Brassica oleracea var. gongylodes
Kohlrabi
Volksnamen: Oberrübe, Rübkohl
Foto: Toubib at Dutch Wikipedia · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Kohlrabi ist der unkomplizierteste Kohl im Beet und schon nach wenigen Wochen erntereif. Die zarte, milde Knolle schmeckt roh am besten. Neben den hellgrünen gibt es violette Sorten wie ‚Blauer Delikatess’, die optisch auffallen.
Pflegehinweise
Säe ihn ab März (KW 11) vor oder direkt ins Beet und pflanze ihn flach, damit die Knolle sauber über dem Boden sitzt. Gieße gleichmäßig, denn bei Trockenheit platzt oder verholzt die Knolle leicht. Ernte ihn jung, sobald er tennisball- bis faustgroß ist, dann ist er am zartesten.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Gib Kohlrabi einen lockeren, humosen und gleichmäßig feuchten Boden — leichte, schnell erwärmende Böden fürs Frühjahr, mittelschwere mit konstantem Wasserangebot für den Sommeranbau. Vermeide Staunässe und Verdichtung und halte den Boden eher kalkbetont (pH um 6,5–7,0), denn niedrige pH-Werte und nasse Standorte begünstigen die Kohlhernie.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Jun
Arbeite im Frühjahr vor der Pflanzung reifen Kompost flach ins Beet ein — als Mittelzehrer kommt Kohlrabi mit einer moderaten Grundversorgung gut aus. Ergänze bei Bedarf eine organische Stickstoffquelle wie Hornspäne als Langzeitgabe. Während der Knollenbildung kannst du verdünnt mit Brennnesseljauche nachhelfen. Dünge zurückhaltend: Zu viel Stickstoff lässt Kohlrabi vermehrt Nitrat in der Knolle einlagern.
Überwinterung
Kohlrabi baust du einjährig an: Du erntest die Knollen in derselben Saison, in der du aussäst – er überwintert nicht im Beet. Hol die Knollen vor dem ersten kräftigen Frost rein; späte Sorten kannst du mit Vlies oder einer Laubschicht noch etwas länger draußen lassen. Geerntete Knollen hältst du kühl und feucht ein paar Tage frisch, für länger frierst du sie blanchiert ein und säst im nächsten Frühjahr neu aus.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Kohlrabi wird ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Du kannst ihn ab Mitte Februar im Haus oder Gewächshaus vorziehen: Samen ca. 0,5–1 cm tief in Anzuchterde stecken, bei 16–20 °C keimen die Samen in etwa 6–12 Tagen. Nach rund vier Wochen, wenn die Jungpflanzen kräftig sind, gewöhnst du sie etwa zehn Tage lang ans Freiland an (tagsüber raus, nachts rein), bevor du sie ab Mitte März bis April ins Beet pflanzt. Direktsaat ins Freiland ist ab April/Mai möglich, sobald der Boden auf mindestens 10 °C erwärmt ist — Saattiefe rund 1 cm, Reihenabstand ca. 25–30 cm, später auf 15–20 cm vereinzeln. Durch gestaffelte Aussaaten von Februar bis in den Sommer verlängerst du die Ernte über viele Wochen. Wichtig: Stehen die Jungpflanzen längere Zeit zu kühl (etwa 5–12 °C), riskierst du vorzeitiges Schossen statt Knollenbildung — halte sie nach der Keimung lieber hell bei 14–18 °C.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel ErbseDicke BohneFeuerbohneLimabohneInkarnatkleeKichererbse und 27 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 27 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Sorten
4 Sorten‚Azur Star‘
Ein früher, kräftig blau-violetter Kohlrabi, der schon im Frühbeet oder unter Vlies durchstartet.
‚Delikatess Blauer‘
Eine bewährte, samenfeste Liebhabersorte mit blauviolett überhauchter Knolle und besonders feinem, zartem Fleisch.
‚Noriko‘
Ein früher weißer Kohlrabi, der sich durch seine ausgeprägte Platzfestigkeit auszeichnet: Die Knollen bleiben länger…
‚Superschmelz‘
Der berühmte Riesen-Kohlrabi aus der Schweiz, dessen weiße Knollen mehrere Kilo schwer werden können und trotzdem zart bleiben.
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Aus dem Magazin
Kohlrabi, die Schnellkultur: satzweise säen, zart ernten
Kohlrabi ist in acht bis zehn Wochen erntereif. Wer satzweise von KW 12 bis 30 sät, flach pflanzt und gleichmäßig gießt, erntet den ganzen Sommer zarte Knollen.
Juni: Die erste große Ernte und volle Fahrt im Beet
Der Juni bringt die erste große Ernte: Erdbeeren, Erbsen und Kohlrabi füllen den Korb. Gleichzeitig läuft die Aussaat für den Herbst weiter, und die ersten Schädlinge wollen im Zaum gehalten werden. Dein Plan für den Frühsommer.
