Armoracia rusticana
Meerrettich
Volksnamen: Kren
Foto: Pethan · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Meerrettich ist eine ausdauernde Staude mit kräftiger Pfahlwurzel, die beim Reiben ihre scharfen Senföle freisetzt. In der Volksheilkunde gilt er traditionell als wärmendes Würzkraut; im Garten breitet er sich über Wurzelstücke hartnäckig aus, darum bekommt er am besten eine abgegrenzte Ecke.
Pflegehinweise
Stecke im Frühjahr sogenannte Fechser (Seitenwurzeln) schräg in tiefgründigen, lockeren Boden und gib der Pflanze reichlich Platz. Ernte die Wurzeln ab Oktober nach dem ersten Frost, wenn sie am schärfsten sind, und lass beim Ausgraben bewusst Stücke im Boden, wenn du den Bestand erhalten willst, sonst grabe gründlich aus, da jedes Wurzelstück neu austreibt.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Meerrettich braucht einen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, am besten sandigen Lehm. Lockere ihn 40-50 cm tief, damit die Wurzeln gerade und ungehindert in die Tiefe wachsen. Staunässe verträgt er nicht: Der Boden soll gleichmäßig feucht, aber gut durchlässig sein. Schwere Tonböden vor dem Pflanzen mit grobem Sand und reifem Kompost auflockern. Ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 7,5 (leicht sauer bis neutral) passt ihm gut.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär, Apr, Jun, Jul
Im Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist flach in den Boden einarbeiten - das verbessert die Bodenstruktur und versorgt langfristig. Hornspäne sorgen ergänzend für eine langsame Stickstofffreigabe. In der Hauptwachstumszeit im Frühsommer bei Bedarf mit etwas Kompost nachversorgen. Bleib beim Stickstoff maßvoll: Zu viel treibt das Blattwerk auf Kosten der Wurzel, und gerade die willst du beim Meerrettich.
Überwinterung
Meerrettich ist voll winterhart und bleibt ohne Schutz im Boden – das Laub stirbt im Herbst ab, die Wurzel treibt im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Fechser (Seitenwurzeln) für die Vermehrung schlägst du in feuchtem Sand ein und lagerst sie kühl und frostfrei im Keller; einen Kübel stellst du geschützt an die Hauswand und packst ihn gegen Durchfrieren ein.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Teilung
Meerrettich vermehrst du am zuverlässigsten über Wurzelschnittlinge, sogenannte Fechser. Schneide beim Ernten im Herbst oder im Frühjahr (März bis April) bleistiftdicke Seitenwurzeln von der Hauptwurzel ab — ideal 20 bis 30 cm lang, etwa 1 bis 2 cm dick. Das obere Ende schneidest du gerade ab, das untere schräg, damit du die Pflanzrichtung nicht verwechselst. Lagere die Fechser bei Herbst-Ernte liegend in feuchtem Sand kühl und dunkel über den Winter. Im Frühjahr (Anfang April bis Anfang Mai) steckst du sie schräg (etwa 45°) in gut gelockertes, tiefgründiges Beet: Das obere (gerade) Ende kommt knapp unter die Erdoberfläche (etwa 5 cm tief), das schräge Ende zeigt nach unten (etwa 15 cm tief). Pflanzabstand mindestens 50 cm, in Reihen entsprechend großzügig. Durch die schräge Lage entwickelt die Pfahlwurzel bessere Dicke — liegt der Fechser zu waagerecht, bleibt die Wurzel dünn; steht er zu senkrecht, geht die Energie vor allem ins Blattwerk. Alternativ kannst du eine alte Pflanze im Frühjahr oder Herbst durch Teilen der Wurzelkrone vermehren: Stich den Stock aus, teile ihn so, dass jedes Stück eigene Wurzeln und mindestens einen Triebansatz (Blattkrone) trägt, und pflanze die Teile sofort wieder ein.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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