Brassica oleracea var. italica
Brokkoli
Volksnamen: Spargelkohl, Bröckelkohl
Kategorie-BildBeschreibung
Beim Brokkoli erntest du die noch geschlossenen, grünen Blütenknospen samt zartem Stiel. Nach dem Schnitt des Hauptkopfs treibt die Pflanze fleißig kleinere Seitenrosen nach, sodass du oft über Wochen ernten kannst — das macht ihn zu einem besonders ergiebigen Kohl.
Pflegehinweise
Pflanze vorgezogene Setzlinge ab April mit gut einer Armlänge Abstand ins nährstoffreiche, feuchte Beet und halte den Boden gleichmäßig feucht. Ernte den Hauptkopf, solange die Knospen fest geschlossen und dunkelgrün sind — sobald sich gelbe Blüten zeigen, ist er überständig; lass die Pflanze danach für die Seitentriebe stehen.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
4 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Vorbeugen
Halte den Boden rund um die Jungpflanzen mit regelmäßigem Gießen und einer dünnen Mulchschicht feucht — Erdflöhe meiden Feuchtigkeit und kühlen Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat hält die springenden Käfer komplett fern. Lockeres, häufiges Hacken stört die Eiablage, und eine etwas spätere oder vorgezogene Aussaat umgeht die trockenheißen Hauptflugphasen.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
Spanische Wegschnecke
Arion vulgaris
Die Spanische Wegschnecke ist der gefürchtetste Allesfresser im Gemüsebeet. Sie frisst nachts und bei feuchtem Wetter unregelmäßige Löcher in Blätter und räumt junge Salate oder Keimlinge oft komplett ab. Verräterisch sind die silbrig glänzenden Schleimspuren am nächsten Morgen. Besonders weiche, frisch gepflanzte Sätze sind gefährdet.
Vorbeugen
Sammle die Tiere früh morgens oder nach Regen ab und lege Bretter als Tagesverstecke aus, unter denen du sie gezielt einsammelst. Ein 3–5 cm hoher Schneckenzaun um gefährdete Beete hält sie zuverlässig fern, ebenso ein trockener Streifen aus Schafwolle oder Sägemehl. Fördere Igel, Laufkäfer und Kröten mit Totholz und Laubhaufen — und gieße morgens statt abends, damit die Beete nachts abtrocknen.
Sorten
6 Sorten‚Burbank F1’
Ein moderner F1-Hybrid für die Sommerkultur, der auch bei Hitze und Trockenstress noch dichte, gleichmäßige Köpfe ansetzt. Burbank bildet eine kräftige Hauptkrone und treibt danach gut Seitenröschen nach. Dank seiner Hitzetoleranz ist er eine gute Wahl, wenn dir frühe Sorten im Hochsommer zu schnell schießen. Pflanze ihn von Mai bis Juli für eine Ernte über den Spätsommer.
Mild und fein, mit saftiger Krone. Bleibt beim kurzen Garen bissfest und behält sein sattes Grün.
‚Calabrese Natalino’
Der italienische Klassiker, von dem sich fast alle modernen Brokkoli-Sorten ableiten. Nach der mittelgroßen, dunkelgrünen Hauptkrone treibt die Pflanze über Wochen kräftig Seitenröschen nach, sodass du lange ernten kannst. Säe ab April direkt oder ziehe vor und pflanze die kräftigen Setzlinge ins Beet. Weil er samenfest ist, kannst du Saatgut für das nächste Jahr selbst gewinnen.
Kräftig-kohlig im Geschmack, mit einer feinen nussigen Note. Kurz blanchiert behält er Biss und ein sattes Grün.
‚Di Cicco’
Eine alte italienische Sorte von 1890, die du vor allem wegen ihrer reichen Seitentriebbildung schätzen wirst. Die Hauptkrone bleibt eher klein, dafür liefert die Pflanze über lange Zeit immer neue, zarte Röschen zum Schnitt. Weil die Köpfe nicht gleichzeitig reifen, eignet sie sich gut für die laufende Küchen-Ernte statt für eine einmalige große Ernte. Samenfest – du kannst Saatgut selbst nachziehen.
Kräftig-würzig und angenehm kohlig. Die jungen Seitenröschen sind besonders zart und schmecken auch roh im Salat.
‚Limba’
Eine zuverlässige samenfeste Sorte für den Hausgarten, die mittelgroße, feste und gleichmäßig gewölbte Köpfe bildet. Limba treibt nach dem Schnitt der Hauptkrone fleißig Seitenröschen nach, sodass du über mehrere Wochen ernten kannst. Säe ab März/April vor und setze die Jungpflanzen ab Mai ins Beet. Weil sie samenfest ist, kannst du eigenes Saatgut gewinnen.
Mild und leicht süßlich, mit zarten Röschen. Schon kurz blanchiert ein feines, sattgrünes Gemüse.
‚Marathon F1’
Ein bewährter F1-Hybrid für die Spätkultur, der große, dichte und gleichmäßig gewölbte Hauptkronen bildet. Marathon kommt gut mit kühlem Herbstwetter zurecht und liefert auch nach der ersten Ernte noch eine ordentliche Nachernte an Seitenröschen. Pflanze ihn ab Juni für eine Ernte bis in den Spätherbst – mit etwas Vlies oft bis in den ersten Frost.
Mild und fein im Geschmack, mit zarter, feinkörniger Krone. Bleibt beim kurzen Garen schön saftig und fällt nicht auseinander.
‚Ramoso Calabrese’
Eine traditionelle, stark verzweigende Sorte aus Kalabrien, die nach der mittelgroßen Hauptkrone besonders üppig Seitentriebe nachschiebt. „Ramoso“ heißt verzweigt – und genau das macht sie zur Dauer-Ernte-Sorte für den Sommer. Du säst sie ab April vor und pflanzt die kräftigen Setzlinge ins Beet; mit regelmäßigem Schnitt erntest du über viele Wochen. Samenfest und damit gut zur eigenen Saatgutgewinnung geeignet.
Kräftig-kohlig mit nussiger Note, ganz im Stil der kalabrischen *‚Calabrese'*-Linie. Die vielen Seitenröschen sind zart und küchenfreundlich.
Erfahrungen aus echten Gärten
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