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Brassica oleracea var. sabauda

Wirsing

Volksnamen: Wirsingkohl, Welschkohl

Wirsing

Beschreibung

Der Wirsing fällt durch seine krausen, blasig gewölbten Blätter auf und ist milder und zarter als Weiß- oder Rotkohl. Die späten Sorten vertragen ordentlich Frost und schmecken nach den ersten kalten Nächten besonders fein, er gehört zu den dankbarsten Wintergemüsen.

Pflegehinweise

Säe gestaffelt von März bis Juni vor und pflanze die Setzlinge mit einer Armlänge Abstand ins humusreiche Beet. Halte den Boden gleichmäßig feucht, schütze die jungen Pflanzen mit einem Netz vor dem Kohlweißling und ernte ab August nach Bedarf, die späten Sorten lässt du ruhig bis in den Dezember stehen.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 4 h am Tag
WinterhärteWinterhart
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfHoch

Wirsing mag tiefgruendige, lehmig-humose Boeden, die gleichmaessig feucht bleiben, aber keine Staunaesse bilden. Er ist kalkliebend: Halte den pH-Wert moeglichst bei 6,5 bis 7,5, denn unter etwa 6,5 leidet die Kopfbildung und das Risiko fuer Kohlhernie steigt deutlich. Sandige Boeden vor dem Pflanzen grosszuegig mit reifem Kompost und etwas Kalk verbessern.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Starkzehrer

Monate

Mär–Jul

Arbeite im Fruehjahr, ein paar Wochen vor dem Pflanzen, reifen Kompost und Hornspaene flach ins Beet ein. Sobald sich ab dem Sommer die Koepfe bilden, kannst du mit Brennnessel- oder Beinwelljauche nachduengen. Einige Wochen vor der Ernte nicht mehr duengen, sonst leiden Geschmack und Haltbarkeit.

Überwinterung

Späte Wintersorten lässt du einfach im Beet stehen und erntest sie nach und nach frisch bis ins Frühjahr — sie vertragen Frost in der Regel locker. Bei lang anhaltender, strenger Kälte deckst du den Wurzel- und Kopfbereich mit trockenem Laub und Reisig ab; frühe Sorten erntest du dagegen vor den ersten harten Frösten.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Wirsing vermehrst du ausschließlich per Aussaat — vegetative Methoden sind bei dieser Kohlart nicht üblich. Je nach Sortentyp wählst du das passende Zeitfenster:

Frühsorten (Ernte ab Juli): Säe ab Februar auf der Fensterbank oder im Gewächshaus in nährstoffarme Anzuchterde, ca. 1 cm tief. Bei rund 18 °C keimen die Samen binnen einer Woche; kühler keimt es etwas langsamer. Sobald die Keimlinge kräftig sind und die ersten echten Blätter zeigen, pikierst du die stärksten Pflänzchen in Einzeltöpfe. Ab April pflanzt du sie mit etwa 40 × 40 cm Abstand ins Freiland; eine Vliesabdeckung schützt bei späten Nachtfrösten.

Mittlere Sorten (Ernte August–November): Voranzucht ab April im Frühbeet oder auf der Fensterbank, Auspflanzen von Mai bis Juli.

Spätsorten und Winterwirsing (Ernte Oktober bis April): Direktsaat ab Juli bis spätestens Mitte August ins Beet, Saattiefe 1 cm, Keimtemperatur ca. 18 °C. Reihenabstand 50–60 cm, später auf 40–50 cm vereinzeln. Ein Gemüsenetz schützt direkt nach dem Auspflanzen vor Kohlfliege und Raupen.

Vor dem Umsetzen ins Freiland härtest du Jungpflanzen ab, indem du sie einige Tage tagsüber ins Freie stellst. Beachte die Fruchtfolge: Wirsing — wie alle Kohlarten — sollte frühestens nach 4 Jahren wieder an denselben Standort. Hinweis: Bei F1-Sorten lohnt sich die eigene Samengewinnung nicht, da die Nachkommen nicht sortenecht ausfallen; samenfeste, offen abblühende Sorten kannst du dagegen selbst nachziehen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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