Brassica napus var. napobrassica
Steckrübe
Volksnamen: Kohlrübe, Wruke, Butterrübe
Foto: Didier Descouens · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Die Steckrübe ist eine genügsame, gelbfleischige Wurzel mit mild-süßem Kohlgeschmack und ein klassisches Wintergemüse aus der norddeutschen Küche. Sie ist lange als arme-Leute-Essen verschrien gewesen, erlebt aber als feines Schmorgemüse und Püree eine Renaissance. Frost macht sie milder und süßer.
Pflegehinweise
Säe sie ab Mai bis Juni direkt ins Beet, als spät gesäte Kultur stört sie die Vorfrucht nicht und ist im Herbst erntereif. Halte einen Abstand von etwa einer Handbreit, gieße bei Trockenheit gleichmäßig und hacke regelmäßig. Ernte ab Oktober vor strengen Frösten; im Sandmieten oder kühlen Keller hält sie sich den ganzen Winter.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich, durchlässig
Gib der Steckrübe einen tiefgründigen, humosen und leicht lehmigen Boden, der gleichmäßig feucht bleibt, aber keine Staunässe bildet — lockere ihn vor der Aussaat tief auf. Halte den pH bei mindestens 6,5: Auf saurem, verdichtetem Boden droht Kohlhernie, kalke bei Bedarf vorsichtig auf; über pH 7,0 wird die Borversorgung schlechter.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Apr, Mai, Jul
Arbeite im Herbst des Vorjahres oder im Frühjahr vor der Aussaat reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist flach ein — das deckt den moderaten Bedarf als Mittelzehrer meist schon ab. Nur wenn das Laub im Sommer blass wird, gib zur Rübenbildung (etwa im Juli) noch etwas reifen Kompost oder Hornspäne oberflächlich dazu. Frischen Mist und zu viel Stickstoff meiden — sie treiben das Laub und machen die Rübe fade.
Überwinterung
Ernte die Steckrüben vor anhaltendem strengem Frost, spätestens bis Weihnachten – leichter Frost vorher schadet nicht und macht sie sogar aromatischer. Befreie die Rüben von Erde, sortiere beschädigte aus und schlage die gesunden schichtweise in leicht feuchten Sand in einer Kiste im kühlen, frostfreien Keller ein, dann bleiben sie bis ins Frühjahr frisch.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Steckrüben vermehrst du ausschließlich per Direktsaat. Säe die Samen von Ende Mai bis Mitte Juli in 1–2 cm tiefe Rillen mit etwa 40 cm Reihenabstand direkt ins Freiland; Juni ist für die Wintervorratsernte ideal. Nach dem Auflaufen vereinzelst du auf 30–40 cm Pflanzabstand, damit die Rüben genügend Platz zur Ausbildung haben. Achte darauf, den Boden vor und während der Keimung gleichmäßig feucht zu halten; optimale Keimtemperaturen liegen bei 15–18 °C. Wer Jungpflanzen vorziehen möchte, sät ab Mitte Mai in ein Saatbeet und pflanzt die Keimlinge etwa sechs Wochen später im endgültigen Abstand um. Beachte: Die Steckrübe ist zweijährig und schießt erst im zweiten Standjahr in die Blüte – für die Saatgutgewinnung musst du also einzelne Rüben überwintern. Plane eine Anbaupause von mindestens vier Jahren an demselben Standort ein – auch gegenüber anderen Kreuzblütlern – um Kohlhernie und Bodenmüdigkeit zu vermeiden.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Für angemeldete Gärtner
Melde dich an, um Symptome, Schweregrad, Saison und Vorbeugung für all deine Pflanzen zu sehen.
Kostenloses Konto, in 30 Sekunden eingerichtet.
Erfahrungen aus echten Gärten
Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.
Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.
