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Lupinus polyphyllus

Lupine

Volksnamen: Vielblättrige Lupine, Garten-Lupine, Stauden-Lupine

Lupine

Beschreibung

Die Garten-Lupine reckt im Juni und Juli ihre dicht besetzten Blütenkerzen in Blau, Rosa und Weiß in den Sommerhimmel und gehört zu den schönsten Bauerngarten-Stauden. Als Schmetterlingsblütler sammelt sie über Wurzelknöllchen Stickstoff und verbessert ganz nebenbei den Boden. Die Samen sind giftig und gehören nicht in Kinderhände.

Pflegehinweise

Säe die Lupine ab März (KW 12) direkt ins Beet, sie bildet eine tiefe Pfahlwurzel und mag deshalb nicht umgepflanzt werden. Gib ihr durchlässigen, eher kalkarmen Boden in voller Sonne und dünge nicht mit Stickstoff, den braucht sie nicht. Schneide die Blütenstände direkt nach dem Verblühen (Juli · KW 28) ab, dann blüht sie oft ein zweites Mal und versamt sich nicht unkontrolliert.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.5–6.88.0

Bodenart

sandig, lehmig, humos, durchlässig, mager, kalkmeidend

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 5 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Lupinen sind ausgesprochene Kalkmeider: Auf kalkhaltigem Boden über pH 7 vergilben die Blätter (Eisenmangel-Chlorose). Gib ihnen lockeren, durchlässigen, eher sauren Sand- oder Lehmboden, gern humos, aber mager bis mäßig nährstoffreich — Staunässe meiden, sie fördert Wurzelfäule. Die tiefe Pfahlwurzel lockert dabei verdichteten Boden auf.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Mär–Apr

Die Lupine ist eine Leguminose und versorgt sich über Knöllchenbakterien selbst mit Stickstoff — dünge deshalb nie zusätzlich Stickstoff, das hemmt die Fixierung und treibt Blatt statt Blüte. Im Frühjahr genügt es, reifen Kompost flach in die obere Bodenschicht einzuarbeiten, um Spurenelemente nachzuliefern. Ab dem zweiten Standjahr brauchst du meist gar nicht mehr zu düngen.

Überwinterung

Lupinen sind winterharte Stauden und überstehen den DACH-Winter im Freiland ohne Schutz; schneide die Triebe im Herbst auf etwa 10–15 cm zurück oder lass das abgestorbene Laub als Frostschutz über den Wurzeln liegen. Im Kübel rückst du das Gefäß an eine geschützte Stelle und umwickelst es mit Vlies, da Töpfe stärker durchfrieren als Gartenboden.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat
  • Stecklinge
  • Teilung

Aussaat (einfachste Methode): Ritze die harten Samenschalen vor der Aussaat mit einem Messer oder einer Nagelfeile leicht an (Skarifikation) und weiche die Samen anschließend rund 24 Stunden in Wasser ein, damit sie besser quellen. Direkt ins Beet säst du ab April, in Anzuchttöpfe bereits ab März im Haus. Decke die Samen gut mit Erde ab (etwa 3–4 cm), denn Lupinensamen keimen dunkel. Beachte: Aus Samen gewachsene Lupinen (besonders Hybriden) blühen in gemischten Farben — die Sortenfarbe bleibt nicht erhalten. Wildarten und Arten-Lupinen hingegen kommen aus Samen sortenecht.

Basisstecklinge (für sortenechte Vermehrung): Schneide im März bis April junge Basaltriebe, die frisch aus der Herzzone der Staude austreiben, direkt an der Basis dort, wo der Trieb auf die Krone trifft. Geeignet sind Triebe von etwa 5–10 cm Länge. Entferne alle Blätter bis auf die obersten ein bis zwei und stecke die Stecklinge zur Hälfte in ein lockeres, durchlässiges Substrat (z. B. ein Gemisch aus Anzuchterde, Sand und feinem Kies oder Perlite). Stelle sie hell und warm, aber ohne direkte Sonne, und halte das Substrat gleichmäßig feucht. Nach vier bis sechs Wochen sind die Stecklinge bewurzelt und können vereinzelt und im Herbst ins Beet gesetzt werden.

Teilung (Verjüngung älterer Stauden): Lupinen entwickeln eine kräftige Pfahlwurzel, die bei der Teilung leicht verletzt wird — daher ist Teilung nur eingeschränkt sinnvoll und nur dann, wenn die Staude mehrere klar getrennte Triebzentren gebildet hat, in der Regel ab dem dritten bis vierten Standjahr. Grabe die Pflanze im Frühjahr (März/April) vollständig aus und teile den Wurzelstock mit einem scharfen Spaten oder Messer so, dass jedes Teilstück mindestens eine eigene Krone und ausreichend Wurzelmasse trägt. Setze die Teilstücke sofort wieder ein und gieße gut an.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Kreuzblütler (Brassicaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.

Zum Beispiel GurkeKürbisZucchiniEinlegegurkeButternutHokkaido und 14 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

besonders bewährt

Lauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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