Zum Inhalt springen

Daucus carota subsp. sativus var. atrorubens

Rote Möhre

Volksnamen: Purpurmöhre, Violette Karotte

Rote MöhreKategorie-Bild

Beschreibung

Die Rote Möhre ist eine alte, anthocyanreiche Möhrenform, deren Wurzeln außen tiefviolett und innen oft kontrastreich gefärbt sind. Im Anbau verhält sie sich wie die orange Möhre, bringt aber zusätzlich Farbe auf den Teller, Sorten wie ‚Purple Haze’ behalten gekocht ihren dunklen Rand.

Pflegehinweise

Säe von März bis Juni dünn in lockere, steinfreie Erde und halte den Boden bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht. Vereinzle die Sämlinge auf etwa Fingerbreite und pflanze Speisezwiebel oder Knoblauch dazwischen, deren Geruch die Möhrenfliege fernhält, geerntet wird je nach Sorte ab Juli bis in den November.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

sandig, lehmig, humos, durchlässig

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart mit Schutz
FruchtfolgeDoldenblütler
WasserbedarfMittel

Gib der Möhre einen tiefgründigen, lockeren und steinfreien Sand- oder sandigen Lehmboden – auf solchen Böden wachsen die Wurzeln gerade und teilen sich nicht. Frisch gekalkter Boden und frischer Mist führen zu Gabelwurzeln, vermeide beides vor der Aussaat.

Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Pastinake) mittelzehrend — 4 Jahre Pause hält Möhrenfliege und Bodenpilze klein.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär, Apr, Okt, Nov

Arbeite im Herbst oder im Frühjahr vor der Aussaat gut verrotteten Kompost flach in den Boden ein – mehr braucht die Möhre als Mittelzehrer meist nicht. Auf nährstoffärmeren Böden kannst du im Frühjahr zusätzlich Hornspäne flach einarbeiten, damit der Stickstoff langsam nachgeliefert wird. Frischen Mist und viel Stickstoff meiden, sonst gibt es viel Laub, verzweigte Wurzeln und schlechte Lagerfähigkeit.

Überwinterung

Du hast zwei Wege: Erntest du vor dem ersten starken Frost, drehst du das Laub ab und schichtest die ungewaschenen Rüben in feuchten Sand ein – kühl, dunkel und frostfrei im Keller oder in einer Erdmiete. Willst du sie im Beet lassen, schneidest du das Laub knapp über dem Boden ab, häufelst die Wurzelköpfe mit Erde an und deckst das Beet vor dem Frost lückenlos mit einer dicken Schicht Laub, Stroh oder Vlies ab – bei strengem Dauerfrost lieber rechtzeitig ernten und einlagern, denn durchgefrorene Rüben verderben beim Auftauen.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Die Rote Möhre vermehrst du ausschließlich über Aussaat — andere Methoden sind für diese Gemüseart nicht praktikabel: Die verdickte Speicherwurzel bildet keine Triebe oder Nebenwurzeln, aus denen sich Teilung, Stecklinge oder Ableger ziehen ließen.

Für den Anbau säst du direkt ins Freilandbeet, denn Möhren vertragen kein Verpflanzen (Pfahlwurzel). Säe ab März unter Vlies oder ab April/Mai ohne Abdeckung in Reihen mit etwa 30 cm Abstand, nur 1–2 cm tief. Die Keimung dauert zwei bis drei Wochen; halte das Beet in dieser Zeit gleichmäßig feucht. Sobald die Keimlinge etwa 5 cm hoch sind, vereinzelst du auf 5–8 cm Abstand in der Reihe.

Für die eigene Saatgutgewinnung nutzt du den zweijährigen Lebenszyklus: Wähle nur eine samenfeste Sorte — von F1-Hybriden lohnt sich keine Saatgutgewinnung, weil die Nachkommen nicht sortenecht ausfallen (Farbe und Form spalten auf). Wähle im Herbst besonders schöne, gesunde, sortentypische Wurzeln aus (am besten 10 bis 30 Stück derselben Sorte für eine gute Bestäubung) und verwirf solche, die schon im ersten Jahr schossen wollten. Überwintere die Rüben ungewaschen in feuchtem Sand an einem kühlen, frostfreien Ort (0–5 °C) und pflanze sie im Frühjahr wieder ins Beet. Im zweiten Jahr bildet die Pflanze hohe Doldenblütenstände; lass sie vollständig abblühen und die Samen nachreifen. Da Möhren Fremdbefruchter sind und von Insekten bestäubt werden, kreuzen sie sich leicht mit anderen Möhrensorten und mit der Wilden Möhre (Daucus carota subsp. carota) — beides ist dieselbe Art. Lass deshalb nur eine Sorte zur gleichen Zeit blühen und halte großen Abstand zu wilden Möhren (mehrere hundert Meter; für strenge Sortenreinheit gelten 800 bis 1000 m), oder schütze die Pflanzen unter einem feinmaschigen Vlieskäfig. Ernte die Dolden in den frühen Morgenstunden, wenn sie braun und trocken sind (meist August bis Oktober), und trockne sie im Haus nach. Lagere das Saatgut kühl und trocken — Möhrensamen bleiben etwa 2 bis 3 Jahre keimfähig.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).

Zum Beispiel PorreeSchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauchRote Zwiebel und 10 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Korbblütler (Asteraceae)

Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.

Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 56 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiGrünkohlBrokkoliBlumenkohlPalmkohl und 33 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Für angemeldete Gärtner

Melde dich an, um Symptome, Schweregrad, Saison und Vorbeugung für all deine Pflanzen zu sehen.

Anmelden

Kostenloses Konto, in 30 Sekunden eingerichtet.

Erfahrungen aus echten Gärten

Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.

Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.

Wenn du eigene Notizen anlegen willst, melde dich an oder leg ein Konto an.