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Ornithopus sativus

Serradella

Volksnamen: Großer Vogelfuß, Serradelle

Serradella

Beschreibung

Die Serradella ist eine zierliche Leguminose, die auf leichten, sauren Sandböden bestens gedeiht, wo andere Gründüngungen versagen. Über ihre Knöllchenbakterien bindet sie Luftstickstoff und durchwurzelt den Oberboden fein und gleichmäßig. Sie verträgt sommerliche Trockenheit erstaunlich gut und liefert nebenbei gutes Futter.

Pflegehinweise

Säe die Serradella von April bis Juni (KW 14-26) flach auf einen leichten, eher sauren Boden, sie ist die klassische Sandboden-Gründüngung. Drücke die Samen nach der Aussaat gut an. Mähe den Bestand zur Blüte (August · KW 32) und arbeite ihn flach ein, um den gebundenen Stickstoff im Boden zu halten.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 4.5–6.58.0

Bodenart

sandig, durchlässig, mager, humos, kalkmeidend

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
WasserbedarfNiedrig

Serradella ist die klassische Sandbodenpflanze: Sie gedeiht auf leichten, durchlaessigen, mageren und humusarmen Sandboeden, die fuer die meisten anderen Leguminosen zu sauer oder zu nährstoffarm waeren. Sie ist kalkmeidend und braucht einen deutlich sauren Boden (pH 4,5-6,5) - kalke vor der Aussaat nicht. Staunaesse sowie schwere, kalkige Tonboeden vertraegt sie nicht; lockere den Boden vor der Aussaat im Fruehjahr nur flach auf.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Mär–Apr

Als Leguminose bindet Serradella ueber Knoellchenbakterien an den Wurzeln Luftstickstoff und versorgt sich weitgehend selbst - eine Stickstoffduengung ist kontraproduktiv und hemmt die Knoellchenbildung. Auf sehr ausgelaugten Sandboeden kannst du vor der Aussaat im Fruehjahr etwas reifen Kompost flach einarbeiten, um die Grundversorgung mit Phosphor und Kali zu sichern. Stickstoffreiche organische Duenger lass weg. Arbeitest du die Gruenmasse spaeter ein, verbessert sie selbst den Boden fuer die Nachfolgekultur.

Überwinterung

Serradella ist einjährig und friert mit dem ersten anhaltenden Frost im Herbst vollständig ab — du musst nichts ausgraben oder schützen. Lass die abgestorbene Pflanzenmasse als Mulch liegen oder arbeite sie im Frühjahr als Gründünger ein und säe nach den letzten Frösten neu aus.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Serradella ist einjährig und wird ausschließlich durch Aussaat vermehrt — sie bildet keine vegetativen Überdauerungsorgane, also gibt es weder Teilung, Stecklinge, Absenker noch Ausläufer. Säe direkt ins Freiland ab Mitte März bis Mitte August, sobald die Bodentemperatur mindestens 8 °C beträgt. Bring die Samen nur 1–2 cm tief in gut gelockerten, sandigen bis sandlehmigen, leicht sauren Boden (pH etwa 4,5–6) — nicht tiefer, denn Serradella ist Lichtkeimer und bevorzugt ein flaches Saatbett. Sie mag kalkarme, eher magere Standorte in voller Sonne und tut sich auf schweren, lehmigen Böden schwer. Für eine Gründüngung im Hausgarten streust du das Saatgut gleichmäßig breit (eine kleine Handvoll je Quadratmeter reicht) und harkst es nur leicht ein. Als Zwischenfrucht nach der Ernte der Hauptkultur gelingt die Aussaat noch bis Mitte August. Über die Knöllchenbakterien an den Wurzeln bindet die Pflanze Luftstickstoff und reichert den Boden an: Lass sie vor dem ersten Frost absterben und arbeite die Biomasse im Frühjahr ein, oder häcksle und untergrabe sie kurz vor der Blüte, wenn die Pflanzenmasse am größten ist. Zur eigenen Samengewinnung lässt du einzelne Pflanzen vollständig ausreifen: Die Hülsen zerfallen bei Reife in einzelne, eingeschnürte Segmente, die du absammelst und trocken sowie kühl lagerst.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Kreuzblütler (Brassicaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.

Zum Beispiel GurkeKürbisZucchiniEinlegegurkeButternutHokkaido und 14 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

besonders bewährt

Lauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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