Brassica oleracea var. medullosa
Markstammkohl
Volksnamen: Kuhkohl, Markkohl
Foto: Goldlocki · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Markstammkohl ist ein alter, fast vergessener Bauerngarten-Kohl mit einem dicken, fleischigen Stamm, der bis zu zwei Meter hoch werden kann. Traditionell diente er als Viehfutter, doch die jungen Blätter und das zarte Stammmark schmecken gekocht mild und kohlartig, ein robustes Stück Gartengeschichte.
Pflegehinweise
Gib ihm ab Mai einen sonnigen, nährstoffreichen Standort und genügend Platz, denn er wird hoch und ausladend. Häufle den unteren Stamm leicht an und stütze die Pflanze bei Wind, damit sie nicht umkippt. Ernte die Blätter laufend und das Mark im Spätherbst, wenn der Stamm seine volle Dicke erreicht hat.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, nährstoffreich, durchlässig
Markstammkohl braucht einen tiefgründigen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Lehmig-humose Böden mit guter Wasserhaltefähigkeit sind ideal; reine Sandböden trocknen zu schnell aus, Staunässe und Verdichtung verträgt er nicht. Vor dem Pflanzen arbeitest du reifen Kompost großzügig ein. Auf sauren Böden hilft etwas Gartenkalk: Er hebt den pH-Wert und beugt der Kohlhernie vor, die im Sauren besonders aktiv ist. Beim Standort ist er tolerant — sonnig bis halbschattig wächst er gleichermaßen gut.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Im Frühjahr vor der Pflanzung arbeitest du reifen Kompost flach in den Boden ein. Zum Pflanzzeitpunkt gibst du Hornspäne oder Hornmehl dazu, um den hohen Stickstoffbedarf organisch zu decken. Etwa drei bis vier Wochen nach der Pflanzung folgt eine zweite Gabe Hornspäne rund um die Pflanzen, oberflächlich eingearbeitet und angegossen. Frischen Stallmist bringst du nicht direkt an die Wurzeln — nur gut abgelagerter Kompost.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten. Erkennen und Vorbeugen stehen ausführlich im Lexikon.
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an.
Mehr zu Kleine KohlfliegePieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen.
Mehr zu Großer KohlweißlingErfahrungen aus echten Gärten
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