Raphanus sativus var. longipinnatus
Rettich
Volksnamen: Daikon, Bierrettich

Foto: Jason7825 · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Rettich ist ein scharf-würziges Wurzelgemüse, das von der kleinen Sommersorte bis zum großen weißen Daikon viele Formen kennt. Er wächst zügig und gelingt auch im Topf — je nach Aussaatzeit erntest du knackige Knollen für den Sommer oder lagerfähige Herbstrettiche.
Pflegehinweise
Säe von April bis August direkt ins Beet und halte den Boden gleichmäßig feucht, denn Trockenheit macht den Rettich pelzig und übermäßig scharf. Vereinzle die Reihen früh auf gut eine Handbreit Abstand und ernte, sobald die Knollen ihre sortentypische Größe haben — überständige Rettiche werden holzig.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
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Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Vorbeugen
Halte den Boden rund um die Jungpflanzen mit regelmäßigem Gießen und einer dünnen Mulchschicht feucht — Erdflöhe meiden Feuchtigkeit und kühlen Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat hält die springenden Käfer komplett fern. Lockeres, häufiges Hacken stört die Eiablage, und eine etwas spätere oder vorgezogene Aussaat umgeht die trockenheißen Hauptflugphasen.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Sorten
5 Sorten‚Münchner Bier’
Der klassische bayerische Bierrettich, den du in dünne Scheiben schneidest, salzt und zur Brotzeit reichst. Die langen, weißen Wurzeln werden bis zu 30 cm lang und schmecken kräftig-scharf und würzig. Du säst ihn ab Mitte Juni für die Sommer- und Herbsternte, denn früher gesät schießt er leicht. Eine genügsame, ertragssichere alte Sorte für jeden Hausgarten.
Kräftig-scharf und saftig — gesalzen wird er milder und zieht Wasser, genau richtig zur Maß.
‚Neptun’
Ein moderner, schossfester weißer Sommerrettich mit langen, gleichmäßigen Stangen und besonders mildem Geschmack. Neptun bleibt auch bei Hitze lange knackig und neigt kaum zum Hohlwerden, wenn du regelmäßig wässerst. Du säst ihn ab Mai bis in den Hochsommer in Reihen mit etwas Abstand, weil die Wurzeln kräftig in die Tiefe wachsen. Eine robuste, ertragssichere Sorte für alle, die Rettich gern mild mögen.
Sehr mild mit nur dezenter Schärfe, saftig und zart — auch für empfindliche Gaumen und Kinder gut roh zu knabbern.
‚Ostergruß Rosa’
Der klassische Frühjahrsrettich mit länglich-zylindrischen, leuchtend rosaroten Wurzeln und weißer Spitze. Du säst ihn ab März im Frühbeet oder ab April ins Freiland, dann erntest du schon zur Spargelzeit milde, saftige Stangen. Ostergruß Rosa schmeckt deutlich milder als die Sommer- und Winterrettiche und bleibt bei zügigem Wachstum lange zart. Eine samenfeste, frühe Sorte, die Farbe ins Beet und auf die Brotzeit bringt.
Mild-würzig mit nur leichter Schärfe, knackig und saftig — schön roh in Scheiben oder im Salat.
‚Rex’
Ein schossfester Sommerrettich für die durchgehende Aussaat von Frühjahr bis Spätsommer. Rex bildet lange, weiße, glatte Stangen und bleibt auch bei längeren Tagen und Wärme erstaunlich lange im Boden, ohne vorzeitig zu schießen oder pelzig zu werden. Du säst ihn alle paar Wochen nach, dann hast du über die ganze Saison frischen Rettich. Eine zuverlässige, ertragsstarke Sorte, die dir die Anbauplanung leicht macht.
Mild-würzig mit feiner Schärfe, das Fleisch bleibt fest und saftig — gut für Salat und Brotzeit gleichermaßen.
‚Runder Schwarzer Winter’
Ein alter Winterrettich mit rabenschwarzer, rauer Schale und schneeweißem, kräftig-scharfem Fleisch. Du säst ihn ab Juli für die Herbsternte, denn er braucht Zeit, um die runden, faustgroßen Knollen auszubilden. Im kühlen, feuchten Sandlager oder Erdkeller hält er den Winter über und versorgt dich bis ins Frühjahr mit frischem Rettich. Eine robuste, samenfeste Sorte für den klassischen Vorratsgarten.
Deutlich schärfer und erdiger als die Sommerrettiche — gehobelt und gesalzen wird er milder und passt zu deftigem Brot.
Erfahrungen aus echten Gärten
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