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Physalis philadelphica

Tomatillo

Volksnamen: Mexikanische Tomate

Tomatillo

Foto: Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Beschreibung

Der Tomatillo ist die Grundlage der grünen mexikanischen Salsa verde, eine grüne, herb-säuerliche Frucht, die in einer Lampion-Hülle heranwächst. Anders als ihre Verwandte Andenbeere wird sie herzhaft verkocht, nicht roh genascht. Die Pflanzen sind selbststeril, deshalb solltest du immer mindestens zwei nebeneinander setzen, damit sie Früchte ansetzen.

Pflegehinweise

Ziehe sie ab März wie Tomaten warm vor und pflanze die Jungpflanzen nach den Eisheiligen (Mitte Mai · KW 20) in Zweiergruppen an einen sonnigen Platz mit Stütze. Gieße gleichmäßig an die Wurzel und gib der ausladenden Pflanze genug Raum. Ernte die Früchte, wenn die Hülle prall ausgefüllt ist und gerade aufzuplatzen beginnt, dann sind sie reif und aromatisch.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.5–78.0

Bodenart

humos, durchlässig, nährstoffreich, lehmig

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeNachtschattengewächse
WasserbedarfMittel

Gib der Tomatillo einen lockeren, humusreichen und gut durchlaessigen Boden in voller Sonne; lehmig-sandige, naehrstoffreiche Erde passt gut, solange die Drainage stimmt. Vermeide unbedingt Staunaesse, denn sie ist der haeufigste Kulturfehler und foerdert Wurzelfaeule.

Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika) starkzehrend und krankheitsanfällig — mindestens 4 Jahre Pause am selben Beet beugt Bodenmüdigkeit und Braunfäule vor.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Apr–Aug

Arbeite im Fruehjahr vor dem Auspflanzen reifen Kompost und Hornspaene flach in das Beet ein — das gibt den Jungpflanzen einen organischen Startschub. Ueber die Saison (Mai bis August) reicht eine massvolle Versorgung, zum Beispiel mit verduennter Brennnesseljauche; halte dich beim Stickstoff zurueck, sonst waechst viel Laub auf Kosten der Fruechte.

Überwinterung

Tomatillo ist nicht winterhart und erfriert beim ersten Frost — im DACH-Tiefland ziehst du sie am einfachsten einjährig: Pflanze nach der Ernte kompostieren und im nächsten Frühjahr ab Februar/März innen vorziehen, nach den Eisheiligen (Mitte Mai) auspflanzen. Willst du eine Pflanze erhalten, hole sie als Kübelpflanze vor dem ersten Frost herein und überwintere sie hell und kühl (etwa 10–15 °C) bei sparsamem Gießen; ab März gewöhnst du sie langsam wieder an Licht und Wärme.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat
  • Stecklinge

Tomatillos vermehrst du am einfachsten über Aussaat: Säe die Samen ab Mitte Februar bis Mitte März in Anzuchterde bei 20–27 °C auf der Fensterbank vor. Quell die Samen einen Tag in zimmerwarmem Wasser ein, um die natürliche Keimhemmung zu brechen und die Keimzeit auf 5–7 Tage zu verkürzen. Steck die Samen etwa 0,5 cm tief in die Erde, stell sie hell, halte die Erde gleichmäßig feucht und vereinzle die Keimlinge, sobald sie etwa 5 cm hoch sind. Ab Mitte Mai – nach den Eisheiligen – kannst du die abgehärteten Jungpflanzen ins Freiland setzen. Wichtig: Pflanz immer mindestens zwei Pflanzen nebeneinander, da Tomatillos selbstunfruchtbar sind und auf Fremdbestäubung angewiesen sind. Für die Saatgutgewinnung lässt du einige Früchte vollständig ausreifen, quetschst die Samen heraus, lässt sie 2–3 Tage im Wasser fermentieren und trocknest die abgesunkenen Samen anschließend sorgfältig. Stecklinge eignen sich als zweite Methode, besonders wenn du eine bewährte Pflanze klonen oder die Saison verlängern möchtest – Tomatillos verhalten sich dabei wie ihre nahen Verwandten, die Tomaten: Schneide im Spätsommer kräftige Triebe von 10–15 cm Länge, entferne die unteren Blätter und stell die Stecklinge in ein Glas mit Wasser, sodass nur die Schnittfläche untergetaucht ist und keine Blätter ins Wasser ragen. Stell das Glas warm und hell, aber nicht in pralle Sonne, und wechsle das Wasser alle paar Tage. Nach etwa zwei Wochen bilden sich Wurzeln; topfe die Stecklinge dann in Anzuchterde um. Alternativ bewurzeln die Triebe auch direkt in feuchter, gut durchlässiger Anzuchterde, wo sie oft kräftigere Wurzeln bilden. So kannst du kräftige Pflanzen überwintern und im nächsten Jahr früher ernten.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Spargelgewächse (Asparagaceae)

besonders bewährt

Spargel und Tomate profitieren voneinander. Die Tomate hält den Spargelkäfer fern, der Spargel wehrt Fadenwürmer ab, die der Tomate schaden.

Zum Beispiel FunkieSpargelBlausternTraubenhyazintheHyazintheAmerikanische Agave

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lippenblütler (Lamiaceae)

besonders bewährt

Basilikum neben Tomate und Paprika verbessert nachweislich den Geschmack und hält Weiße Fliege und Blattläuse fern.

Zum Beispiel LavendelThymianRosmarinSalbeiYsopBohnenkraut und 30 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Raublattgewächse (Boraginaceae)

Borretsch lockt Bestäuber an und soll den Tomatenschwärmer von den Nachtschattengewächsen fernhalten.

Zum Beispiel BorretschEchter BeinwellPhaceliaEchtes LungenkrautNatternkopfSumpf-Vergissmeinnicht und eine weitere Art im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Zwiebeln bremsen neben Kartoffeln und Tomaten das Wachstum der Nachtschattengewächse, die klassische Fruchtfolge-Regel gilt auch im Beet nebeneinander.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Korbblütler (Asteraceae)

Sonnenblumen geben Stoffe an den Boden ab, die das Knollenwachstum der Kartoffel hemmen, und konkurrieren zusätzlich um Wasser und Nährstoffe.

Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 56 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Kartoffel und Gurke teilen sich Krankheitserreger wie die Kraut- und Braunfäule und stehen sich als Starkzehrer im Weg.

Zum Beispiel GurkeKürbisZucchiniEinlegegurkeButternutHokkaido und 14 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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