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Brassica rapa var. rapa 'Stielmus'

Stielmus

Volksnamen: Rübstiel, Stängelmus

Stielmus

Beschreibung

Stielmus, im Rheinland und Niederrhein als ‚Rübstiel’ bekannt, sind die jungen Blätter und zarten Stiele einer Speiserübe, die man erntet, bevor sich eine Knolle bildet. Fein gehackt und gedünstet ergibt es ein mildes, leicht herbes Frühlings- oder Herbstgemüse mit langer Tradition.

Pflegehinweise

Säe direkt ins Beet im zeitigen Frühjahr (März · KW 12) oder ein zweites Mal im Spätsommer für eine Herbsternte. Halte den Boden gleichmäßig feucht, damit die Blätter zart bleiben, und ernte die ganze Pflanze jung, sobald sie etwa eine Handspanne hoch ist. Eine dichte Aussaat lohnt sich, weil du blattweise schneidest.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–78.0

Bodenart

sandig, lehmig, humos, durchlässig

LichtHalbschatten
Sonnenstundenmind. 4 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfMittel

Stielmus mag lockeren, humosen Boden, der Wasser gut hält — ein sandig-lehmiger Boden ist ideal. Lockere den Boden vor der Aussaat flach auf und arbeite bei schweren Böden reifen Kompost ein, damit das Saatbett fein-krümelig bleibt; Staunässe vermeiden.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Mär, Aug

Als Schwachzehrer mit kurzer Kulturzeit braucht Stielmus kaum Dünger. Arbeite kurz vor der Aussaat (Frühjahr ab März oder Herbstanbau ab August) eine dünne Schicht reifen Kompost flach ein — das genügt. Auf Nachdüngung verzichtest du besser, denn sie erhöht nur die Schossgefahr.

Überwinterung

Stielmus überwinterst du nicht als lebende Pflanze, sondern säst es jede Saison neu aus. Decke die Herbstaussaat bei stärkerem Frost mit Vlies oder einem Folientunnel ab, um die Ernte zu verlängern, und säe im Frühjahr wieder direkt ins Freiland, sobald der Boden bearbeitbar ist.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Stielmus vermehrst du ausschliesslich durch Direktsaat ins Freiland — Stecklinge, Teilung oder Veredelung sind bei dieser einjaehrigen Brassica nicht sinnvoll, und Auslaeufer oder Brutknollen bildet die Pflanze nicht. Du kannst zweimal im Jahr saeen: im Fruehjahr ab Maerz bis Ende April und im Spaetsommer von Anfang August bis Ende September fuer den Herbstschnitt. Saee die Samen flach, etwa 0,5–1 cm tief, in Reihen mit rund 25–30 cm Reihenabstand; in der Reihe darf es ruhig dicht stehen, denn so bleibt das Ruebchen klein und die Pflanze setzt ganz auf Blatt und Stiel. Giesse die Reihen gleichmaessig an. Bei einer Bodentemperatur ab etwa 5 °C, ideal zwischen 8–15 °C, keimen die Samen innerhalb von 7–14 Tagen. Nach 5–7 Wochen kannst du erstmals ernten: schneide die Stiele bodennah ab, aber lass das Herz der Pflanze stehen — dann treibt sie noch ein zweites Mal aus und du bekommst eine Nachernte. Eine Vorkultur brauchst du in der Regel nicht, weil Stielmus winterhart ist und frueh keimt; wer die Saison strecken will, kann aber ab dem Spaetwinter im Fruehbeet oder Gewaechshaus vorziehen und die Jungpflanzen nach dem letzten Frost auspflanzen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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