Pimpinella anisum
Anis
Volksnamen: Echter Anis, Süßer Kümmel
Foto: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public Domain · Quelle
Beschreibung
Anis liefert die süßlich-würzigen Samen, die Weihnachtsgebäck, Brot und Tee ihren typischen Geschmack geben. Die wärmeliebende einjährige Pflanze braucht einen langen, sonnigen Sommer, damit die Samen ausreifen.
Pflegehinweise
Säe Anis ab Ende April an einen vollsonnigen, geschützten Platz in lockeren, kalkhaltigen Boden, er verträgt kein Umpflanzen, also säe gleich an Ort und Stelle. Halte das Beet gleichmäßig feucht und unkrautfrei. Ernte die Samendolden im August und September, wenn sie sich grau-braun färben.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, kalkliebend, nährstoffreich
Anis braucht einen tiefgründig lockeren, humosen und gut durchlässigen Boden ohne Staunässe. Neutrale bis kalkhaltige Böden passen am besten — als mediterranes Kraut mag er es eher warm und reagiert auf saure, nasse Verhältnisse empfindlich; schwere Lehmböden lockerst du mit Sand auf.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im zeitigen Frühjahr vor der Aussaat gut verrotteten Kompost flach ein, bei mageren Böden zusätzlich etwas Hornspäne. Während der Wachstumszeit ist auf humusreichen Gartenböden meist keine weitere Düngung nötig — zu viel Stickstoff treibt das Blattwerk auf Kosten der aromatischen Samen.
Überwinterung
Anis ist einjährig und kälteempfindlich — er übersteht keinen DACH-Winter im Freien und stirbt nach der Samenreife im Herbst ab. Ernte im Spätsommer reife Samen aus den braun werdenden Dolden, trockne sie gut nach und lagere sie kühl und trocken; im nächsten Frühjahr säst du nach den Eisheiligen (Mitte Mai · KW 19/20) direkt ins Freie aus, da Anis sich schlecht verpflanzen lässt.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Anis vermehrst du ausschließlich durch Direktsaat ins Freiland, da die Pflanze eine Pfahlwurzel bildet und Umpflanzen schlecht verträgt. Säe ab Mitte April bis Mitte Mai, sobald der Boden mindestens 10 °C warm ist und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind — nach den Eisheiligen bist du auf der sicheren Seite. Ziehe flache Rillen von etwa 1 cm Tiefe mit einem Reihenabstand von 25–30 cm und säe dünn aus. Bedecke die Samen nur leicht mit Erde und halte das Beet bis zur Keimung gleichmäßig feucht. Anis keimt eher langsam: Bei warmem Boden rechnest du mit etwa zwei Wochen, bei kühlerer Witterung können es gut drei bis vier Wochen werden — hab also Geduld. Vereinzle die Jungpflanzen auf 10–15 cm Abstand in der Reihe, sobald sie handhabbar sind. Willst du früher starten, kannst du ab März in Einzeltöpfen (Torftöpfe sind ideal, weil du den Wurzelballen nicht störst) bei rund 18–20 °C vorziehen und die Töpfchen nach den Eisheiligen mitsamt Ballen auspflanzen. Verwende möglichst frisches Saatgut, da die Keimfähigkeit schon nach ein bis zwei Jahren deutlich nachlässt. Fruchtfolge beachten: Plane mehrere Jahre Pause vor Anis und anderen Doldenblütlern auf derselben Fläche.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Korbblütler (Asteraceae)
Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.
Zum Beispiel KopfsalatStudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalat und 57 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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