Zum Inhalt springen

Brassica oleracea var. medullosa

Markstammkohl

Volksnamen: Kuhkohl, Markkohl

Markstammkohl

Foto: Goldlocki · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Beschreibung

Der Markstammkohl ist ein alter, fast vergessener Bauerngarten-Kohl mit einem dicken, fleischigen Stamm, der bis zu zwei Meter hoch werden kann. Traditionell diente er als Viehfutter, doch die jungen Blätter und das zarte Stammmark schmecken gekocht mild und kohlartig, ein robustes Stück Gartengeschichte.

Pflegehinweise

Gib ihm ab Mai einen sonnigen, nährstoffreichen Standort und genügend Platz, denn er wird hoch und ausladend. Häufle den unteren Stamm leicht an und stütze die Pflanze bei Wind, damit sie nicht umkippt. Ernte die Blätter laufend und das Mark im Spätherbst, wenn der Stamm seine volle Dicke erreicht hat.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, nährstoffreich, durchlässig

LichtHalbschatten
Sonnenstundenmind. 5 h am Tag
WinterhärteWinterhart
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfMittel

Markstammkohl braucht einen tiefgründigen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Lehmig-humose Böden mit guter Wasserhaltefähigkeit sind ideal; reine Sandböden trocknen zu schnell aus, Staunässe und Verdichtung verträgt er nicht. Vor dem Pflanzen arbeitest du reifen Kompost großzügig ein. Auf sauren Böden hilft etwas Gartenkalk: Er hebt den pH-Wert und beugt der Kohlhernie vor, die im Sauren besonders aktiv ist. Beim Standort ist er tolerant — sonnig bis halbschattig wächst er gleichermaßen gut.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Starkzehrer

Monate

Mär–Jun

Im Frühjahr vor der Pflanzung arbeitest du reifen Kompost flach in den Boden ein. Zum Pflanzzeitpunkt gibst du Hornspäne oder Hornmehl dazu, um den hohen Stickstoffbedarf organisch zu decken. Etwa drei bis vier Wochen nach der Pflanzung folgt eine zweite Gabe Hornspäne rund um die Pflanzen, oberflächlich eingearbeitet und angegossen. Frischen Stallmist bringst du nicht direkt an die Wurzeln — nur gut abgelagerter Kompost.

Überwinterung

Markstammkohl ist winterhart und bleibt ohne Schutz im Beet stehen — Frost macht ihn sogar milder, ähnlich wie Grünkohl, und du kannst die Blätter den Winter über laufend ernten. Im zweiten Jahr treibt er neu aus und blüht; wer weiter Blätter will, schneidet den Blütenansatz heraus.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Markstammkohl vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — vegetative Methoden sind bei dieser zweijährigen Brassica-Art nicht praktikabel. (Hinweis: Im Handel kursierende Stecklings-Tipps beziehen sich auf den mehrjährigen „Ewigen Kohl", eine andere Sorte, nicht auf Markstammkohl.) Für eine Voranzucht säst du die Samen ab März in Anzuchttöpfe oder Schalen rund 0,5–1 cm tief bei etwa 18 °C auf der Fensterbank an. Sobald die Keimlinge kräftig genug sind, pikierst du sie in Einzeltöpfe und stellst sie ab Mitte April nach und nach ins Freie, damit sie sich abhärten. Die Direktsaat ins Freiland gelingt von April bis in den Juni hinein, bei mildem Wetter auch schon vor den Eisheiligen: Saattiefe ebenfalls 0,5–1 cm, Reihenabstand etwa 50 cm. Kräftige Sämlinge vereinzelst du auf rund 30 × 50 cm Abstand. Die Samen keimen in etwa 8–12 Tagen bei 10–20 °C; halte das Saatbett dabei gleichmäßig feucht. Möchtest du eigenes Saatgut gewinnen, lässt du ausgewählte Pflanzen im zweiten Jahr zur Blüte kommen — die gelben Blüten werden von Bienen bestäubt und bilden Schoten. Ernte das Saatgut, sobald die Schoten braun und trocken sind, und lagere es kühl und trocken für die nächste Saison. Markstammkohl ist samenfest (keine F1-Hybride), bleibt also sortenecht.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Für angemeldete Gärtner

Melde dich an, um Symptome, Schweregrad, Saison und Vorbeugung für all deine Pflanzen zu sehen.

Anmelden

Kostenloses Konto, in 30 Sekunden eingerichtet.

Erfahrungen aus echten Gärten

Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.

Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.

Wenn du eigene Notizen anlegen willst, melde dich an oder leg ein Konto an.