Allium × proliferum
Etagenzwiebel
Volksnamen: Luftzwiebel, Ägyptische Zwiebel
Foto: Kurt Stüber [1] · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Etagenzwiebel ist ein robustes Dauergewächs, das statt Blüten kleine Brutzwiebeln in luftigen Etagen über dem Stängel bildet, daher der Name. Diese Bulbillen kannst du ernten oder sich selbst aussäen lassen, sodass nie eine Aussaat nötig ist. Sie liefert würziges Zwiebelgrün fast das ganze Jahr und ist extrem winterhart.
Pflegehinweise
Pflanze die luftigen Brutzwiebeln am besten im Spätsommer oder Herbst an einen sonnigen Platz; sie wurzeln über Winter ein. Lass einige Stängel mit Bulbillen stehen, dann vermehrt sie sich von selbst. Ernte das röhrige Laub laufend ab Mai und teile überfüllte Horste alle paar Jahre im Frühjahr.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, lehmig, kalkliebend
Gib der Etagenzwiebel lockeren, humosen und gut durchlässigen Gartenboden — wie für gewöhnliche Küchenzwiebeln. Staunässe musst du unbedingt vermeiden, sie lässt die Brutzwiebeln faulen und ist der häufigste Ausfallgrund. Ein neutraler bis leicht kalkhaltiger Boden (pH etwa 6,0–7,5) passt gut; auf schwerem Lehm arbeitest du vorher Sand oder reifen Kompost ein, damit das Wasser besser abzieht.
Lauchgewächse (Zwiebel, Knoblauch, Lauch) mittelzehrend — 4 Jahre Pause beugt Zwiebelfäule und Lauchmotte vor; gute Nachbarn für Möhren.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Im zeitigen Frühjahr beim Austrieb etwas reifen Kompost flach um die Pflanzen einarbeiten — das reicht der Etagenzwiebel als Schwachzehrer für die ganze Saison. Auf sehr mageren Böden kannst du zusätzlich eine Handvoll Hornspäne einstreuen, die den Stickstoff langsam abgeben. Dünge eher zurückhaltend: Zu viel Stickstoff treibt das Blattwachstum und geht auf Kosten der Brutzwiebelbildung.
Überwinterung
Die Etagenzwiebel ist voll winterhart und bleibt im Beet — kein Ausgraben, kein Schutz nötig; in milden Wintern bleibt das Laub grün und du kannst weiter ernten. Im Kübel stell den Topf windgeschützt und umwickle ihn mit Kokos- oder Jutematte, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.
Vermehrung
Methoden
- Kindel
- Teilung
Die Etagenzwiebel vermehrst du am einfachsten über ihre charakteristischen Brutzwiebeln (Bulbillen), die sich von Juni bis September statt der Blüten oben am Stängel bilden. Ernte die Brutzwiebeln im Spätsommer ab August, wenn sie kräftig und reif sind, dann lösen sie sich leicht vom Stängel. Stecke sie sofort oder im frühen Herbst etwa 5 cm tief in gut gelockerte Erde; alternativ legst du sie flach auf und drückst sie nur leicht an. Halte in der Reihe rund 30 cm Abstand. Lässt du die Stängel stehen, biegen sie sich unter dem Gewicht von selbst zur Erde und die Brutzwiebeln wurzeln von alleine an, so wandert die Pflanze natürlich weiter. Die zweite Methode ist die Teilung der Bodenzwiebel: Grabe den Mutterstock im Herbst aus und trenne die Nebenzwiebeln, die sich seitlich gebildet haben, vorsichtig ab. Pflanze sie sofort wieder mit ausreichend Abstand (mind. 20 bis 30 cm) ein. Eine einzige Pflanze kann so innerhalb weniger Jahre durch beide Methoden zusammen mehrere Hundert Setzlinge liefern. Auf Aussaat verzichtest du, da Allium proliferum ein steriler Hybrid ist und keine keimfähigen Samen bildet.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Doldenblütler (Apiaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel DillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKorianderStangensellerie und 18 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel StangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohneLimabohne und 29 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Zwiebeln bremsen neben Kartoffeln und Tomaten das Wachstum der Nachtschattengewächse, die klassische Fruchtfolge-Regel gilt auch im Beet nebeneinander.
Zum Beispiel KartoffelTomatePaprikaAubergineCocktailtomateAndenbeere und 9 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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