Brassica rapa subsp. narinosa
Tatsoi
Volksnamen: Löffelsenf, Asia-Spinat
Foto: Idéalités · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Tatsoi bildet flache, sternförmige Rosetten aus dunkelgrünen, löffelförmigen Blättern und gehört zu den robustesten Asia-Salaten. Sein milder, leicht senfiger Geschmack passt roh in den Salat ebenso wie kurz in die Pfanne, und durch seine Frosthärte liefert er auch im späten Herbst noch frisches Grün.
Pflegehinweise
Säe ihn direkt ins Beet, am besten im Spätsommer (August · KW 33) für eine Herbst- und Winterernte, da er bei Hitze schnell schießt. Halte ihn gleichmäßig feucht und ernte die äußeren Blätter laufend, dann treibt die Rosette immer wieder nach. Unter einem Vlies oder im kalten Gewächshaus übersteht er auch leichte Fröste.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, lehmig, durchlässig, nährstoffreich
Tatsoi mag lockeren, humusreichen und gleichmäßig feuchten Boden mit guter Drainage; Staunässe verträgt er nicht. Arbeite vor der Aussaat reifen Kompost flach ein, dann gedeiht er auch in halbschattigen, kühleren Ecken zuverlässig.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär, Apr, Jul, Aug
Arbeite zur Frühjahrssaat (März–April) und vor der Herbstsaat (Juli–August) reifen Kompost flach in die oberste Bodenschicht ein. Bei der kurzen Wachstumszeit reicht diese Grundversorgung meist aus; nur bei sichtbar hellem Blattgrün hilft eine leichte organische Nachdüngung, etwa mit verdünnter Brennnesseljauche.
Überwinterung
Tatsoi ist echtes Wintergemüse und übersteht den DACH-Tieflandwinter im Freiland meist ohne Schutz: Die flache Blattrosette legt sich bei Frost an den Boden und schützt sich so selbst, Schnee als Decke hilft zusätzlich. Säe ihn ab August bis Mitte Oktober direkt ins Beet und ernte über die kalten Monate weiter; bei strengem Dauerfrost legst Du zum Verlängern der Ernte ein Vlies auf oder stellst einen Kaltrahmen darüber — fürs Überleben ist das aber nicht nötig.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Tatsoi vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — als kurzlebiges Blattgemüse bildet es keine Ausläufer, Brutzwiebeln oder verholzenden Triebe. Du kannst direkt ins Freiland säen oder vorziehen: Im Frühjahr beginnst du ab Mitte März mit der Vorkultur auf der Fensterbank und pflanzt die Jungpflanzen ab Mitte April ins Beet; alternativ säst du im Frühjahr von Mitte April bis Mitte Mai direkt. Für die Haupternte im Herbst und Winter säst du von Juli bis September direkt an den endgültigen Standort — dann schießen die Pflanzen weniger schnell, weil die Tage kürzer werden. Saattiefe etwa 0,5–1 cm, Reihenabstand 25–30 cm, in der Reihe später auf 10–15 cm vereinzeln. Die Keimung erfolgt bei rund 15–20 °C binnen etwa einer Woche. Tatsoi ist sehr frosthart (zuverlässig deutlich unter −10 °C, je nach Schneedecke noch tiefer) und eignet sich gut als Spät-Herbst- und Wintergemüse unter Vlies oder im Kalthaus. Samen lassen sich leicht selbst gewinnen: Tatsoi ist zweijährig — lässt du einige bei mildem Winter überwinterte Pflanzen im zweiten Jahr zur Blüte kommen, kannst du die Schoten kurz vor dem Aufplatzen ernten und nachtrocknen. Beachte, dass F1-Hybridsorten nicht sortenecht nachwachsen; für stabile Eigenschaften nimmst du samenfestes Saatgut.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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