Wisteria sinensis
Blauregen
Volksnamen: Chinesischer Blauregen, Glyzinie, Glycine
Foto: RedCoat · CC BY-SA 2.0 · Quelle
Beschreibung
Der Blauregen verwandelt im Mai jede Hauswand in einen Wasserfall aus blauvioletten Blütentrauben, die herrlich duften. Als kräftiger Schlinger erobert er in wenigen Jahren ganze Pergolen und braucht ein massives, gut verankertes Gerüst. Sämtliche Pflanzenteile, besonders die Samen, sind giftig.
Pflegehinweise
Setze den Blauregen an einen sonnigen, warmen Platz mit nährstoffreichem Boden und einer stabilen Kletterhilfe aus Metall oder dicken Pfosten. Schneide ihn konsequent zweimal im Jahr: Ende Juli (KW 30) die langen Sommertriebe auf etwa fünf Augen ein, im Februar (KW 7) noch einmal auf zwei bis drei Augen, das zwingt ihn zur Blüte statt ins Kraut. Gieße in den ersten Jahren regelmäßig, bis er gut eingewurzelt ist.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, kalkmeidend
Pflanz Blauregen in frischen, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden mit reichlich Humus — schwere Böden mit Staunässe meidet er. Er mag neutralen bis leicht sauren Boden (etwa pH 5,5–7,0); auf stark kalkreichem Boden kann er Eisenchlorose mit gelblichen Blättern zeigen, ein echter Säureliebhaber wie die Heidelbeere ist er aber nicht. Auf schwerem Lehm lockerst du vor dem Pflanzen mit reifem Kompost und sorgst für Abzug.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär, Apr, Jul
Als Hülsenfrüchtler versorgt sich Blauregen über Knöllchenbakterien selbst mit Stickstoff — gib ihm deshalb keinen stickstoffbetonten Dünger, das treibt nur Blattmasse statt Blüten. Im Frühjahr arbeitest du etwas reifen Kompost flach in den Wurzelbereich ein; auf nährstoffärmeren Böden hilft eine zweite, kleinere Gabe bis etwa Juli. Ab Hochsommer stellst du die Düngung ein, damit das Holz ausreift. Auf gut versorgten Gartenböden reicht die jährliche Kompostgabe völlig.
Überwinterung
Etablierte Blauregen im Freiland überstehen den DACH-Tiefland-Winter ohne Schutz und vertragen deutlich unter -15 °C; junge Pflanzen in den ersten Jahren mulchst du locker rund um die Wurzelbasis und stellst sie an einen windgeschützten Platz. Frische Triebe im Frühjahr sind frostempfindlicher als das Holz — bei angekündigtem Spätfrost legst du Vlies über die Knospen, und Kübel umwickelst du und rückst sie an eine geschützte Hauswand.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Absenker
- Aussaat
Absenker (zuverlässigste Methode): Wähle im Frühsommer einen kräftigen, bodennahen Trieb aus. Ritze die Rinde an der Stelle leicht ein, die später in der Erde liegen soll, lege den Trieb dort ab und fixiere ihn mit einem Drahtbügel. Bedecke den eingeritzten Abschnitt mit humusreicher Erde und halte sie konstant leicht feucht. Nach 6–12 Monaten hat sich der Absenker bewurzelt — dann erst vom Mutterstrauch trennen und umpflanzen.
Stecklinge (Sommer, nicht verholzt): Schneide im Frühsommer krautige Triebe von 10–15 cm Länge, jeweils mit 2–3 Blattpaaren. Entferne die unteren Blätter, stecke den Steckling in ein Gemisch aus Anzuchterde und Sand oder Perlite und stelle ihn hell und warm (mind. 20 °C) auf. Überziehe den Topf mit einer Klarsichtfolie oder stelle ihn in ein Mini-Gewächshaus, damit die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt. Das Substrat immer leicht feucht halten, Staunässe vermeiden. Nach mehreren Wochen bis zu einem Jahr können sich Wurzeln bilden — die Bewurzelungsrate ist geringer als beim Absenker.
Aussaat (nur für Experimente, nicht sortenecht): Samen aus reifen, trockenen Hülsen im Herbst sammeln oder im Frühjahr kaufen. Samen 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen, dann ca. 1–2 cm tief in Anzuchterde mit Sand aussäen. Warm (20–23 °C) und hell stellen, Substrat gleichmäßig feucht halten. Keimung nach 4–8 Wochen möglich. Wichtig: Aus Samen gezogene Pflanzen blühen erst nach 10–20 Jahren und entsprechen selten der Sorte der Mutterpflanze. Für sortenechte Nachzucht empfiehlt sich daher immer der Absenker.
Achtung: Alle Pflanzenteile des Blauregen sind giftig — bei der Arbeit Handschuhe tragen.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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