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Magazin4. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

März: Wenn die Aussaat-Saison beginnt

Der März ist der Startschuss: Der Boden erwacht, die ersten Samen dürfen direkt ins Beet, und im Ziergarten leuchten Tulpen und Narzissen. Wir zeigen dir, was jetzt gesät, gepflanzt und geschnitten wird.

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Garten & Redaktion
Leuchtend gelb blühender Forsythienstrauch vor blauem Frühlingshimmel
Wenn die Forsythie blüht, ist die Zeit für den Rosenschnitt gekommen. · Foto: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0
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Im März kippt die Waage endgültig. Die Tage werden spürbar länger, die Sonne bekommt Kraft, und an den ersten warmen Nachmittagen riecht die Erde wieder nach Garten. Jetzt beginnt die eigentliche Aussaat-Saison, drinnen wie draußen. Es ist der Monat, in dem aus Planung endlich Hand anlegen wird.

Ein Wort zur Geduld vorweg: Der März ist launisch. Auf einen milden Tag folgt oft wieder Nachtfrost. Lass dich davon nicht treiben und säe im Zweifel lieber ein paar Tage später, wenn der Boden warm genug ist. Der März umfasst grob KW 10 bis 13.

Frisch vorbereitetes Hochbeet mit lockerer Erde und ersten Reihen im Frühling
Erst der Boden, dann die Saat. · Foto: Acabashi, CC BY-SA 4.0

Der Boden macht den Anfang

Bevor ein einziges Korn in die Erde kommt, ist der Boden dran. Warte, bis die Beete abgetrocknet sind. Der einfache Test: Nimm eine Handvoll Erde und drück sie zusammen. Zerfällt sie wieder, ist der Boden bereit. Bleibt ein nasser Klumpen, ist es noch zu früh.

Dann lockerst du die Fläche vorsichtig, ohne sie tief umzugraben, und arbeitest ein bis zwei Liter reifen Kompost je Quadratmeter flach ein. Das genügt den meisten Gemüsen als Startdüngung für Wochen.

Jetzt wird direkt gesät

Das ist der große Moment: Viele Gemüse dürfen jetzt direkt ins Freiland. Robuste Kulturen keimen schon bei niedrigen Temperaturen, ein Vlies darüber hilft in den ersten Wochen. Diese Aussaaten gelingen im März zuverlässig:

Zieh die Rillen mit der Ecke der Harke, säe dünn, bedecke die Samen nur so tief wie das Korn dick ist, und drück die Erde leicht an. Vorsichtig angießen, mit der Brause statt dem Schwall, damit die Saat nicht wegschwimmt. Ein Schildchen mit Sorte und Datum spart dir später das Rätselraten.

Der März verlangt nur eines von dir: den Mut, anzufangen, und die Ruhe, dem Wetter nicht hinterherzurennen.

Die Anzucht geht weiter

Auf der Fensterbank läuft parallel die Vorkultur weiter. Anfang März ist der beste Zeitpunkt, um Tomaten auszusäen. Zu früh gesät, werden sie bis zum Auspflanzen im Mai zu groß und sparrig. Gegen Ende des Monats folgen die schnellen Wärmekulturen Zucchini und Kürbis, außerdem Kohl, Salate und Lauch.

Obstgehölze und Rhabarber pflanzen

Solange die Gehölze noch nicht ausgetrieben haben, ist Pflanzzeit. Wurzelnackte Obstbäume und Beerensträucher wachsen jetzt am besten an. Auch Rhabarber lässt sich im März pflanzen oder teilen: Stich einen alten, kräftigen Horst mit dem Spaten in Stücke, jedes mit mindestens einer Knospe, und setz sie an einen sonnigen, nährstoffreichen Platz. Im ersten Jahr erntest du noch nicht, dann dafür viele Jahre lang.

Der Ziergarten explodiert in Farbe

Jetzt zahlt sich aus, was du im Herbst in die Erde gesteckt hast. Tulpen, Narzissen und Krokusse bringen die erste große Farbe ins Beet, und mit ihnen kommen die ersten Hummeln.

Buntes Frühlingsbeet mit blühenden Tulpen in Rot und Gelb
Tulpen bringen kräftige Farbe.· Foto: vsvbg, CC BY-SA 3.0
Gelbe Narzissen blühen in dichten Horsten im Frühlingsgarten
Narzissen kehren jedes Jahr wieder.· Foto: Acabashi, CC BY-SA 4.0

Das leuchtende Gelb der Forsythie ist außerdem das verlässlichste Signal des Gärtnerjahres: Jetzt ist Zeit für den Rosenschnitt. Schneide über einem nach außen zeigenden Auge zurück, entferne totes und schwaches Holz und lichte die Mitte aus. Auch viele Stauden lassen sich jetzt teilen. Das verjüngt die Pflanze und schenkt dir nebenbei Nachschub für andere Beete oder die Gartenfreundin nebenan.

Dein März in Kürze

  • Boden vorbereitenBeete lockern, sobald die Erde abgetrocknet ist, Kompost flach einarbeiten.
  • Direkt säenMöhren, Radieschen, Erbsen, Spinat und Pflücksalat ins Freiland.
  • Weiter vorziehenTomaten Anfang, Zucchini und Kürbis Ende März am Fenster aussäen.
  • PflanzenWurzelnackte Obstgehölze setzen, Rhabarber pflanzen oder teilen.
  • SchützenJunge Saaten mit Vlies wärmen, an nächtlichen Frost denken.
  • ZiergartenRosen schneiden, wenn die Forsythie blüht, Stauden teilen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob der Boden zum Säen bereit ist?

An der Fingerprobe. Drück eine Handvoll Erde zusammen: Zerbröselt sie beim Öffnen der Hand, kannst du säen. Klebt sie als nasser Klumpen zusammen, ist der Boden noch zu feucht. Dann lieber ein paar sonnige Tage warten.

Kann ich Tomaten nicht einfach früher aussäen?

Kannst du, aber es lohnt selten. Zu früh gezogene Tomaten werden bis zum Auspflanzen Mitte Mai zu groß, sparrig und lichthungrig. Anfang März gesät, sind sie zum richtigen Zeitpunkt kräftig und kompakt.

Wann genau schneide ich die Rosen?

Halte dich an die Forsythie. Wenn ihr Gelb aufblüht, ist der Boden warm genug und die stärksten Fröste sind meist vorbei. Das ist ein verlässlicherer Zeiger als jedes feste Datum.

Dein März auf einen Blick

Der März kann sich anfühlen, als müsste alles auf einmal passieren. Muss es nicht. Fang mit dem Boden an, säe die robusten Kulturen und lass dem Rest Zeit. Was du diese Woche nicht schaffst, gelingt in der nächsten oft sogar besser, weil die Erde dann noch etwas wärmer ist.

In Gartenkern legst du deine Aussaaten als Reihen im Beetplan an und hältst fest, was du wann gesät hast. So siehst du auf einen Blick, wo noch Platz ist, und im nächsten März weißt du genau, welche Möhre ‚Nantaise' bei dir am besten gekeimt ist. Dein Garten lernt mit jedem Jahr dazu, gemeinsam mit dir.

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