernte, Erbsen und Zuckererbsen sind prall, dazu kommen Kohlrabi, Radieschen, Salate und die ersten Zucchini.
Wie im Hochsommer gilt schon jetzt: Wer regelmäßig erntet, erntet länger. Nimm den Pflanzen die reifen Früchte alle paar Tage ab, dann schieben sie unermüdlich neue nach. Am besten pflückst du morgens, dann sind die Früchte fest und aromatisch.
Johannistag: Schlusspunkt für Rhabarber und Spargel
Der 24. Juni, der Johannistag, ist eine alte Gärtnerregel mit gutem Grund. Bis dahin erntest du Rhabarber und Spargel, danach lässt du beide in Ruhe.
Jetzt schon an den Herbst denken
Das ist das Geheimnis eines Gartens, der bis in den Winter versorgt: Wo jetzt ein Beet frei wird, kommt sofort die nächste Kultur hinein. Der Winterkohl will jetzt gepflanzt, das Lagergemüse jetzt gesät sein.
- Winterkohl auspflanzen: Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing als Jungpflanzen ins Beet.
- Lagergemüse säen: Lagermöhren, Rote Bete und Buschbohnen für die Herbsternte.
- Herbstsalate vorbereiten: Chicorée, Fenchel, Zuckerhut und Endivie säen.
Ein guter Gärtner erntet und sät am selben Tag. Der Juni gehört beidem zugleich.
Kartoffelkäfer und andere Sommergäste
Mit der Wärme kommen die Schädlinge. Setz auf Beobachtung und sanfte Mittel, dann bleibt der Griff zur Chemie meist unnötig. Der auffälligste Gast an den Kartoffeln ist jetzt der Kartoffelkäfer.
Geh die Kartoffelreihen regelmäßig ab und sammle Käfer, Larven und die orangefarbenen Eigelege an den Blattunterseiten ab. Wer früh dran ist, hält den Befall klein. Kohl schützt du mit einem engmaschigen Netz vor dem Kohlweißling, und Blattläuse spülst du mit einem harten Wasserstrahl ab.
Gießen, mulchen, ausgeizen
Der Wasserbedarf steigt jetzt spürbar. Wässere lieber selten und durchdringend als täglich ein bisschen, am besten früh am Morgen und an die Wurzel statt über das Laub. Die Tomaten geizt du weiter aus und bindest sie auf, damit sie ihre Kraft in die Früchte stecken.
Dein Juni in Kürze
- ErntenErdbeeren, Erbsen, Kohlrabi und erste Zucchini regelmäßig abnehmen.
- Winterkohl pflanzenGrünkohl, Rosenkohl und Wirsing als Jungpflanzen ins Beet setzen.
- NachsäenLagermöhren, Rote Bete und Herbstsalate für die späte Ernte.
- SchädlingeKartoffelkäfer absammeln, Kohl mit Netz schützen, Läuse abspülen.
- JohannistagRhabarber und Spargel nur bis zum 24. Juni ernten.
- PflegenMorgens durchdringend gießen, mulchen, Tomaten ausgeizen und aufbinden.
Häufige Fragen
Warum soll ich Rhabarber nach dem 24. Juni nicht mehr ernten?
Weil die Pflanze ab jetzt Reserven für das nächste Jahr einlagert. Erntest du weiter, schwächst du sie, und der Oxalsäuregehalt der Stangen steigt. Lass ihr den Sommer, dann treibt sie im Frühjahr wieder kräftig aus.
Ist es nicht zu früh, im Juni schon für den Herbst zu säen?
Im Gegenteil, für viele Winter- und Lagerkulturen ist jetzt der ideale Termin. Winterkohl, Lagermöhren und Herbstsalate brauchen die Sommerwochen, um bis zur kalten Jahreszeit heranzuwachsen.
Muss ich Kartoffelkäfer wirklich absammeln?
Für den Hausgarten ist das die einfachste und wirksamste Methode. Kontrollier die Pflanzen alle paar Tage und sammle Käfer, Larven und die orangen Eigelege ab. So bleibt der Befall klein, ganz ohne Spritzmittel.
Dein Juni auf einen Blick
Der Juni ist ein Geben und Nehmen: Du erntest zum ersten Mal richtig und säst zugleich schon für den Herbst. Lass dich vom vollen Beet nicht stressen. Eine kurze Runde alle paar Tage, bei der du erntest, gießt und nach Schädlingen schaust, hält alles im Gleichgewicht.
In Gartenkern hältst du fest, was wann reif war und was du nachgesät hast. Im nächsten Juni weißt du dann genau, wann deine Erdbeere ‚Mieze Schindler' das erste Mal getragen hat und welches Beet nach den Erbsen frei wurde. So plant sich das Gartenjahr mit jeder Saison ein Stück leichter.

