Brassica oleracea var. capitata f. rubra
Rotkohl
Volksnamen: Blaukraut, Rotkraut
Foto: Rasbak · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Rotkohl bildet feste, blauviolette Köpfe und gehört im Herbst und Winter zu den klassischen Schmorgemüsen. Ob er nach Rotkohl oder Blaukraut aussieht, hängt vom Boden ab — saurer Boden lässt ihn röter, kalkreicher ihn bläulicher erscheinen.
Pflegehinweise
Ziehe die Jungpflanzen ab März vor oder kaufe Setzlinge und pflanze sie mit gut einer Armlänge Abstand ins nährstoffreiche, feste Beet. Halte den Boden gleichmäßig feucht, gib einmal in der Saison nach und schütze die jungen Pflanzen mit einem Netz vor Kohlweißling und Erdfloh — geerntet wird ab August bis in den November.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
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Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Vorbeugen
Lege direkt nach dem Pflanzen Kohlkragen aus Filz oder Pappe um den Wurzelhals — sie verhindern die Eiablage am Boden. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über dem Beet hält die Fliege vollständig fern und schützt zugleich vor Erdfloh und Kohlweißling. Häufle die Pflanzen leicht an, damit sie neue Wurzeln über der Fraßstelle bilden, und halte einen mehrjährigen Fruchtwechsel auf Kreuzblütler-Beeten ein.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Vorbeugen
Lege ab dem Auspflanzen ein feinmaschiges Kulturschutznetz über die Kohlbeete, damit die Falter gar nicht erst zur Eiablage kommen. Kontrolliere die Blattunterseiten wöchentlich und zerdrücke gelbe Eigelege sowie junge Raupennester von Hand. Bei stärkerem Befall hilft das bio-zugelassene Bacillus thuringiensis gezielt gegen die jungen Raupen, und blühende Randstreifen fördern Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler.
Sorten
4 Sorten‚Autoro F1’
Eine moderne F1-Hybride, die als ausgesprochene Lagersorte gezüchtet wurde. Die schweren, sehr festen Köpfe stehen lange im Beet, ohne aufzuplatzen, und halten im kühlen Lager bis weit in den Winter. Dank guter Platzfestigkeit und gleichmäßigem Wuchs eine zuverlässige Wahl, wenn du auf eine planbare Spätherbst-Ernte und lange Haltbarkeit setzt. Da es sich um eine Hybride handelt, ist das Saatgut nicht zur eigenen Vermehrung geeignet.
Kräftig-würzig und schnittfest, mit dichtem, tiefrotem Inneren. Ideal zum Schmoren und für Vorräte, die über Wochen frisch bleiben sollen.
‚Kalibos’
Der dekorative Spitz-Rotkohl mit zugespitzten, herzförmigen Köpfen in leuchtendem Purpurrot. Anders als die runden Lagersorten ist das Kraut zarter und milder, sodass du es schon fein gehobelt roh im Salat genießen kannst. Eine samenfeste Sorte, die auch im Beet schön aussieht und sich ab dem Spätsommer ernten lässt.
Angenehm mild und süßlich, mit zartem Biss und ohne herbe Schärfe. Roh im Rohkostsalat ein farbiger Hingucker, lässt sich aber auch klassisch schmoren.
‚Marner Lagerrot’
Der bewährte Klassiker für die Winterküche: eine samenfeste, spät reifende Lagersorte mit festen, runden und tief blauroten Köpfen. Geerntet wird ab Oktober, und die kompakten Köpfe halten sich im kühlen Keller über viele Wochen, ohne aufzuplatzen. Plane einen sonnigen Platz und gleichmäßige Wasserversorgung ein, dann belohnt dich die kräftige Pflanze mit schweren, schnittfesten Köpfen.
Würzig-herzhaft mit einer feinen Süße, die beim Schmoren richtig zur Geltung kommt. Die klassische Grundlage für Apfelrotkohl an Feiertagen.
‚Rodynda’
Eine samenfeste Sorte aus biologischer Züchtung mit mittelgroßen, runden und gut gefüllten Köpfen. Sie reift mittelfrüh und ist damit eine verlässliche Wahl für den Hausgarten, wenn du nicht bis in den späten Herbst warten möchtest. Die Köpfe lassen sich frisch verarbeiten und bei kühler Lagerung auch einige Wochen aufbewahren.
Saftig und aromatisch mit milder Süße. Gleichermaßen gut zum Schmoren wie roh fein gehobelt im Wintersalat.
Erfahrungen aus echten Gärten
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