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Sium sisarum

Zuckerwurzel

Volksnamen: Zuckerwurz, Gierlitz

Zuckerwurzel

Beschreibung

Die Zuckerwurzel ist ein altes, mild-süßes Wurzelgemüse, das schon im Mittelalter in Klostergärten geschätzt wurde. Eine Pflanze bildet ein Büschel fingerdicker, weißer Wurzeln, die gekocht oder gebraten an eine süße Pastinake erinnern.

Pflegehinweise

Säe ab März im Haus vor oder direkt ins Beet, wenn sich der Boden erwärmt hat, und rechne mit langsamer Keimung. Halte das Beet feucht und unkrautfrei und ernte ab Oktober, die Wurzeln bleiben frosthart im Boden und schmecken nach den ersten kalten Nächten am süßesten.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

humos, lehmig, durchlässig, feucht, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 4 h am Tag
WinterhärteWinterhart
FruchtfolgeDoldenblütler
WasserbedarfMittel

Du brauchst einen tiefgründigen, humus- und nährstoffreichen Boden, der locker und gut durchlässig ist, damit die Wurzeln ungehindert in die Tiefe wachsen. Halte den Boden gleichmäßig feucht — gerade im Sommer ist der Wasserbedarf hoch —, vermeide aber Staunässe; schwere Böden lockerst du vor der Aussaat gut auf und reicherst sie mit reifem Kompost an.

Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Pastinake) mittelzehrend — 4 Jahre Pause hält Möhrenfliege und Bodenpilze klein.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Mär–Apr

Im Frühjahr vor dem Austrieb arbeitest du reifen Kompost flach ein — im ersten Standjahr reicht das meist aus. Ab dem zweiten Jahr kannst du zusätzlich Hornspäne dünn aufstreuen und leicht einharken. Halte dich mit Stickstoff zurück: zu viel fördert üppiges Blattwerk auf Kosten der Wurzel.

Überwinterung

Die Zuckerwurzel ist eine winterharte Staude — ihre Wurzeln bleiben einfach im Boden und treiben im März wieder aus. Du kannst über den Winter nach Bedarf ernten (Frost macht sie süßer) und einzelne Wurzelteile zum Weitervermehren stehen lassen; eine lockere Laub- oder Strohdecke gegen Kahlfröste ist optional.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat
  • Teilung
  • Kindel

Die Zuckerwurzel lässt sich gut vegetativ und über Samen vermehren – der vegetative Weg liefert schneller ertragreiche, sortenechte Pflanzen, weil Sämlinge uneinheitlich ausfallen.

Brutsprosse/Ableger (offsets): Das ist der typischste Weg bei der Zuckerwurzel. Beim Ausgraben eines Wurzelstocks im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr findest du rund um die Basis kleine Seitentriebe mit eigenen Wurzelansätzen. Trenne kräftige Triebe mit einem scharfen Messer ab – wenn eine Speicherwurzel dranhängt, umso besser, nötig ist es aber nicht. Bewurzle die Ableger feucht an, bis sie aktiv treiben, und pflanze sie dann an den endgültigen Standort.

Wurzelstockteilung (division): Im zeitigen Frühjahr, sobald neue Triebe sichtbar werden, gräbst du einen kräftigen Wurzelstock aus und teilst ihn mit einem scharfen Messer in mehrere Stücke. Achte darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine Sprossknospe trägt. Setze die Teilstücke sofort in tiefgründigen, gut vorbereiteten Boden. Geteilte Pflanzen wachsen oft sogar kräftiger weiter.

Aussaat: Die Samen keimen langsam und unregelmäßig – rechne mit rund 35 Tagen, oft länger. Für eine Herbstaussaat (Oktober/November) streust du direkt ins Beet; die winterharte Art keimt dann im Frühjahr mit Vorsprung. Alternativ säst du ab Februar/März in Saatschalen bei 8–10 °C und hältst gleichmäßig feucht. Ein Einweichen der Samen über Nacht in lauwarmem Wasser kann die Keimung etwas anschieben. Saattiefe ca. 1–1,5 cm, Reihenabstand 25–30 cm, später auf 15 cm vereinzeln. Beachte: Aus Samen gezogene Pflanzen fallen uneinheitlich aus und bleiben im ersten Jahr oft klein und faserig – für gleichmäßige, dicke Wurzeln ist die vegetative Vermehrung die bessere Wahl.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).

Zum Beispiel KnoblauchPorreeSchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauch und 11 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Korbblütler (Asteraceae)

Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.

Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 56 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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