Anthriscus cerefolium
Kerbel
Volksnamen: Echter Kerbel, Suppenkerbel
Foto: Derzsi Elekes Andor · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Kerbel ist ein zartes Frühlingskraut mit fein gefiedertem Laub und einem milden Anis-Petersilien-Aroma. Er gehört in die klassische Frankfurter Grüne Soße und schmeckt am besten ganz frisch, denn beim Kochen verfliegt sein feines Aroma rasch.
Pflegehinweise
Säe Kerbel direkt ins Beet an einen halbschattigen Platz, denn pralle Sommersonne lässt ihn schnell schießen. Halte die Erde gleichmäßig feucht und säe ab März alle paar Wochen nach, dann erntest du von April bis in den Oktober immer frisches Grün.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, feucht, nährstoffreich
Kerbel mag lockeren, humosen Boden, der gleichmäßig feucht bleibt, aber keine Staunässe hat. Tiefgründige Erde ist ideal, damit die Wurzeln aus tieferen Schichten Nährstoffe holen — schwere, verdichtete Böden lockerst du vorher mit reifem Kompost auf.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite vor der Frühjahrs-Aussaat eine dünne Lage reifen Kompost flach ein; bei magerem Boden kannst du etwas Hornspäne untermischen. Kerbel ist ein Schwachzehrer — zu viel Stickstoff fördert Blattmasse auf Kosten des Aromas, also bleib sparsam. Bei Sommersaaten reicht meist die Kompost-Grundversorgung aus dem Frühjahr.
Überwinterung
Kerbel ist einjährig und überwintert nicht als Pflanze — er blüht, setzt Samen und stirbt ab. Für frischen Kerbel im Winterhalbjahr säst du ihn im Spätsommer/Herbst direkt ins Beet oder in einen Topf auf der hellen, kühlen Fensterbank nach.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Kerbel vermehrst du ausschließlich durch Direktaussaat – ein Umtopfen oder Pikieren lohnt sich nicht, weil die zarte Pfahlwurzel dabei leicht abbricht. Säe die Samen von März bis August (für eine Winterernte auch September bis Oktober mit Frühbeetschutz) direkt an den endgültigen Standort, denn Kerbel bildet rasch ein feines Wurzelgeflecht, das du nicht stören solltest. Kerbel ist ein Lichtkeimer: Drücke die Samen nur leicht an und bedecke sie höchstens 0,5 cm dünn mit Erde. Halte den Boden bis zur Keimung (rund 7–14 Tage) gleichmäßig feucht. Wähle einen halbschattigen Platz – in praller Sonne schießt Kerbel rasch in die Blüte und verliert sein Aroma. Für eine lückenlose Ernte säst du alle zwei bis vier Wochen nach. Wenn du einige Dolden aussamen lässt, versät sich Kerbel zuverlässig selbst und kommt im nächsten Jahr von allein wieder.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Korbblütler (Asteraceae)
Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.
Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 56 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiGrünkohlBrokkoliBlumenkohlPalmkohl und 33 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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