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Brassica oleracea var. gongylodes

Kohlrabi

Volksnamen: Oberrübe, Rübkohl

Kohlrabi

Beschreibung

Kohlrabi ist der unkomplizierteste Kohl im Beet und schon nach wenigen Wochen erntereif. Die zarte, milde Knolle schmeckt roh am besten. Neben den hellgrünen gibt es violette Sorten wie ‚Blauer Delikatess’, die optisch auffallen.

Pflegehinweise

Säe ihn ab März (KW 11) vor oder direkt ins Beet und pflanze ihn flach, damit die Knolle sauber über dem Boden sitzt. Gieße gleichmäßig, denn bei Trockenheit platzt oder verholzt die Knolle leicht. Ernte ihn jung, sobald er tennisball- bis faustgroß ist, dann ist er am zartesten.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6.4–7.28.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfMittel

Gib Kohlrabi einen lockeren, humosen und gleichmäßig feuchten Boden — leichte, schnell erwärmende Böden fürs Frühjahr, mittelschwere mit konstantem Wasserangebot für den Sommeranbau. Vermeide Staunässe und Verdichtung und halte den Boden eher kalkbetont (pH um 6,5–7,0), denn niedrige pH-Werte und nasse Standorte begünstigen die Kohlhernie.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Jun

Arbeite im Frühjahr vor der Pflanzung reifen Kompost flach ins Beet ein — als Mittelzehrer kommt Kohlrabi mit einer moderaten Grundversorgung gut aus. Ergänze bei Bedarf eine organische Stickstoffquelle wie Hornspäne als Langzeitgabe. Während der Knollenbildung kannst du verdünnt mit Brennnesseljauche nachhelfen. Dünge zurückhaltend: Zu viel Stickstoff lässt Kohlrabi vermehrt Nitrat in der Knolle einlagern.

Überwinterung

Kohlrabi baust du einjährig an: Du erntest die Knollen in derselben Saison, in der du aussäst – er überwintert nicht im Beet. Hol die Knollen vor dem ersten kräftigen Frost rein; späte Sorten kannst du mit Vlies oder einer Laubschicht noch etwas länger draußen lassen. Geerntete Knollen hältst du kühl und feucht ein paar Tage frisch, für länger frierst du sie blanchiert ein und säst im nächsten Frühjahr neu aus.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Kohlrabi wird ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Du kannst ihn ab Mitte Februar im Haus oder Gewächshaus vorziehen: Samen ca. 0,5–1 cm tief in Anzuchterde stecken, bei 16–20 °C keimen die Samen in etwa 6–12 Tagen. Nach rund vier Wochen, wenn die Jungpflanzen kräftig sind, gewöhnst du sie etwa zehn Tage lang ans Freiland an (tagsüber raus, nachts rein), bevor du sie ab Mitte März bis April ins Beet pflanzt. Direktsaat ins Freiland ist ab April/Mai möglich, sobald der Boden auf mindestens 10 °C erwärmt ist — Saattiefe rund 1 cm, Reihenabstand ca. 25–30 cm, später auf 15–20 cm vereinzeln. Durch gestaffelte Aussaaten von Februar bis in den Sommer verlängerst du die Ernte über viele Wochen. Wichtig: Stehen die Jungpflanzen längere Zeit zu kühl (etwa 5–12 °C), riskierst du vorzeitiges Schossen statt Knollenbildung — halte sie nach der Keimung lieber hell bei 14–18 °C.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel ErbseDicke BohneFeuerbohneLimabohneInkarnatkleeKichererbse und 27 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 27 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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