Brassica rapa subsp. pekinensis
Chinakohl
Volksnamen: Pekingkohl, Selleriekohl
Foto: Jamie Nettles · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Chinakohl bildet längliche, zartblättrige Köpfe und schmeckt mild und saftig, roh im Salat ebenso wie kurz gegart oder fermentiert. Er ist ein klassischer Herbstkohl, gesät im Hochsommer schießt er bei zu früher Aussaat leicht in die Blüte, statt einen Kopf zu bilden.
Pflegehinweise
Säe oder pflanze ihn erst ab Juli bis Anfang August, damit ihn die kürzer werdenden Tage nicht zum Schossen verleiten, und gib ihm etwa eine Handbreit mehr Abstand. Halte den Boden gleichmäßig feucht und nährstoffreich und ernte die festen Köpfe ab September vor den ersten stärkeren Frösten, leichten Frost verträgt er noch.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich, feucht
Chinakohl will tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden mit guter Wasserhaltekapazität, aber ohne Staunässe – ein gut durchlüfteter Lehmboden ist ideal. Halte den pH-Wert eher im oberen Bereich nahe 7: Kalk im Boden senkt das Kohlhernie-Risiko deutlich.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Jun–Sep
Arbeite vor der Pflanzung reifen Kompost flach in den Boden ein; auf leichten, sandigen Böden gibst du zusätzlich Hornspäne dazu. Während der Hauptwachstumsphase versorgst du die Pflanzen alle paar Wochen mit etwas Kompost oder Hornspänen nach. Stelle die Düngung etwa zwei Wochen vor der Ernte ein, damit sich kein Nitrat im Blatt anreichert.
Überwinterung
Chinakohl ist einjährig und übersteht den DACH-Tiefland-Winter nicht im Beet — reife Köpfe vertragen nur leichten Frost und werden bei Dauerfrost matschig, ernte sie also vor dem ersten starken Frost. Lagere fest geschlossene Köpfe kühl und dunkel im Keller (am längsten haltbar samt Wurzelballen in feuchtem Sand eingeschlagen), schütze späte Pflanzen im Beet mit Vlies und säe ab Juli neu aus.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Chinakohl wird ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Da er eine Langtagpflanze ist und bei mehr als etwa 14 Stunden Tageslicht zum Schossen (Blütenbildung ohne Kopfbildung) neigt, säst du ihn im DACH-Hausgarten am besten von Mitte Juli bis Anfang August direkt ins Freiland aus – wenn die Tage wieder kürzer werden. Eine etwas frühere Saat ab Anfang Juli ist möglich, wenn du schossresistente Sorten wählst; zu frühe Saat sowie Hitze und Trockenstress fördern das Schossen. Säe die Samen 1–2 cm tief in Reihen mit etwa 40–50 cm Abstand, jeweils 2–3 Körner auf einen Punkt, und vereinzele später auf 30–40 cm Abstand in der Reihe. Die Keimung klappt am besten bei Bodentemperaturen von 20–25 °C. Etwa 60–80 Tage nach der Aussaat, also von Oktober bis November, kannst du die festen Köpfe ernten. Für eine Herbsternte ist die Direktsaat ins Freiland die einfachste und bewährteste Methode; eine Vorkultur in Töpfen mit Auspflanzen nach 3–4 Wochen ist ebenfalls möglich und schützt junge Pflanzen vor Schnecken. Hinweis zur Saatgutgewinnung: Chinakohl ist botanisch zweijährig und blüht erst nach einem Kältereiz im zweiten Jahr – eigene Samen lässt du nur aus samenfesten (nicht F1-)Sorten gewinnen, und die Überwinterung der Samenträger ist anspruchsvoll. F1-Hybriden spalten in der Folgegeneration auf und eignen sich nicht zur Nachzucht.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel StangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohneLimabohne und 29 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
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