Brassica oleracea var. botrytis
Blumenkohl
Volksnamen: Karfiol, Blumenkohlrose

Foto: Etbe · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Beim Blumenkohl isst du die noch geschlossene, dichte Blütenanlage, die als weißer Kopf zwischen den Blättern heranwächst. Er ist anspruchsvoller als andere Kohlarten, weil er gleichmäßig Wasser und Nährstoffe braucht — sonst bleibt der Kopf klein oder schießt vorzeitig auf.
Pflegehinweise
Pflanze vorgezogene Setzlinge ab April mit gut einer Armlänge Abstand ins nährstoffreiche Beet und halte den Boden konsequent feucht, denn jeder Trockenstress kostet Kopfgröße. Brich bei weißen Sorten ein paar Außenblätter über den Kopf, damit er weiß und zart bleibt, und ernte, sobald die Rose fest und geschlossen ist — wartest du zu lange, wird sie körnig.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
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Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Vorbeugen
Halte den Boden rund um die Jungpflanzen mit regelmäßigem Gießen und einer dünnen Mulchschicht feucht — Erdflöhe meiden Feuchtigkeit und kühlen Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat hält die springenden Käfer komplett fern. Lockeres, häufiges Hacken stört die Eiablage, und eine etwas spätere oder vorgezogene Aussaat umgeht die trockenheißen Hauptflugphasen.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
Spanische Wegschnecke
Arion vulgaris
Die Spanische Wegschnecke ist der gefürchtetste Allesfresser im Gemüsebeet. Sie frisst nachts und bei feuchtem Wetter unregelmäßige Löcher in Blätter und räumt junge Salate oder Keimlinge oft komplett ab. Verräterisch sind die silbrig glänzenden Schleimspuren am nächsten Morgen. Besonders weiche, frisch gepflanzte Sätze sind gefährdet.
Vorbeugen
Sammle die Tiere früh morgens oder nach Regen ab und lege Bretter als Tagesverstecke aus, unter denen du sie gezielt einsammelst. Ein 3–5 cm hoher Schneckenzaun um gefährdete Beete hält sie zuverlässig fern, ebenso ein trockener Streifen aus Schafwolle oder Sägemehl. Fördere Igel, Laufkäfer und Kröten mit Totholz und Laubhaufen — und gieße morgens statt abends, damit die Beete nachts abtrocknen.
Sorten
7 Sorten‚Clapton’
Eine moderne F1-Hybride, die du vor allem dann nimmst, wenn dein Boden mit Kohlhernie belastet ist — gegen diesen Pilz ist sie hoch widerstandsfähig. Sie wächst kräftig und bildet feste, gleichmäßig weiße Köpfe für die Spätsommerernte. Die Blätter decken die Blume gut ab, sodass sie sauber weiß bleibt, auch wenn andere Sorten wie *‚Erfurter Zwerg'* auf belastetem Boden längst aufgeben.
Mild und fein, ohne aufdringliche Kohlnote. Gut zum Dünsten, Überbacken oder roh im Salat.
‚Di Jesi’
Eine alte, samenfeste Landsorte aus der italienischen Region um Jesi, die kräftig wächst und große, cremeweiße Köpfe bildet. Als mittelspäte Herbstsorte säst du sie im Frühsommer vor und erntest sie ab Oktober, wenn die Nächte schon kühler sind. Sie braucht Platz und gleichmäßige Wasserversorgung, dankt das aber mit aromatischen Blumen.
Kräftiger und aromatischer als viele Hybriden, mit angenehm nussigem Kern. Schmeckt geröstet im Ofen besonders gut.
‚Erfurter Zwerg’
Ein alter, samenfester Klassiker aus der Erfurter Gärtnertradition, der kompakt und niedrig bleibt. Trotz der kleinen Pflanze bildet er erstaunlich feste, weiße Köpfe und passt dadurch gut in kleine Beete oder ans Hochbeet. Als frühe Sorte liefert er bei zeitiger Anzucht schon im Frühsommer die erste Ernte.
Zart und mild, ohne kohligen Beigeschmack. Eignet sich roh zum Knabbern ebenso wie schonend gegart mit etwas Butter.
‚Goodman’
Eine zuverlässige F1-Hybride für die Sommerernte, die kräftig wächst und große, gleichmäßig weiße Köpfe schiebt. Die Pflanze deckt ihre Blume von selbst gut mit Blättern ab, was die Pflege erleichtert. Sie verzeiht etwas Hitze und bleibt dabei vergleichsweise lange schnittfest, ohne früh aufzublühen.
Saftig und mild, mit feinkörniger Struktur. Schmeckt gedünstet, paniert als Schnitzel oder in dicken Scheiben vom Grill.
‚Neckarperle’
Eine bewährte, samenfeste Sorte für den Hausgarten, die feste, schneeweiße Blumen bildet. Die Pflanze umhüllt ihre Köpfe gut mit den eigenen Blättern, sodass die Blume vor Sonne geschützt bleibt und weiß durchtreibt. Du säst sie ab März im Haus vor und pflanzt ab Mai ins Beet, geerntet wird dann im Hochsommer.
Mild und fein im Geschmack, mit zarter nussiger Note. Gedünstet oder als Auflauf ein verlässlicher Klassiker auf dem Teller.
‚Vroon’
Eine frühe F1-Hybride für die erste Sommerernte, die du ab Februar im Haus vorziehst und ab April unter Vlies ins Beet setzt. Sie reift zügig und gleichmäßig durch, sodass du mehrere Pflanzen fast gleichzeitig schneiden kannst. Die Blätter decken die Blume nur mäßig, deshalb brichst du bei voller Sonne ein paar Blätter über den Kopf, damit er weiß bleibt.
Mild und saftig mit zarter Struktur, typisch für früh geerntete Köpfe. Schmeckt kurz gedünstet oder roh als Rohkost.
‚Walcheren Winter 3’
Eine winterharte, samenfeste Überwinterungssorte aus der niederländischen Walcheren-Gruppe, die du im Frühsommer säst und ins Winterbeet pflanzt. Die kräftigen Pflanzen überstehen milde Winter im Freien und schieben ihre weißen Köpfe erst im zeitigen Frühjahr, wenn frisches Gemüse sonst rar ist. Wähle einen geschützten Standort und decke die Blume bei strengem Frost ab.
Mild mit kräftiger Note, wie sie nach kühlen Wochen entsteht. Schmeckt gedünstet oder als erste Frühjahrssuppe.
Erfahrungen aus echten Gärten
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