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Brassica oleracea var. capitata f. rubra

Rotkohl

Volksnamen: Blaukraut, Rotkraut

Rotkohl

Beschreibung

Der Rotkohl bildet feste, blauviolette Köpfe und gehört im Herbst und Winter zu den klassischen Schmorgemüsen. Ob er nach Rotkohl oder Blaukraut aussieht, hängt vom Boden ab, saurer Boden lässt ihn röter, kalkreicher ihn bläulicher erscheinen.

Pflegehinweise

Ziehe die Jungpflanzen ab März vor oder kaufe Setzlinge und pflanze sie mit gut einer Armlänge Abstand ins nährstoffreiche, feste Beet. Halte den Boden gleichmäßig feucht, gib einmal in der Saison nach und schütze die jungen Pflanzen mit einem Netz vor Kohlweißling und Erdfloh, geerntet wird ab August bis in den November.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6.5–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, feucht, nährstoffreich, kalkliebend

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeKohlgewächse
WasserbedarfHoch

Du brauchst einen tiefgründigen, lehmig-humosen Boden mit guter Wasserspeicherkapazität. Rotkohl mag neutrale bis leicht kalkhaltige Böden — bei saurem Untergrund (pH unter 6,5) hebst du den Wert vor der Pflanzung mit Kalk an, sonst droht Kohlhernie. Frischen Mist direkt vor dem Pflanzen vermeidest du, weil er das Blattwachstum auf Kosten der Kopfbildung fördert.

Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.

Düngung

Starkzehrer

Monate

Mär–Jun

Arbeite schon im Herbst reifen Kompost flach ins Beet ein, damit er bis zum Frühjahr verrottet. Im Frühjahr vor der Pflanzung bringst du erneut reifen Kompost auf und arbeitest Hornspäne ein — sie geben Stickstoff langsam über Wochen ab. Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Auspflanzen düngst du organisch nach, etwa mit Hornspänen oder Schafwollpellets rund um die Pflanzen, damit die Kopfbildung gut versorgt ist. Begleitend kannst du selbst angesetzte Brennnesseljauche geben.

Überwinterung

Rotkohl baust du als einjähriges Gemüse an und erntest ihn vor dem Dauerfrost — leichte Fröste darfst du ruhig zulassen, sie machen ihn süßer, aber im Beet überwintert er nicht, weil die Köpfe bei strengem Frost aufplatzen. Zieh die Köpfe mit dem Strunk aus der Erde, entferne lose Außenblätter und lagere sie kühl, dunkel und gut belüftet im Keller — kopfüber am Strunk aufgehängt oder auf einem Lattengestell, dann halten späte Sorten bis in den Spätwinter.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Rotkohl vermehrst du ausschließlich über Samen. Frühsorten ziehst du ab Ende Februar/Anfang März in Anzuchttöpfen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vor (Keimtemperatur 16–20 °C), mittelfrühe Sorten folgend ab Mitte März, Spätsorten ab Mitte April bis Anfang Mai. Die Samen legst du etwa 1–2 cm tief in Anzuchterde, nach rund einer Woche keimen sie. Nach 4–6 Wochen, wenn die Setzlinge kräftig genug sind, härtst du sie ab und pflanzt sie ins Freiland (Pflanzabstand 40–50 cm bei Frühsorten, bei Spätsorten eher 60–70 cm). Setze die Jungpflanzen tief ein, bis zu den Keimblättern — so bilden sie zusätzliche Stützwurzeln. Eine direkte Aussaat ins Freiland ist ab Mitte April möglich, sobald der Boden auf mindestens 10 °C erwärmt ist; bei Spätfrostgefahr deckst du die Reihen mit Vlies ab. Willst du eigenes Saatgut gewinnen, beachte: Rotkohl ist zweijährig — er blüht und bildet Samen erst im zweiten Jahr, nachdem er einen Kältereiz über Winter bekommen hat. Du überwinterst also kräftige, gesunde Pflanzen und schneidest im Frühjahr die obersten Blattschichten vorsichtig ein, damit der Blütenstand sich durch den festen Kopf schieben kann. Sortenechte Nachzucht gelingt nur mit samenfesten Sorten; Hybridsorten (Zusatz „F1") sind dafür nicht geeignet.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.

Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)

Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.

Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua

Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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