Zum Inhalt springen

Brassica oleracea var. capitata f. alba

Weißkohl

Volksnamen: Weißkraut, Kappes

Weißkohl

Beschreibung

Weißkohl ist der Klassiker für Sauerkraut, Eintopf und Krautsalat und liefert feste, lagerfähige Köpfe bis in den Spätherbst. Er ist ein hungriger Starkzehrer, belohnt gute Pflege aber mit kapitalen Köpfen, die du im kühlen Keller monatelang lagern kannst.

Pflegehinweise

Pflanze die Jungpflanzen ab Mai mit reichlich Abstand in tiefgründigen, gut mit Kompost versorgten Boden. Gieße gleichmäßig und durchdringend, denn unregelmäßige Wassergaben lassen die Köpfe platzen. Lege gegen die Kohlweißling-Raupen ein feines Schutznetz auf und halte mit einer Mulchschicht den Boden kühl und feucht; ein Standort, an dem im Vorjahr kein Kohl stand, beugt der Kohlhernie vor.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6.5–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, nährstoffreich, feucht

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfHoch

Weißkohl braucht einen tiefgründigen, schweren, humusreichen Boden mit gutem Wasserhaltevermögen — lehmige Böden sind ideal, weil sie die schweren Köpfe tragen und gleichmäßig Feuchtigkeit liefern. Lockere das Beet vor dem Pflanzen tief und arbeite reichlich reifen Kompost ein; halte den pH bei 6,5–7,5 und kalke bei zu saurem Boden, denn niedrige pH-Werte begünstigen Kohlhernie.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Starkzehrer

Monate

Mär–Jul

Arbeite im zeitigen Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost und Hornspäne flach ins Beet ein — das deckt den Grundbedarf. Etwa 4–6 Wochen nach dem Auspflanzen und erneut zu Beginn der Kopfbildung kannst du organisch nachdüngen, etwa mit selbst angesetzter Pflanzenjauche. Übertreibe es nicht mit Stickstoff: zu viel macht die Köpfe weich und anfälliger.

Überwinterung

Weißkohl übersteht den DACH-Tieflandwinter nicht im Beet — ab etwa -5 °C werden die Köpfe matschig und ungenießbar, also erntest du sie vor dem ersten starken Frost samt Strunk und Umblättern. Lagere sie kühl und frostfrei (Keller, kopfüber aufgehängt) oder in einer Erdmiete mit Stroh abgedeckt; im Frühjahr säst du neu aus oder kaufst Jungpflanzen.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Weißkohl wird im Hausgarten ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Den Zeitpunkt richtest du nach der Sortengruppe: Frühsorten säst du ab Mitte Februar in Anzuchtkästen oder Multitopfplatten vor, Sommersorten von Mitte März bis Anfang April, Herbst- und Wintersorten von Mitte April bis Anfang Mai. Die optimale Keimtemperatur liegt bei etwa 18–20 °C, die Keimung dauert dann rund 6–10 Tage; deutlich kühler als etwa 10 °C sollte es während der Keimung nicht sein. Sobald sich die ersten echten Blätter zeigen, pikierst du die Jungpflanzen in Einzeltöpfe und stellst sie kühler (ca. 14–16 °C), damit sie kompakt und nicht zu weich aufwachsen. Nach 4–6 Wochen Vorkultur, wenn die Pflanzen 10–15 cm hoch sind und 4–6 kräftige Laubblätter gebildet haben, pflanzt du sie ins Beet. Halte dabei je nach Sorte etwa 50 × 50 cm bis 70 × 70 cm Abstand – größere Spätsorten brauchen mehr Platz. Beachte die Fruchtfolge: Kohl und andere Kreuzblütler sollten erst nach mindestens 4 Jahren wieder auf dieselbe Stelle, denn die Dauersporen der Kohlhernie bleiben sehr lange (über viele Jahre) im Boden keimfähig. Eine gestaffelte Aussaat über mehrere Wochen verteilt die Ernte. Zur Sortenechtheit: Bei samenfesten (nicht-hybriden) Sorten kannst du selbst Saatgut gewinnen, das wieder sortenechte Pflanzen bringt; bei F1-Hybriden spalten sich die Eigenschaften in der nächsten Generation auf, daher kaufst du dafür jedes Jahr frisches Saatgut.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 18 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelBasilikumBohnenkrautGarten-KatzenminzeIndianernesselKriechender Rosmarin und 24 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Für angemeldete Gärtner

Melde dich an, um Symptome, Schweregrad, Saison und Vorbeugung für all deine Pflanzen zu sehen.

Anmelden

Kostenloses Konto, in 30 Sekunden eingerichtet.

Sorten

5 Sorten
Alle 5 Sorten ansehen

Erfahrungen aus echten Gärten

Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.

Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.

Wenn du eigene Notizen anlegen willst, melde dich an oder leg ein Konto an.