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Vicia faba var. minor

Ackerbohne

Volksnamen: Pferdebohne, Feldbohne, Saubohne

Ackerbohne

Beschreibung

Die Ackerbohne ist eine kleinkörnige Verwandte der Dicken Bohne und eine der leistungsstärksten stickstoffbindenden Gründüngungen. Ihre tiefen Wurzeln lockern den Boden und hinterlassen über die Knöllchenbakterien viel Stickstoff für die Folgekultur. Als Winterform übersteht sie milde Winter und startet im Frühjahr früh durch.

Pflegehinweise

Säe die Ackerbohne als Sommerform im März/April (KW 10-17) oder als Winterform im September/Oktober (KW 36-43) rund fünf Zentimeter tief in lockeren, nicht zu trockenen Boden. Sie verträgt auch schwere Böden gut. Schneide oder walze den Bestand zur Blüte und arbeite ihn flach ein, solange die Stängel noch saftig sind.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich, kalkliebend

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeHülsenfrüchte
WasserbedarfMittel

Gib der Ackerbohne einen tiefgründigen, mittelschweren bis schweren Lehmboden mit guter Wasserspeicherung und vermeide Staunässe, die den Wurzelknöllchen schadet. Der Boden sollte gut durchlüftet und nicht zu sauer sein – bei einem pH-Wert unter 6 kalkst du, damit die Knöllchenbakterien zuverlässig Stickstoff binden.

Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Feb, Mär, Okt, Nov

Als Hülsenfrucht bindet die Ackerbohne über ihre Wurzelknöllchen selbst Stickstoff aus der Luft – eine zusätzliche Stickstoffgabe brauchst du nicht und sie würde die Symbiose sogar hemmen. Bereite den Boden im Herbst oder im zeitigen Frühjahr vor der Aussaat mit reifem Kompost vor, den du flach einarbeitest; nach dem Auflaufen ist keine weitere Düngung nötig.

Überwinterung

Die Ackerbohne ist einjährig — nach der Sommerernte stirbt die Pflanze ab, es gibt nichts zu überwintern; säe einfach im nächsten Frühjahr (ab Februar/März, sobald der Boden bearbeitbar ist) neu ins Freiland und lagere Saatgut trocken und kühl. Als junge Pflanze verträgt sie leichten Frost, willst du noch früher starten, kannst du im Herbst eine spezielle Winterackerbohnen-Sorte aussäen.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Die Ackerbohne vermehrst du ausschließlich durch Direktsaat ins Freiland — andere Methoden sind bei dieser einjährigen Leguminose nicht praktikabel. Säe die großen Samen ab Ende Februar bis Anfang März (bei milden Wintern auch früher) bis spätestens Mitte April, sobald der Boden abgetrocknet, bearbeitbar und auf etwa 3 °C erwärmt ist — die Ackerbohne ist ein Kaltkeimer. Lege die Samen 5–7 cm tief (auf leichten Böden eher tiefer, auf schweren, feuchten Böden flacher), damit sie guten Bodenkontakt und Wasserversorgung haben. Halte einen Abstand von etwa 10–15 cm in der Reihe und 45–50 cm zwischen den Reihen. Ein Vorquellen oder Vorziehen ist nicht nötig; die Direktsaat keimt im kühlen Frühjahrsboden zuverlässig. Die Keimung erfolgt nach rund zwei Wochen; die aufgelaufene Pflanze übersteht Spätfröste bis etwa -5 °C problemlos. Willst du eigenes Saatgut gewinnen, lass einzelne kräftige Hülsen bis zur Schwarzreife (trockene, braun-schwarze Hülse) an der Pflanze, entnimm dann die Samen und trockne sie schattig bei guter Luftzirkulation nach. Beachte: Die Ackerbohne wird stark von Hummeln fremdbestäubt (im Schnitt rund 45 %), bleibt also nur sortenrein, wenn du großen räumlichen Abstand zu anderen Vicia-faba-Sorten hältst. Bestäuber komplett auszusperren hilft aber nicht — ohne Insektenbesuch setzt die Pflanze kaum Samen an.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Kreuzblütler (Brassicaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.

Zum Beispiel GurkeKürbisZucchiniEinlegegurkeButternutHokkaido und 14 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

besonders bewährt

Lauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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